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Die Klimakrise beschäftigt – trotz Corona
Aus Tagesschau vom 13.11.2020.
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Wahlumfrage SRG-Wahlbarometer: SVP bleibt in Rücklage, GLP legt weiter zu

  • Ein Jahr nach den eidgenössischen Wahlen zeigt sich die Parteienlandschaft stabil. Das zeigt das neuste SRG-Wahlbarometer.
  • Die SVP bleibt nach Wählerstärken zwar die klar stärkste Kraft, gerät aber leicht in Rücklage und verliert weitere 1.5 Prozentpunkte gegenüber den Wahlen 2019.
  • Die GLP als Wahlsiegerin von 2019 legt um weitere 2 Prozentpunkte zu, die Grünen verlieren dagegen einen Prozentpunkt.

Ein Jahr nach den eidgenössischen Wahlen deutet im SRG-Wahlbarometer nichts auf eine Veränderung der Rangfolge der Parteien hin. Die SVP bleibt gemäss der Umfrage mit 24.1 Prozent Wähleranteil die klar stärkste Kraft, gefolgt von SP, FDP, Grünen, CVP und GLP.

Befragungszeitraum: 23. Oktober bis 2. November 2020 19’620 StimmberechtigteStichprobenfehler: ± 1.3 ProzentpunkteQuelle: sotomo im Auftrag der SRG SSRWähleranteile ParteienWahlabsichten (in Prozent)020406080100GrüneSPGLPEVPBDPCVPFDPSVP24.116.815.112.211.99.82.61.9

Waren die Grünen bei den letztjährigen Wahlen die grossen Gewinner mit einem Zuwachs von 6.1 Prozentpunkten, scheinen sie damit ihr Potenzial vorläufig ausgeschöpft zu haben. Sie verlieren im Wahlbarometer einen Prozentpunkt.

Im Gegensatz dazu kann die andere Gewinnerin von 2019 (+3.2 Prozentpunkte), die GLP, aktuell sogar weitere zwei Prozentpunkte zulegen.

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Warum verliert die SVP weiter, Herr Hermann?
Aus News-Clip vom 13.11.2020.
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Keine Veränderungen zu 2019 zeigt sich bei den Traditionsparteien FDP und SP. Sie können ihre Wähleranteile halten. Auch die Wähleranteile von CVP und BDP zeigen sich kaum verändert. Die BDP verliert 0.5 Prozentpunkte, die CVP gewinnt 0.5. Die SVP, die bei den Wahlen 3.8 Prozentpunkte verloren hat, verliert hingegen weitere 1.5 Prozentpunkte. Das zeigt die Umfrage der Forschungsstelle sotomo im Auftrag der SRG.

Gemäss Politikwissenschaftler Michael Hermann dürfte der erneute Verlust der SVP darauf zurückzuführen sein, dass das Thema Zuwanderung selbst bei der SVP-Basis an Stellenwert verloren hat. «Nur 45 Prozent der SVP-Wähler sagen, die Zuwanderung sei eines der wichtigsten Themen. Wenn aber dieses Zugpferd für die SVP nicht mehr zieht, dann ist es für diese Partei schwierig zu mobilisieren.»

Befragungszeitraum: 23. Oktober bis 2. November 2020 19’620 StimmberechtigteStichprobenfehler: ± 1.3 ProzentpunkteQuelle: sotomo im Auftrag der SRG SSRGewinne und VerlusteIm Vergleich zu den Nationalratswahlen 2019 (in Prozent, auf 0.5 Prozent gerundet)020406080100GrüneSPGLPEVPBDPCVPFDPSVP-1.50-10.50.52-0.50

Covid-19 als wichtigste Herausforderung

Wenig überraschend wird derzeit Covid-19 von den Befragten als wichtigste politische Herausforderung gesehen. 61 Prozent der Stimmberechtigten zählen die Bekämpfung der Pandemie zu den Top-3-Prioritäten der Politik. Das dominierende Thema der Wahlen 2019, der Klimawandel, bleibt trotz Coronakrise als zweitwichtigste Herausforderung sehr präsent. Auf Platz drei und vier folgen aber mit Wirtschaft und Arbeitslosigkeit zwei Themen, die direkt mit der Pandemie zusammenhängen.

Die Pandemie hat hier also klar zu starken Verschiebungen in der Problemwahrnehmung der Stimmberechtigten geführt. Die Wirtschaft und die Arbeitslosigkeit etwa werden von fast dreimal so vielen Befragten als wichtigste Herausforderung genannt, wie vor einem Jahr.

Praktisch alle anderen Themenfelder haben hingegen sehr deutlich an Dringlichkeit eingebüsst. So wird zum Beispiel Zuwanderung nur noch von 16 Prozent als wichtige Herausforderung genannt (Vorjahr 26 Prozent), gute Beziehungen zur EU gar nur noch von 13 Prozent (Vorjahr 34 Prozent).

