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Hermann: «Das Klima ist ein langfristiges Thema»
Aus News-Clip vom 13.11.2020.
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Wahlbarometer Corona schärft das Krisenbewusstsein – das nützt auch dem Klima

In Krisenzeiten verschieben sich die Prioritäten. Das bestätigt das erste Sorgenbarometer der SRG seit Ausbruch der Coronakrise. Und es ist keine Überraschung: Die Bewältigung der aktuellen Krise ist mit Abstand die grösste Sorge der Wählerinnen und Wähler. Dahinter rücken ökonomische Themen in den Vordergrund: die Wirtschaftslage, Arbeitslosigkeit und Lohndruck. In der Krise kommt das Fressen vor der Moral.

Nur die Klimapolitik ist Corona-resistent

Umso überraschender ist auf den ersten Blick, dass die Befragten die fortschreitende Klimakrise nach wie vor für die zweitwichtigste Herausforderung der Schweizer Politik halten. Zuletzt hinter den Krankenkassenprämien, nun an zweiter Stelle hinter der Coronakrise. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise folgen erst an dritter Stelle. Wer vermutet hat, dass das Klima vergessen geht, wenn die Klimajugend nicht mehr jede Woche auf der Strasse protestieren kann, sieht sich jedenfalls getäuscht.

Alle anderen Probleme hat die Coronakrise in den Hintergrund rücken lassen: die Krankenkassenprämien (Platz 5), das Thema Zuwanderung/Ausländer (Platz 7), die Beziehungen zur EU (Platz 10). Die Staatsfinanzen kommen sogar erst auf dem elften Platz – trotz Milliarden-Ausgaben wegen Covid-19. Die Klimakrise jedoch bleibt unverändert auf Platz 2.

Wie ist das zu erklären?

Viele sorgen sich um ihre eigene Gesundheit und jene ihrer Liebsten. Der Bundesrat und die Kantone beschliessen weitreichende Einschränkungen für unser Leben und unsere wirtschaftliche Tätigkeit. Und diese werden von der Bevölkerung grossmehrheitlich mitgetragen. Die da und dort um sich greifende Krisenmüdigkeit wird vom Sorgenbarometer relativiert: 61 Prozent teilen die Sorgen der Politik um die öffentliche Gesundheit in der Covid-Krise.

Akzeptanz für Klimapolitik

Die Coronakrise führt uns tagtäglich unsere Verletzlichkeit gegenüber der Gewalt der Natur vor Augen. Hier ein mikroskopisch kleiner Partikel, der innert kürzester Zeit die halbe Welt lahmgelegt hat – dort ein gewaltiger globaler Prozess, der die Welt schleichend aber nachhaltig zu verändern droht.

Vom neuen Krisenbewusstsein profitiert auch die Klimapolitik. Dies legt das aktuelle Sorgenbarometer nahe. Die Krise schärft den Blick auf das Wesentliche. Die Klimapolitik gehört aus Sicht der Wählerinnen und Wähler weiterhin dazu. Trotz Corona. Oder gerade auch wegen Corona.

Erwin Schmid

Erwin Schmid

Bundeshausredaktor, SRF

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Erwin Schmid ist Bundeshausredaktor von SRF. Er berichtet seit 2001 für das Unternehmen. Er war Korrespondent in Wien und in Barcelona. Zudem berichtete er als Sonderkorrespondent aus Krisen- und Konfliktregionen. Schmid studierte in Zürich und Wien Umweltnaturwissenschaften und Internationale Beziehungen.

Tagesschau, 13.11.2020, 18 Uhr

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26 Kommentare

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  • Kommentar von Matt Frei  (sense against mainstream)
    Das finde ich jetzt etwas gar weit hergeholt! ... da würde noch Ähnliches und vieles in den Sinn kommen.
  • Kommentar von Martin Pfyffer  (coruja)
    Es ist einfach zu erklären: Die Pandemie und der Umgang der Menschen mit der Natur
    ( Erdöl in Atmosphäre, Gifte, Tierquälerei, Zerstörung Lebensräume, etc.) hängen direkt zusammen.
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Es ist sogar sehr unwahrscheinlich das es so ist. Deshalb ist es eben gerade nicht einfach zu erklären. Ein Zusammenhang ergibt sich nur über das Bewusstwerden der Menschen, wie Hr. Herrmann sagte. Einen äusseren Zusammenhang gibt es nicht.
    2. Antwort von Thomas Hanhart  (Thomas63)
      @Beat Reuteler: Ich glaube absolute Aussagen sind in jedem Fall unzutreffend. Immerhin gelangten bisher fast alle problematischen Viren über die Massentierhaltung zu uns Menschen. Gerade erst mussten tausende Nerze in dänischen Zuchtfarmen auf einen Schlag getötet werden, weil sich das Covid-Virus dort ausgebreitet hatte und in eine gefährliche Richtung zu mutieren begann. Also wer da keinen äusseren Zusammenhang erkennen kann, schaut meiner Meinung nach nicht richtig hin.
  • Kommentar von Dominique Klein  (DomKe)
    Krisen und Unsicherheit erzeugen allgemein ein Gefühl zu „back to the roots“. Das kann sich positiv darin zeigen, dass Leute wieder mehr Achtung gegenüber der Natur entwickeln.