Zum Inhalt springen

Header

Video
Regensommer hat auch Vorteile
Aus 10 vor 10 vom 08.07.2021.
abspielen
Inhalt

Viel Niederschlag im Sommer Der Dauerregen hat auch seine guten Seiten

Fast schon unaufhörlich scheint es hierzulande zu regnen. Für die Region vom Genfersee bis in den Thurgau liege der nasseste Juni seit Messbeginn hinter uns, sagt Felix Blumer von SRF Meteo. Doch der intensive Regen bringt nicht nur Nachteile mit sich.

In der Letzibadi in der Stadt Zürich sind die Bahnen im 50m-Becken kaum belegt. Gerade mal eine Handvoll Gäste schwimmt ihre Längen. Die Schwimmerinnen und Schwimmer machen das Beste aus dem verregneten Sommer und geniessen die komfortable Platzsituation. Im Wasser werde er auch nicht mehr nass als ohnehin schon, meint ein Sportschwimmer.

Die Anlage ist super gepflegt, die Mitarbeitenden sind hoch motiviert, aber leider sind keine Gäste da.
Autor: Thomas Markus Betriebsleiter Letzibadi Zürich

Betriebsleiter Thomas Markus indessen stimmt das Wetter traurig: «Die Anlage ist super gepflegt, die Mitarbeitenden sind hoch motiviert, aber leider sind keine Gäste da.» Gerade mal 102 Eintritte hat Thomas Markus bis am Nachmittag um halb zwei gezählt.

Legende: Nicht viele Schwimmerinnen und Schwimmer verschlägt es derzeit in die Letzibadi. Keystone

In einem guten Sommer sind es mindestens zehnmal mehr um diese Zeit. Der Betriebsleiter muss den Personalbestand reduzieren. Und statt Kinderbecken und Sprungturm zu beaufsichtigen, erledigt das Personal Wartungs- und Reinigungsarbeiten.

Mehr Strom dank mehr Wasser

Freude an der hohen Niederschlagsmenge haben die Kraftwerksbetreiber der EWA Energie Uri AG. Der Schächen, ein Nebenfluss der Reuss, führt viel Wasser. Die Turbinen des Kraftwerkes laufen auf Hochtouren. «Parallel dazu steigt der Ertrag, denn der zusätzlich produzierte Strom kann in die Strombörse eingespeist werden. Die zusätzliche Energie hilft in der Jahresbilanz», erklärt Werner Jauch, Geschäftsleiter der EWA Energie Uri AG.

In den Speicherseen im Gebirge weiter oben ist indes noch viel Platz vorhanden. Sie werden derzeit immer noch gefüllt. Ende Juni lag der Füllgrad der Speicherseen im Durchschnitt bei 43 Prozent, belegen die Zahlen des Bundesamtes für Energie. Dank der Schneeschmelze und dem regenreichen Juni.

Bewässerungsprobleme wird es diesen Sommer kaum geben.
Autor: Manfred Stähli Abteilungsleiter Gebirgshydrologie am WSL

Ganz im Gegensatz zu den Trinkwasserreservoirs. Das trübe Wetter wirkt sich positiv auf die Grundwasserpegel aus, erklärt Manfred Stähli, Abteilungsleiter Gebirgshydrologie und Massenbewegung an der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL. Die Messstationen zeigen vielerorts überdurchschnittlich hohe Stände.

Manfred Stähli: «Die Pegel sind in den vergangenen Tagen und Wochen unaufhaltsam angestiegen. Das wird sich über den ganzen Sommer auswirken und die Landwirtschaft entlasten. Bewässerungsprobleme wird es diesen Sommer kaum geben.»

Keine guten Aussichten

Gut möglich, dass die instabile, feuchte Wetterlage weiter anhält, meint SRF-Meteorologe Felix Blumer. Ein stabiles Hoch sei nicht in Sicht. «Die Siebenschläfer-Bauernregel, die besagt, dass das Wetter während sieben Wochen so bleibt, wie es am Siebenschläfer Tag war. Der 27. Juni war gewitterhaft. Diese Regel scheint ziemlich verlässlich zu sein.» Zumindest in den kommenden zwei Wochen ist keine Besserung in Sicht. Felix Blumer mahnt, die Gewittersituation genau zu beobachten, bevor man sich an besonders gefährdete Regionen begibt.

«Wir warnen jeweils relativ grossflächig, wo ganz genau das Gewitter stattfinden wird, ist sehr zufällig. Gewitter sind lokale Ereignisse. In der Regel weiss man erst kurz vorher, wo ein Gewitter zur Katastrophe werden könnte.» An exponierten Stellen eine Hochtour zu wagen, davon rät der Meteorologe ab. Das Regenradar zu studieren sei jedoch immer eine gute Idee. Und immerhin, für das kommende Wochenende ist Sonnenschein angesagt.

 

10 vor 10, 21.50 Uhr, 08.07.2021

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

11 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Angelo Sansone  (Sanangel)
    wieso muss man immer Geheimtipps ausplaudern? jetzt werden die Schwimmbahnen wieder voll sein. Toll.
  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Erhöht endlich die Kapazität der Stauseen und bekämpft die ewigen Gegner, welche aus der Schweiz ein "Natur Reservat" machen wollen!
  • Kommentar von Tobias Flückiger  (Töbu)
    "Diese Regel scheint ziemlich verlässlich zu sein."

    Da bin ich meinem Naturell entsprechend vorsichtig optimistisch skeptisch.

    Es geht hier mehr um die Vorteile - aber wäre nicht bei den Nachteilen der Einfluss auf den Pandemieverlauf zu erwähnen? Selbst wenn es nicht direkt das feuchte Wetter ist (wobei ich an die Sommerwelle im subtropischen Florida denke), sind wir doch abends bei Gewitter auch wieder eher drin...