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Michael Hermann: «Mittelfristig wird das Konsequenzen haben»
Aus News-Clip vom 13.11.2020.
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Durch die Coronakrise werden also wirtschaftliche Fragen ungleich höher gewichtet. Diese veränderte Problemwahrnehmung hatte jedoch bisher offensichtlich wenig Auswirkungen auf die Wahlabsichten. Gemäss Michael Hermann ist das normal: «Es ist sehr typisch, dass es eine Weile dauert, bis sich eine veränderte Problemwahrnehmung auf die Parteisympathien auswirkt.» Wenn aber mit Covid-19 weiterhin vor allem Wirtschaftsthemen wichtig bleiben, sei damit zu rechnen, dass Parteien mit ausgewiesener Wirtschaftskompetenz profitieren würden.

Datenerhebung und Methode

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Stichprobe

Die Datenerhebung zur fünften Befragung des SRG Wahlbarometers wurde im Auftrag der SRG von der Forschungsstelle sotomo im Zuge der Erhebung zum 5. SRG Corona-Monitor zwischen dem 23. Oktober und dem 2. November 2020 durchgeführt. Die Grundgesamtheit der Befragung bildet die stimm- und wahlberechtigte Bevölkerung der Schweiz ab 18 Jahren. Die Befragung erfolgte online. Die Rekrutierung der Befragten fand einerseits über die Webportale von SRG SSR, andererseits via Online-Panel von sotomo statt. Nach der Bereinigung und Kontrolle der Daten konnten die Angaben von 19’620 Personen für die Auswertung verwendet werden (Deutschschweiz: 13‘804, Romandie: 4968, italienische Schweiz: 848).

Repräsentative Gewichtung

Da sich die Teilnehmenden der Umfrage selber rekrutieren (opt-in), ist die Zusammensetzung der Stichprobe nicht repräsentativ für die Grundgesamtheit. Den Verzerrungen in der Stichprobe wird mittels statistischer Gewichtungsverfahren entgegengewirkt. Es werden räumliche (Wohnort), soziodemographische (Alter, Geschlecht, Bildung, Haushaltsform) und politische Gewichtungskriterien (Parteipräferenz) beigezogen. Durch die Gewichtung wird eine hohe Repräsentativität für die Schweizer Bevölkerung erzielt. Der Stichprobenfehler, wie er für Zufallsstichproben berechnet wird, lässt sich nicht direkt auf gewichtete opt-in Umfragen übertragen. Die Repräsentativität dieser Befragung ist jedoch vergleichbar mit einer Zufallsstichprobe mit einem Stichprobenfehler von +/-1.3 Prozentpunkten (für 50 Prozentanteil und 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit).

SRF 4 News, 12.11.2020, 17.00 Uhr;

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30 Kommentare

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  • Kommentar von robert mathis  (veritas)
    John Livers richtig ist wie Frau Gross sagt es sind Beide unterwegs der Papa mit dem EVelo und die Mama mir der Familie im Auto so sieht die Realität aus Sie müssen sich nur umsehen auf der Strasse es ist kein entweder oder es ist ein sowohl als auch......
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  • Kommentar von Roland Barth  (Roba)
    Hört doch endlich auf mit diesen Umfragen.
    Die nächsten Wahlen kommen und das Resultat, wer, was, wir sehen wir nach den Wahlen.
    Einiges schneller als in de USA
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    1. Antwort von Christoph Stadler  (stachri)
      Stimmt, diese Umfragen nerven nur!
      Man möge mir eine Umfrage nennen, die nicht mehrmals berichtigt werden musste – und dann trotzdem falsch lag.
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Interessant, dass die Grünen um 1% verloren haben und diese wohl zur GLP übergelaufen sind. Aufgefallen ist mir auch: Die Linke kann froh sein, dass die Bürgerlichen zerstritten sind, weil die hätten eine glatte Mehrheit von 53% und dies ohne Splitterparteien wie EVP, EDU ua.: SVP = 24.1%, FDP =15.1%, CVP=11.9% und BDP= 1.9%) . Aber gut so, dies zeichnet die Stabilität unseres Landes aus.
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    1. Antwort von Aurel Specker  (Auspec)
      Interessant wie Sie die Bürgerlichen inkl. CVP und BDP zusammenrechnen. Obwohl diese ganz klar Mitte bis Mittelinks sind.

      Nein, eigentlich ist die Mehrheitsverteilung Blockmässig relativ gut:
      39.2% Rechts (SVP, FDP)
      23.6% Mitte/Mittelinks (GLP, CVP, BDP)
      29% Links (Grüne, SP)

      Mit so einer breiten Verteilung macht man Kompromisse, welche auf den Schultern aller getragen werden.
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    2. Antwort von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
      @Specker: Uiui, lieber Herr Specker. Sagen Sie einmal Gerhard Pfister, Martin Landolt und Jürg Grossen sie seien Präsident einer nichtbürgerlichen Partei. Die würden nicht in rosa antworten!
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