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Von wegen Kleidung und Frisur Schweizer Medien berichten nicht sexistisch über Politikerinnen

  • Schweizer Medien berichten ausgewogen über Politikerinnen und stellen diese nicht schlechter dar als Männer.
  • Zu diesem Schluss kommen Forscher an der Universität Zürich in einer Analyse.

Die Studie zur medialen Darstellung von Politikern und Politikerinnen berücksichtigt rund 1,8 Millionen deutschsprachige Medienartikel aller Zeitungen aus der Deutschschweiz mit Ausnahme der NZZ aus dem Zeitraum von 2012 bis 2018.

Sie entstand im Rahmen einer studentischen Arbeit unter Leitung von Lucas Leemann vom Institut für Politikwissenschaften an der Universität Zürich. Über die Ergebnisse berichteten die Tamedia-Zeitungen.

Die Resultate zeigten weniger geschlechtsspezifische Unterschiede, als man erwarten könnte, schrieben die Forscher. Die Presse berichte über Politikerinnen etwa im Anteil ihrer Sitzanteile. Das heisst, die Frauen kommen in den Zeitungen etwa gleich häufig zu Wort wie ihre männlichen Kollegen.

Doris Leuthard am häufigsten erwähnt

Am häufigsten erwähnt wurde dabei die frühere CVP-Bundesrätin Doris Leuthard. Die einstige Verkehrsministerin kam auf über 62'000 Nennungen. Bei den Männern führte Ex-Bundesrat und SVP-Übervater Christoph Blocher mit knapp 56'000 Erwähnungen die Hitliste an.

Zu welchen Themen Politikerinnen besonders häufig erwähnt werden, folge keinem klischierten Rollenverständnis, bilanzieren die Wissenschaftler. Die Suche nach Erwähnungen von Führungskompetenzen wie «kompetent», «intelligent» oder «strategisch» sowie nach Attributen wie «Blondine», «schlank» oder «charmant» ergab, dass Frauen gar mehr Integrität, Vertrauenswürdigkeit und Ehrlichkeit attestiert wird als Männern. Der Unterschied sei jedoch unbedeutend, schreiben die Autoren.

Hier geht es zur Studie

Die Studie von Lucas Leemann vom Institut für Politikwissenschaften an der Universität Zürich finden Sie hier, Link öffnet in einem neuen Fenster.

Äusserlichkeiten selten ein Thema

Vielmehr massgebend für die Berichterstattung ist den Forschern zufolge das persönliche Profil der Politikerinnen. Äusserlichkeiten wie Figur oder Haare werden laut der Untersuchung allgemein selten thematisiert. Eine gewisse Diskrepanz gebe es allerdings bei der Kleidung, die bei Politikerinnen häufiger erwähnt als bei Politikern.

Die Forscher haben dafür eine mögliche Erklärung: Der Dresscode sei für Frauen weniger eng gefasst und lasse mehr Individualität zu, sagte Christopher Huddleston vom an der Untersuchung beteiligten Politologenteams. Weiter kommt die Studie zum Schluss, dass für Politikerinnen mehr positiv und weniger emotional aufgeladene Wörter verwendet werden als für Politiker. Diese Unterschiede würden aber langsam kleiner werden.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Nochmals meine gestern schon geäusserte Ansicht zum Thema: Es wäre oft viel weniger aggressiv und verunglimpfender, wenn die Medien einer Frau ihren eleganten Rock oder ihr reizendes Auftreten mit einem sachlichen Satz beschreiben (erwähnen) dürften (würden), satt laufend unbeliebte Politiker(innen) aus ideologischen Gründen negativ darzustellen!
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  • Kommentar von Ueli Steinemann  (Ueli Steinemann)
    Steht täglich in den Zeitungen die zu lesen sie offenbar nicht in der Lage sind. Die Arbit wurde hauptsächlich von Studenten im Ravmen ihrer Ausbildung gemacht. Die Kosten sind also integriert in den Ausbildungskosten. Da Studenten in ihrer Ausbildung z.B. für ihre Masterarbeit sowieso solche Untersuchungen machen müssen, ist es doch interessant wenn wissenschaftlich und gewissenhaft untersucht wird eies um die Gleichberechtigung in der Presse aussieht.
    Das Bauchgefühl könnte nämlich täuschen.
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  • Kommentar von Hanspeter Flueckiger  (Hpf)
    steht täglich in der Zeitung, dafür braucht es keine Profilierungs-Aktionen für Soziologen und andere Experten, welche mit unseren Steuern durchgefüttert werden.
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