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Wahlen 2019: Buhlen um Stimmen der Auslandschweizer
Aus Tagesschau vom 23.07.2019.
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Buhlen um die fünfte Schweiz Mit Auslandschweizer-Kandidaten auf Stimmenfang

SP und SVP schicken spezielle Auslandschweizer-Listen ins Nationalratsrennen. Dabei geht es auch um Wahltaktik.

Die Wahl des ehemaligen Schweizer Diplomaten Tim Guldimann in den Nationalrat sorgte vor vier Jahren für Schlagzeilen. Immerhin war der in Berlin lebende Ex-Botschafter der erste, der es als Auslandschweizer in dieses Amt schaffte.

Im Winter 2018 war Guldimann bereits wieder zurückgetreten. Grund: Er habe gemerkt, dass man nicht an einem Ort leben und am anderen Ort politisieren kann, erklärte er damals.

Gegenüber SRF präzisiert Guldimann, sein persönlicher Entscheid ändere nichts daran, dass er es begrüsse, wenn Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer für den Nationalrat kandidieren.

Gegen 800'000 Schweizerinnen und Schweizer leben im Ausland, etwa 180'000 von ihnen wählen oder stimmen regelmässig. Das sind in etwa so viele Stimmberechtigte wie im Kanton Thurgau leben.

Bessere Bankdienstleistungen und soziale Sicherheit

Die SP schickt dieses Jahr 31 im Ausland lebende Kandidatinnen und Kandidaten ins Rennen, meist auf eigenen Listen. In Bern hat die SP International am Dienstag ihren Wahlkampf gestartet.

Christine Löhrer kandidiert in ihrer früheren Heimat, im Kanton Bern, auf der Liste der SP International. Die pensionierte Juristin lebt seit eineinhalb Jahren in Palma de Mallorca, der Hauptstadt der spanischen Ferieninsel Mallorca.

«Auslandschweizer sind in vielen Fragen benachteiligt», sagt sie gegenüber SRF. Zum Beispiel, wenn es um den Zugang zu Bankdienstleistungen oder die soziale Absicherung im Alter gehe.

«Wir wollen unsere Stimmenzahl vergrössern»

Neben der SP engagiert sich auch die SVP für die Auslandschweizer. In sechs Kantonen wird die SVP International mit eigenen Kandidatinnen und Kandidaten antreten. Unter anderem im Kanton Graubünden mit einer eigenen Liste.

Der Bündner SVP-Präsident und Nationalrat Heinz Brand macht keinen Hehl daraus, dass es dabei auch um Wahltaktik geht. «Natürlich versuchen wir mit Kandidaten, die explizit Auslandschweizer ansprechen, unsere Stimmenzahl insgesamt zu vergrössern.»

Schon 2015 hatte die Bündner SVP Erfolg mit dieser Strategie. Die Liste der SVP International erzielte zwar lediglich etwas mehr als 3000 Stimmen. Doch ohne diese Stimmen, die dank Listenverbindungen auch den SVP-Hauptlisten zugutekamen, hätte die SVP keinen zweiten Nationalratssitz gewonnen und Magdalena Martullo-Blocher die Wahl nicht geschafft.

Die Bündner SVP setzt im Herbst übrigens nicht nur auf «echte» Auslandschweizer. Spitzenkandidat auf der Liste SVP International ist wie schon 2015 der ehemalige Skirennfahrer Paul Accola. Sein Auslandbezug laut SVP Graubünden: Als Profisportler habe er die Schweiz während 18 Jahren im Ausland vertreten.

FDP und CVP machen nicht mit

Die FDP International verzichtet auf gezielte Auslandschweizer-Kandidaturen wie SP und SVP. Präsident Roger Kölbener kritisiert, dass es die anderen Parteien einfach auf willkommene Zusatzstimmen abgesehen hätten. «Die Kandidatinnen und Kandidaten aus dem Ausland haben in den allermeisten Fällen praktisch keine Wahlchance.»

Die FDP International empfiehlt ihren Mitgliedern deshalb, aussichtsreiche FDP-Vertreter und -Vertreterinnen zu wählen, die sich explizit für die Anliegen der Auslandschweizer einsetzen. Auch die CVP plant keine Offensive mit Auslandschweizer-Listen.

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28 Kommentare

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  • Kommentar von S. Borel  (Vidocq)
    Schweizer(innen), die im Ausland leben, haben im Parlament nichts verloren.
    1. Antwort von M. Fretz  (MFretz)
      Doch!
  • Kommentar von Margot Helmers  (Margot Helmers)
    Gemäss BfS sind 72,5 % der Auslandschweizer Doppelbürger. Diese dürfen wählen, aber an den Folgen / Kosten müssen sie nicht partizipieren. Wer zahlt - der bestimmt. EL für die im Ausland lebenden 800'000 SchweizerInnen könnte für die Inländer in der Schweiz in die Milliarden gehen.
  • Kommentar von Martin Meier  (M.Meier)
    Man stelle sich die CO2 Bilanz eines solchen Verteters vor, und die SP, die ja grün sein will, unterstützt sogar noch solche Kandidaten. Schon ziemlich ironisch das Ganze.
    1. Antwort von marlene Zelger  (Marlene Zelger)
      Die SP war noch nie glaubwürdig. DIE Umweltpartei unterstützte schon die CO2-belastende Personenfreizügigkeit und jetzt noch das. Keine Stimme für die SP.