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Der Frauenanteil auf Wahllisten ist 2019 gestiegen
Aus HeuteMorgen vom 08.08.2019.
abspielen. Laufzeit 01:58 Minuten.
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Wahlen im Herbst Mehr Frauen folgen dem Ruf der Helvetia

Mehr Frauen wollen einen Sitz im Parlament: Der Trend gilt schweizweit. Das zeigen Erhebungen von «Helvetia ruft».

Das überparteiliche Projekt «Helvetia ruft» will mehr Frauen ins Parlament bringen. In aufwändiger Kleinarbeit hat das Team um Kathrin Bertschy Parteien um Wahllisten gebeten, Säumige angemahnt, öffentlich zugängliche Listen recherchiert, Excel-Tabellen ausgefüllt. Nun liegen rund 90 Prozent der Informationen zu den Hauptlisten vor – und Bertschy stellt fest, dass deutlich mehr Frauen als bei den letzten Wahlen kandidieren.

«Wir sehen grundsätzlich sehr erfreuliches; im Schnitt sind fünf Prozentpunkte mehr Frauen auf den Listen, 39 Prozent der Kandidierenden sind weiblich», sagt Bertschy, Co-Präsidentin von Alliance F, der Dachorganisation der Schweizer Frauenorganisationen

Kathrin Bertschy im Parlament
Legende: Kathrin Bertschy wollte mit «Helvetia ruft» Druck auf die Parteien machen. Keystone

Grüne und SP an der Spitze

Grüne und SP fördern Frauenkandidaturen schon länger und haben jetzt mit 55, beziehungsweise 51 Prozent gar mehr Frauen als Männer auf ihren Hauptlisten. Doch nicht nur Links kandidieren mehr Frauen. Auch bei den anderen Parteien mit Fraktionsstärke sind die Frauenanteile gestiegen – bei den meisten um vier Prozentpunkte, bei einigen sogar mehr.

«Insbesondere zugelegt haben die FDP mit neun Prozentpunkten und die kleinen Mitteparteien – die GLP mit elf und die BDP mit sechs Prozentpunkten», erörtert Bertschy. Bei FDP und BDP kandidieren nun um die 40 Prozent Frauen bei der GLP 44.

Frauen werden wichtiger für Parteien

Darin zeige sich auch der Zeitgeist, sagt Bertschy: «Wir haben das kürzlich in den USA beobachtet und wir sehen das jetzt auch bei uns, dass eigentlich fast alle Parteien mit deutlich mehr Frauen antreten.» Damit wollen die Parteien Wählerinnen und nicht mehr nur Wählen ansprechen, ist Bertschy überzeugt. «Einer modernen Partei steht es gut an, wenn sie zu gleichen Teilen mit Frauen wie mit Männern antritt.»

Dazu kommt der öffentliche Druck, zum Beispiel durch den Frauenstreik oder durch Bewegungen wie «Helvetia ruft», welche im Vorfeld alle Parteien darüber informierte, dass sie die Listen öffentlich auswerten werde. Die meisten Parteien hätten positiv reagiert, sagt Bertschy.

Politikerinnen beim Frauenstreik vor dem Bundeshaus
Legende: Frauen wollen Frauen im Bundeshaus – das haben auch die Parteien bemerkt. Keystone

Kaum Echo kam einzig von der SVP. Auch Ihr Frauenanteil stieg zwar um vier Prozentpunkte – mit 23 Prozent bildet sie aber das Schlusslicht aller Fraktionen.

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17 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Holzer  (Peter Holzer)
    Mir geht es hauptsächlich um Lösungen für die anstehenden Probleme und nicht um Personen. Es wäre aber einen Versuch wert, etwas mehr weibliches Gespür im der Politik zu haben. Nicht das dadurch alles besser wird, aber es besteht zumindest die Chance, das es „anderst“ werden könnte. Das ganze aber wenn möglich ohne Quotenregelung.
  • Kommentar von Jürg Brauchli  (Rondra)
    Schön, wenn so viele Frauen mitmachen wollen. Während es bei den einen Parteien ein ausgewogenes Jekami ist, legen andere Parteien Wert auf Persönlichkeit und Qualifikationen.
  • Kommentar von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
    Frauen machen 50% der Wähler aus, haben also das Potential, 50% Frauen ins Parlament zu wählen. Easy... Quote ist doch Zwängelei.
    1. Antwort von Jürg Brauchli  (Rondra)
      Mit Inanspruchnahme von Quoten beweist man genau das Gegenteil von dem, was gefragt ist.