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Verstopfter Luftraum Am Himmel wird es eng

Verspätungen und Flugausfälle – in den Sommerferien wird das Flugnetz überstrapaziert.

Legende: Audio Stau am Himmel abspielen. Laufzeit 04:02 Minuten.
04:02 min, aus Rendez-vous vom 03.07.2018.

Die Sommerferien stehen an – alleine aus der Schweiz werden in den kommenden Wochen Hunderttausende mit dem Flugzeug verreisen. Doch es wird nicht nur am Strand eng, sondern auch am Himmel. Mit unliebsamen Folgen für die Passagiere: Verspätungen und Flugausfälle häufen sich.

So viele Flugzeuge wie nie

Für die Luftfahrt folgt die Hochsaison. Dieses Jahr ist die Situation allerdings ausserordentlich, wie Max Oldorf von CH-Aviation beobachtet. Sein Unternehmen analysiert die Entwicklungen in der Luftfahrtbranche.

Alles was fliegen kann, fliegt.
Autor: Max OldorfCH-Aviation

Für ihn ist klar: Es sind so viele Menschen und Flugzeuge in der Luft unterwegs wie nie zuvor. «Alles was fliegen kann, fliegt. So wie man sagen kann, dass es in Mallorca keine freien Betten mehr gibt, kann man sagen, dass es in Europa keinen freien Flieger mehr gibt.» Billig-Flieger, der tiefe Kerosinpreis und die gute Wirtschaftslage machen diese Situation möglich.

Verspätungen sind vorprogrammiert

Die grosse Fliegerei hat zur Folge, dass der Luftraum über Europa gerade während der Sommermonate an seine Grenzen stösst. Urs Lauener ist für das operative Geschäft bei der Schweizer Flugsicherung Skyguide zuständig, er sieht den Luftraum über Europa am Limit: «Zu gewissen Zeiten sind wir effektiv am Maximum. Deshalb ist damit zu rechnen, dass es zusätzliche Verspätungen gibt.»

Es ist damit zu rechnen, dass es Verspätungen gibt.
Autor: Urs LauenerFlugsicherung Skyguide

In Dübendorf zeigt sich sofort, wenn der Flugplan ausser Takt gerät. Hier haben die Fluglotsen von Skyguide den Überblick über den Flughafen Zürich und die kreuz und quer fliegenden Flugzeuge am europäischen Himmel.

Gerade zu Spitzenzeiten werde offensichtlich, dass die Infrastruktur mit dem starken Wachstum der Luffahrt nicht mehr Schritt halten könne, sagt Urs Lauener. Die Infrastruktur am Boden anzupassen oder neue Fluglotsen auszubilden, dauert allerdings Jahre. Auch die Idee von einer einzigen Flugsicherung für ganz Europa ist aktuell in weiter Ferne.

Zwei Flieger in der Luft
Legende: Am Himmel hat es noch knapp Platz – am Boden ist bald das Maximum erreicht. Keystone

Streiks und Gewitter als Risiko

Kommen zum Kapazitätsproblem auch noch aktuelle Ereignisse, wie starke Gewitter hinzu, wird das ohnehin fragile System noch instabiler. Auch Streiks von Fluglotsen, so wie an den vergangenen Wochenenden in Marseille, führen dazu, dass die Flugpläne durcheinander geraten.

Viele Flugzeuge mussten Marseille wegen des Streiks grossräumig umfliegen – mit Auswirkungen bis nach Zürich. Zum einen, weil die Streiks zu annullierten Flüge führen und zum anderen, weil der Luftraum umflogen werden muss. Das führe zu zusätzlichen Verspätungen, erklärt Raffaela Stelzer, Mediensprecherin des Flughafens Zürich.

Denn derzeit sind alle verfügbaren Flugzeuge eingeplant, deshalb verfügen die Fluggesellschaften kaum über Puffer. Für Passagiere heisst das: viel Geduld und viel Zeit einrechen vor und während der Abreise.

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