Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Das Leben nach dem Bundesrat abspielen. Laufzeit 03:12 Minuten.
Aus 10vor10 vom 26.02.2019.
Inhalt

Vom Amtssitz in den Chefsessel Alt Bundesräte sind gefragte Aushängeschilder

Viele Magistraten wechseln nach dem Rücktritt in die Privatwirtschaft – auch Doris Leuthard. Das kommt nicht nur gut an.

Nach 12 Jahren im Bundesrat wechselt Doris Leuthard nun die Seiten – von der Politik in die Privatwirtschaft. Damit geht sie einen Weg, den viele Bundesräte nach ihrer Amtszeit gehen. Und die ehemaligen Magistraten sind gefragt.

Sicher hat man mit einem ehemaligen Bundesrat eine erhöhte Aufmerksamkeit. Es ist eine Form des Marketings.
Autor: Silvan FelderGeschäftsführer Verwaltungsrat Management AG

Für einen Verwaltungsrat sind alt Bundesräte in erster Linie wegen ihres Netzwerkes interessant, meint Silvan Felder, Geschäftsführer der Verwaltungsrat Management AG. «Sicher hat man mit einem ehemaligen Bundesrat eine erhöhte Aufmerksamkeit. Es ist eine Form des Marketings. Man erhofft sich damit auch Zugang zu verschiedenen Player, die wichtig sind, in dem Umfeld, wo man tätig ist.» Man gewinne so ein gewisses Netzwerk.

Unmut über fehlende Karenzfrist

Dass manche Bundesräte schon kurz nach ihrem Rücktritt ein Mandat annehmen, stört Otto Hostettler, Mitbegründer der Plattform Lobbywatch. Sie hätten eine unabhängige Politik zu machen. Würden sie aber nach ihrer Amtszeit angefragt für ein verantwortungsvolles Mandat in einer grossen Firma, hätten sie «offenbar dieser Firma so viel Wohlwollen entgegengebracht, dass sie dort infrage kommen», so Hostettler. «Ich finde, das darf nicht die Motivation sein einer Magistratsperson.»

Auch nach dem Rücktritt gibt es ein Leben.
Autor: Moritz LeuenbergerAlt Bundesrat

Am lautesten war dieser Vorwurf bei Moritz Leuenberger, SP-Bundesrat bis 2010. Nur vier Wochen nach seinem Rücktritt heuerte er als Verwaltungsrat bei der Implenia an. Der Knackpunkt: Der Baukonzern war am Bau des Gotthard-Basistunnels beteiligt – auch während Leuenbergers Amtszeit als Verkehrsminister. Leuenberger sah darin kein Problem: «Auch nach dem Rücktritt gibt es ein Leben.»

Experte: Rolle im VR nicht entscheidend

Das Anliegen, wonach Bundesräte nach dem Rücktritt eine Zeit lang keine Mandate annehmen dürften, scheiterte bereits mehrfach. Im Nationalrat befürworten viele eine Karenzfrist, im Ständerat nicht. Der Experte Silvan Felder relativiert und meint, so wichtig sei die Rolle von Bundesräten im Verwaltungsrat meist nicht. «Er kann sicher mal eine Tür öffnen, aber das Goal schiessen, wie man so schön sagt, müssen sicher immer die operativen Führungspersonen.»

Ob ein Bundesrat nach seinem Rücktritt in Pension geht oder die Gelegenheit für ein neues Amt in der Privatwirtschaft beim Schopf packt, bleibt bisweilen Sache der Ex-Magistraten selbst.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.