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Legende: Audio Vor Brexit: Grossbritannien bei Schweizer Touristen hoch im Kurs abspielen. Laufzeit 04:18 Minuten.
04:18 min, aus Espresso vom 12.03.2019.
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Vor dem Brexit Grossbritannien bei Schweizer Touristen hoch im Kurs

Das Wichtigste in Kürze

  • Im britischen Parlament stehen diese Woche weitere Abstimmungen an, ein harter Brexit Ende März ohne Abkommen mit der EU ist weiterhin möglich.
  • Die Reisebranche versucht zu beruhigen: Dank verschiedener Abkommen sollten Schweizer Touristen auch in einem solchen Fall problemlos ihre Ferien in Grossbritannien verbringen können.
  • Dank des angeschlagenen Pfunds sind Reisen nach Grossbritannien trotz Brexit bei Schweizern hoch im Kurs.

Im britischen Parlament stehen diese Woche weitere Abstimmungen zum Brexit an. Möglich ist weiterhin auch ein harter Brexit Ende März, also ein Ausscheiden Grossbritanniens aus der EU ohne ein Abkommen. Was in diesem Fall genau vor Ort passieren würde, ist unklar. Die britische Polizei bereitet sich nach Medienberichten auch auf mögliche Unruhen vor.

Einreise nach Grossbritannien sollte kein Problem sein

Wer eine Reise nach Grossbritannien plant, soll sich jedoch keine Sorgen machen. Grosse Reisebüros und Fluggesellschaften betonen auf Anfrage, sie würden keine Auswirkungen erwarten. Dank einem Luftverkehrsabkommen mit Grossbritannien, welches der Bundesrat im Dezember unterzeichnet hat, seien keine Unregelmässigkeiten im Flugbetrieb zu erwarten, schreibt zum Beispiel die Swiss. Man verzeichne diesbezüglich auch keine Anfragen von Reisenden.

Auch bei der Einreise nach Grossbritannien ändert sich für Schweizer nichts. Nach wie vor genügt es für Touristen, eine Identitätskarte oder einen Reisepass mitzuführen. Lukas Reinhardt vom TCS geht denn auch davon aus, dass der Reiseverkehr zwischen den beiden Staaten auch bei einem harten Brexit reibungslos funktionieren wird. Doch auch er sagt: Wie es genau Ende März in diesem Fall vor Ort aussehen wird, das wisse zurzeit niemand.

Christian Maurer von der Fachzeitschrift «Travel Inside» hatte letzte Woche an einer Tourismusmesse Kontakt mit verschiedenen Vertretern der britischen Reisebranche. Es gehe auch dort niemand davon aus, dass der Brexit den Tourismus stark betreffen werde. Trotzdem sei die Unsicherheit gross, weil zurzeit niemand wisse, wie der Brexit genau vonstattengehen werde.

Nachfrage nach Grossbritannien-Reisen steigt weiterhin

Nicht verunsichern lassen sich offenbar Schweizer Touristen. Das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso» fragt die grössten Schweizer Reisebüros an und keines verzeichnet bisher Stornierungen oder Umbuchungen von Reisen. Im Gegenteil: Hotelplan schreibt zum Beispiel, die Nachfrage nach Grossbritannien-Reisen seien dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen.

Harter Brexit könnte Reisen noch attraktiver machen

Christian Maurer von «Travel Inside» erklärt dies vor allem mit dem Pfund, das seit dem Brexit-Entscheid 2016 an Wert verloren hat. Dadurch sei Grossbritannien für Schweizer preislich attraktiver geworden. Rund eine Million Schweizer besucht pro Jahr das vereinigte Königreich, deutlich mehr als vorher. Es ist zudem davon auszugehen, dass mit einem harten Brexit das Pfund noch mehr unter Druck gerät und Reisen nach Grossbritannien damit noch attraktiver werden.

Infografik Brexit Fahrplan
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6 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Leu (tleu)
    Warum sollten Schweizer wegen des Brexit nicht mehr nach UK in die Ferien gehen? Ist einfach ein schönes Land, mit oder ohne Deal. Und wenn das Pfund noch abwertet, umso günstiger für die Franken- und Euro-Touristen. Win-win, sagt man dem!
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  • Kommentar von Thomas Nigg (tnigg)
    Danke für die Recherchen! Wird neben dem Flugverkehr auch die (viel ökologischere) Zugverbindung mit dem Eurostar voraussichtlich vom Brexit jedweder Ausprägung unbeeinflusst bleiben?
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      Naja, wenn Sie ihre Grossbritannien-Ferien mehrheitlich mit streikbedingtem Warten auf französischen Bahnhöfen verbingen wollen, dann reisen Sie den mit Atom-, bzw. Kohlestrom betriebenen Zug. Als 2kW-ler sollten Sie jedoch das Velo nehmen und über den Kanal Schwimmen. Das hält fit, sind Sie am flexibelsten, am ökologisten und da machen sogar Basler Klimastreik-Gymeler mit.
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    2. Antwort von Redaktion «Espresso»
      Das ist eine schwierige Frage. Zurzeit streiken die französischen Grenzbeamten, um aufzuzeigen, wie die Situation nach dem Brexit sein könnte. Offiziell heisst es, es werde eine Lösung geben – allerdings werden auch lange Schlangen am Zoll befürchtet.
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    3. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @Nigg: Der Eurostar wird weiterhin betrieben, die Infrastruktur zur Grenzkontrolle inkl. der Kontrollen ist ja seit je her vorhanden. Für Schweizer ändert sich bei der Einreise nach GB beim Brexit nichts. Da Sie mit dem Eurostar eh zwei Tage Ihrer Ferien ans Reisen geben müssen, spielen die Grenzkontrollen ja keine Rolle. Massiv schneller und zuverlässiger geht's per Direktflug & Mietwagen. Nach London ab Zürich, Basel, Genf und Bern. EasyJet bietet auch Direktflüge von Basel nach Edinburgh an.
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  • Kommentar von Haller Hans (H.Haller)
    Grossbritannien war als Reiseziel bei den Schweizern immer beliebt und das hat sich sicherlich nicht wegen BREXIT geändert. Letztlich ist das nämlich eine Angelegenheit der Briten und nicht der Schweizer. Zuweilen mutet es schon ein wenig anmassend an, die Briten zu belehren wollen. - Es gilt hier, mit der entsprechenden Zurückhaltung diese Sache zu betrachten. Das dieser Brexit-Fall der Briten gerade bei "EU-Reichs-Beflissenen" aufstossen muss ist natürlich klar.
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