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Tessin: Flächendeckende Grippe-Impfung gegen zweite Corona-Welle
Aus HeuteMorgen vom 07.07.2020.
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Vor zweiter Corona-Welle Das Tessin will eine flächendeckende Grippeimpfung

Der Tessiner Kantonsarzt will möglichst viele Tessinerinnen und Tessiner gegen die normale Grippe impfen, sonst gebe es Chaos.

Der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani plant die Kampagne für die Grippeimpfung. Er will verhindern, dass die Grippewelle und eine weitere Corona-Welle gleichzeitig über die Schweiz, beziehungsweise das Tessin schwappen. «Das wäre höchst problematisch», sagt Merlani.

Erstens sei es bei Patienten mit Husten und Fieber schwierig zu erkennen, ob es um einen Covid- oder einen Grippe-Fall handle. Und zweitens gebe es auch bei der Grippe schwere Verläufe, was auf die Spitalkapazität sowie Intensiv- und Pflegestationsbetten einen Einfluss habe. «Das können wir uns im Winter 2020/21 nicht leisten, wenn dann eine zweite Corona-Welle kommt», warnt Merlani.

Das können wir uns im Winter 2020/21 nicht leisten, wenn dann eine zweite Corona-Welle kommt.
Autor: Giorgio MerlaniTessiner Kantonsarzt

Wenn möglich auch Kinder impfen

Darum wollen die Tessiner Gesundheitsverantwortlichen, dass sich möglichst viele Menschen gegen die Grippe impfen lassen. Konkret heisst das: Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen werden noch gezielter von den Hausärzten für den Nutzen der Grippeimpfung sensibilisiert.

Je nachdem wie viel Impfstoff dem Kanton danach noch zur Verfügung steht, würde man auch versuchen, die jüngeren Kantonsbewohnerinnen und -bewohner für eine Grippeimpfung zu gewinnen. «Vielleicht sogar Kinder», sagt Kantonsarzt Merlani, «weil wir wissen, dass Kinder eine Art Motor in der Ansteckung der Grippe sind – und wenn Kinder weniger anfällig sind, zirkuliert das Virus viel weniger.»

Sieht man, wie die Tessiner mit den Covid-19-Bestimmungen sorgfältig umgehen, kann man davon ausgehen, dass sich viele von ihnen gegen die Grippe impfen lassen werden. Noch grösser wäre die Akzeptanz, wenn die Impfung gratis wäre.

Kantonsarzt Giorgio Merlani
Legende: Kantonsarzt Merlani möchte am liebsten alle Tessinerinnen und Tessiner gegen die Grippe impfen. Keystone

BAG will 25 Prozent impfen

Am liebsten würde der Tessiner Kantonsarzt alle impfen. Das aber geht wegen des fehlenden Grippeimpfstoffs nicht. Merlani bedauert – mit Blick nach Bern –, dass der Bund nicht mehr Impfstoff bestellt hat.

Doch auch von Seiten des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) heisst es, dass man dieses Jahr wegen Covid-19 die Grippe-Impfkampagne verstärke. Ziel sei es, mit den zur Verfügung stehenden Dosen die vulnerablen Personen zu schützen. Der Richtwert der Geimpften beim BAG liegt bei 25 Prozent.

Heute Morgen, 7.7.2020, 6:00 Uhr

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77 Kommentare

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  • Kommentar von Manfred Baumgartner  (BaM)
    Titel "Vor zweiter Corona-Welle - Das Tessin will eine flächendeckende Grippeimpfung".

    1) Die Aussage einer Person ist nicht "das Tessin".

    2) Müsste es nicht heissen "nach erster Welle". Wer weiss schon, ob eine zweite Welle geben wird?
    Nach exakter WHO-Formulierung sind wir jetzt ganz offiziell in der Phase "Zweiter Höhepunkt der ersten Welle". So gelesen auf SRF. (Trotz Corona gibt es eigentlich viel zum Schmunzeln :-))

    3) Ein Impfzwang darf es nie geben.
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  • Kommentar von Daniel Ackermann  (saskilte)
    Impfungen sind wie Medikamente, sie sind nicht 100% Nebenwirkungsfrei. Jeder muss für sich selber abschätzen ob die Risiken den Nutzen rechtfertigen.
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  • Kommentar von Richard Limahcer  (Limi)
    Anstelle einer Impfkampagne fände ich eine Gesundheitskampagne (Ernährungsweise, Bewegung, Zuversicht) wesentlich sinnvoller.
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    1. Antwort von believe or die  (blievordie)
      Bravo!
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    2. Antwort von Hans Peter  (Byron)
      @Limi: 100% mit Ihnen einverstanden. Unser aktuelles Gesundheitssystem basiert aber eher darauf, dass Prävention selbstfinanzierte Privatsache ist, die "Reparatur" des Körpers dann aber von den Prämien- und Steuerzahlern übernommen wird...
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    3. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Richard Limahcer: Kampagnen nützen den Marketinggurus am meisten. Sie kosten viel Geld und bringen nichts. Sie haben ja gerade erst erlebt, dass der Aufruf der Behörden zur "Eigenverantwortung" beim Maskentragen im ÖV Null und Nichts gebracht hat. Deshalb erstaunt es mich, dass sie jetzt schon wieder mit Kampagnen kommen. Das ist doch ziemlich phantasielos.
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    4. Antwort von Richard Limahcer  (Limi)
      @Thomas Leu Ihr Einwand ist einleuchtend. Besser wäre wohl ein Schulfach "gesunde Lebensführung". Davor bräuchte es eine nur der Gesundheit verpflichtete Erforschung der Ernährung. Es ist haarsträubend wie viel Widersprüchliches verbreitet und Wissen aus finanziellen Interessen unterschlagen wird. Im Moment habe ich die These, dass naturbelassene Pflanzenkost der Gesundheit am zuträglichsten ist. Viel Wissen zur verträglichen Zubereitung und Kombination muss wieder erarbeitet werden.
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