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Viola Amherd als Bundesrätin? Im Bundeshaus respektiert – im Wallis kritisiert

Die CVP-Nationalrätin Viola Amherd gilt in Bundesbern als chancenreichste Bundesrats-Kandidatin. Doch ausgerechnet im Heimatkanton muss sie Kritik einstecken.

Legende: Video Viola Amherd als Bundesrätin? abspielen. Laufzeit 03:53 Minuten.
Aus 10vor10 vom 10.10.2018.

Karin Keller-Sutter ist seit gestern die Kronfavoritin bei der FDP, chancenreiche Nachfolgerin von FDP-Bundesrat Johann Schneider-Ammann. Aber auch die CVP steht unter Druck, mindestens eine Frauenkandidatur zu lancieren.

Die 56-jährige Walliser Juristin und Nationalrätin Viola Amherd überlegt sich eine Kandidatur. «Wenn man als fähig angeschaut wird, macht das sicher Freude, das ermuntert auch», sagt sie im «10vor10»-Interview. So tönt keine, die nicht kandidieren will.

Dass wir gesellschaftspolitisch anderer Meinung sind, ist bekannt.
Autor: Beat RiederStänderat CVP/VS

10 Jahre lang war sie Stadtpräsidentin von Brig. In der breiten Öffentlichkeit ist sie bis heute aber kaum bekannt. 2005 wurde sie in den Nationalrat gewählt. Sie zählte bald zu den einflussreichsten Parlamentarierinnen. Sie war nie die Wortführerin bei den grossen Themen. Eher die stille Schafferin im Hintergrund. Einzig beim Kinder- und Jugendschutz ist sie sehr aktiv. Amherd hat es zur Vizechefin der CVP-Fraktion gebracht.

Der Walliser Ständerat Beat Rieder soll ihr den Weg in den Bundesrat ebnen: Der konservative CVP-Mann gilt als ihr bester Fürsprecher, trotz unterschiedlicher Positionen. «Dass wir gesellschaftspolitisch anderer Meinung sind, ist bekannt. Ich habe nicht die gleichen Überzeugungen wie sie», sagt Rieder. Aber das mache die CVP eben aus.

Amherd politisiert damit etwas linker als der Kern der CVP-Fraktion.
Autor: Lukas GolderPolitologe gfs.bern

An der CVP-Basis gilt die ledige Amherd bei vielen aber als zu links, vor allem in Gesellschaftsfragen. «Wenn man genauer schaut, ist sie genau auf der Linie der BDP-Fraktion», so die Analyse von Politologe Lukas Golder. «Amherd politisiert damit etwas linker als der Kern der CVP-Fraktion.»

Diskutiert wird nicht nur Amherds politische Ausrichtung, so titelt der Walliser Bote: «Amherd soll Alpiq eine Viertelmillion zurückzahlen». Die Nationalrätin habe von einer Alpiq-Tochtergesellschaft über Jahre zu viel Miete einkassiert, der Fall ist beim Kantonsgericht hängig.

Wenn man so lange in der Politik war, dann hat man sicher nicht nur Freunde.
Autor: Viola AmherdNationalrätin CVP/VS

Es ist nicht das erste Mal, dass der Walliser Bote kritisch über Amherd schreibt. «Man muss daran erinnern, dass weder die CVP Oberwallis noch der Walliser Bote Viola Amherd in den Bundesrat wählen werden», sagt der stellvertretende Chefredaktor David Biner auf die Frage, wieso die Zeitung immer wieder kritisch über Amherd berichtet.

Für Amherd selber ist die Geschichte um angeblich zu hohe Mieterträge «nicht entscheidend» bei der Frage, ob sie sich auf die Kandidatenlisten setzen lassen wird oder nicht. Es gehe um eine zivile Streitigkeit. «Wenn man so lange in der Politik war, dann hat man sicher nicht nur Freunde». Amherd will in den nächsten Tagen über eine Kandidatur befinden.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von B. Moser (moser.b)
    Lese hier nicht um was es konkret geht. Verena Amherd und ihre Schwester wurden in erster Instanz verurteilt sich mit über 250000 Fr. bereicher zu haben. Und die geschädigte Firma ist Alpiq. Und die gehört mehrheitlich einigen Kantonen (sprich dem Steuerzahler), die Allgemeinheit wäre sehr wohl geschädigt. Die Bundesversammlung kann doch nicht jemand wählen (der dann z.B. Energieministerin wird), bei diesen Vorwürfen.
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  • Kommentar von W Streuli (Wernu)
    Es ist nochz gar nicht solange her,da bat ich SRF darum,ob man ®Frau.V.Amherd in einem Interview fragen könnte,welche Ansichten Sie vertritt zum Wolf im Wallis,konkret ob er eine Gefahr darstellt für Grossmütter,Babys, usw.Aber nichts dergleichen war zu vernehmen, sorry SRF.das sind auch grundentscheidende Fragen,auf die "ein Bürger ein Recht hat dazu",letztenendlich geht es hier um eine valable BR Kandidatin.
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  • Kommentar von Verena Eberhard (Verena Eberhard)
    Nach meiner Meinung ist weder eine Frau noch ein Mann der CVP wählbar. Die haben vergessen, dass es in der Schweiz bald mehr Singles als Familien gibt trotzdem legt sie den Fokus nur auf die Familien. Veraltete Ansichten und nur schlechte News von Mitgliedern der CVP.
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    1. Antwort von Albert Planta (Plal)
      Amherd ist aus anderen Gründen ( Alpiq) nicht wählbar. Das Argument mit den Singels ist schon sehr an den Haaren herbeigeführt :-(
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    2. Antwort von robert mathis (veritas)
      V.Eberhard die ich erwarte im Bundesrat ganz einfach fähige ( fähigere) Leute keine Quotenregelung alles Andere ist Nebensache ob männlich oder weiblich ledig verheiratet etc....
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    3. Antwort von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
      Ja, Frau Eberhard, leider leben immer mehr als "Singles" in unserem Land! Offensichtlich ist diese Entwicklung dem zunehmenden Egoismus zuzuschreiben: Eine Familie gründen, Kinder erziehen und aufeinander Rücksicht nehmen ist unbeliebt geworden! Auch ich bin kein Fan der CVP. Trotzdem bin ich froh, dass es noch Parteien gibt, die das wichtigste Element in einer Gesellschaft (die Familie) immer noch schützen und sich dafür einsetzen! Habe ich mit dieser Aussage wirklich das Netiquette verletzt?
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