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Das erwartet uns im Wahlkampf 2019
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Wahlen 2019 So wollen die Aargauer und Solothurner Parteien punkten

Telefonanrufe? Tür-zu-Tür-Kampagne? Eine Umfrage zeigt, worauf die Parteien in ihrem Wahlkampf setzen wollen.

Wie gewinnt man Wahlen? Am Wichtigsten sind noch immer die Inhalte, darin sind sich die Aargauer und Solothurner Parteien einig. Trotzdem: Auch das beste Parteiprogramm bringt nichts, wenn es keiner kennt. Für die Parteien ist es daher besonders in einem Wahljahr zentral, dass sie ihre Inhalte an die Wählerin und den Wähler bringen und dass diese dann auch tatsächlich an die Urne gehen. Doch wie mobilisieren?

SVP: Seine Partei setze primär auf Themenwahlkampf, betont Thomas Burgherr, Präsident der Aargauer SVP. Man werde das Gespräch mit den Menschen suchen, indem man sie mit Standaktionen oder an Bahnhöfen direkt anspreche. Auch eine Telefonkampagne, bei der potentielle Wähler angerufen werden, fasst die SVP dieses Jahr zum ersten Mal ins Auge. Beschlossen sei dies aber noch nicht. Burgherr sagt weiter: «Wir werden unseren Wahlkampf auch über die klassischen und die sozialen Medien führen.»

SP: Inserate, Flyer, Werbevideos – Wahlkampf ist teuer. Die anderen Parteien hätten zwar mehr Geld für den Wahlkampf zur Verfügung, dafür habe die SP mehr Menschen, sagt die Präsidentin der Solothurner Sozialdemokraten, Franziska Roth. Und diese Menschen, welche sich für die Partei engagieren, würden in erster Linie im direkten Gespräch mögliche Wählerinnen und Wähler überzeugen und so für die Wahlen mobilisieren. Dies mit Standaktionen, via Telefonkampagne oder auch direkt an der Haustüre, so Roth.

Bundeshaus im Schnee.
Legende: Hier wollen sie alle hin: Das Bundeshaus in Bern. Keystone

FDP: Die Freisinnigen starten eine «Door-to-Door»-Kampagne. «Wir gehen gezielt auf Leute zu, die uns wählen könnten», sagt Lukas Pfisterer, Präsident der Aargauer FDP. Man habe Daten anhand von Umfragen und Facebook-Einträgen erhoben. So muss die Partei nicht einfach nach dem Zufallsprinzip an Türen klingeln. Natürlich werde die FDP ebenfalls mit klassischen Instrumenten werben, wie Inseraten, Standaktionen oder auf Social Media, so Pfisterer.

CVP: Mit Telefonkampagnen, Standaktionen und weiteren Veranstaltungen will die CVP in diesem Herbst ihre Wählerinnen und Wähler an die Urne bringen. Neu gibt es bei der CVP eine Botschafter-Kampagne für die Sozialen Medien. Die Solothurner CVP-Präsidentin Sandra Kolly sagt: «Es handelt sich dabei um Leute, die den Umgang mit Sozialen Medien beherrschen und auf diese Weise ein möglichst breites Publikum ansprechen.» So wolle die CVP vermehrt auch junge Wählerinnen und Wähler für sich gewinnen, sagt Kolly.

Grüne: Zum ersten Mal werden die Grünen im Kanton Aargau in diesem Jahr in manchen Bezirken ebenfalls Telefonkampagnen durchführen, also potentielle Wählerinnen und Wähler direkt anrufen. Das sagt Parteipräsident Daniel Hölzle. Darüber hinaus wollen die Grünen mit den Menschen ins Gespräch kommen, indem sie Podien veranstalten und Standaktionen durchführen. Die Jungen werde man über Social Media ansprechen, sagt Daniel Hölzle. «Dort sind wir anderen Parteien voraus.»

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Mann mit Brille im Porträt
Legende:Daniel Heller ist Spezialist für politische Kampagnen und ehemaliger FDP-PolitikerZVG/Farner

SRF News: Daniel Heller, was gehört heute alles zu einem guten Wahlkampf?

Daniel Heller: Jeder gute Wahlkampf basiert auf zwei Säulen. Das eine ist das Schwergewicht, das die Partei vertritt. Das andere sind die Köpfe, die sich mit den Themen identifizieren. Das Thema, welches die Wahlkämpfer wählen, muss kohärent sein mit den Grundüberzeugungen, welche die Partei vertritt. Die Grundüberzeugungen sollten deckungsgleich mit den wichtigsten Sorgen der Bevölkerung sein.

Muss denn eine Partei je ein Thema beackern oder mehrere?

Wir wissen heute relativ genau, welche Themen die Bevölkerung beschäftigen: Gesundheit, Migration und Altersvorsorge. Zu all diesen Themen haben die meisten grossen Parteien Aussagen parat. Nur auf ein Thema fokussiert sind eher die kleineren Parteien, zum Beispiel die Grünen oder Grünliberalen, die sich im Umweltschutzbereich profilieren.

Wie verkaufen die Parteien heute ihre Köpfe und Themen? Früher brauchte es einfach ein paar Flyer und Plakate. Reicht das heute noch?

Die meisten Wähler sind 60 bis 70 Jahre alt. Viele davon könne über die klassischen Kanäle abgeholt werden. Die Jungen leben hingegen in der digitalen Welt. Die sind über das Bewegtbild oder über Social Media ansprechbar. Ein Kandidat, der einen guten Wahlkampf machen will, muss alle Kanäle bespielen können.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Hat eigentlich ziemlich lange gedauert bis die Parteien in der Schweiz gemerkt haben, dass mit dem direkten Ansprechen der Stimmberechtigten via Telefon oder Hausbesuch am meisten neue Wählende gewonnen werden können.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen