Zum Inhalt springen

Header

Audio
Es brauche beim Klimaschutz auch Verbote, sagt Ruedi Noser im Interview
abspielen. Laufzeit 14:36 Minuten.
Inhalt

Zürcher Ständeratswahl Ruedi Noser: «Die Schweizer werden immer mehr fliegen als andere»

Vor vier Jahren wurde Ruedi Noser (FDP) im zweiten Wahlgang zum Ständerat gewählt. Auch dieses Jahr muss der 58-Jährige mit einem zweiten Wahlgang rechnen: Noser gilt zwar als markanter und einflussreicher Politiker in Bern, als Freisinniger mit einem grünen Flair. Doch links-grüne Konkurrentinnen wie Marionna Schlatter (Grüne) und Tiana Moser (Grünliberale) könnten seine Wiederwahl gefährden. Auf der rechten Seite wiederum muss er sich gegen Roger Köppel (SVP) behaupten.

Ruedi Noser

Ruedi Noser

Ständerat (FDP/ZH)

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Ruedi Noser sitzt seit 2015 für die Zürcher FDP im Ständerat. Davor war der Unternehmer zwölf Jahre lang Nationalrat. Er präsidert derzeit die ständerätliche Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur.

SRF: Sie standen Ende Januar schlagartig als grüner Freisinniger in der Öffentlichkeit. Damals wurde die Gletscherinitiative lanciert. Sie fordert null Emmissionen bis 2050. Ist es Wahlkampftaktik, dass Sie im Komitee sind?

Ruedi Noser: Ich habe die Gletscherinitative mit einigen Formulierungen mitgeprägt. Bis auf einen Satz handelt es sich dabei um eine sehr liberale Initiative. Rund 70 Prozent der Freisinnigen unterstützen sie, und auch vom Bundesrat wird die Initiative mehrheitlich befürwortet. Mein Engagement bedeutet mir deshalb viel. Unsere Gletscher liegen mir am Herzen: Wenn das «Vrenelisgärtli» keinen Schnee mehr hat, schmerzt mich das auch in Zürich.

In der Umweltkommission des Ständerates haben Sie das CO2-Gesetz verschärft, das bald in den Rat kommt. Eine Flugticketabgabe zwischen 30 und 120 Franken ist vorgesehen. Ist das ausreichend?

Ob es ausreichend ist, kann niemand sagen. Aber mit dem Gesetz legen wir für die nächsten zehn Jahre einen Kurs fest. Wir haben so noch alle Möglichkeiten, das Pariser Ziel mit der C02-Neutralität 2050 zu erreichen. Mit dem Vorschlag des Bundesrates hätte man dies nur ungefähr erreicht. Wir haben einen richtigen Schritt gemacht.

Zürcher Ständeratswahlen 2019: Das Podium

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Am 20. Oktober wählt der Kanton Zürich zwei Ständeräte. Die Bisherigen treten nochmals an:

  • Daniel Jositsch/SP
  • Ruedi Noser/FDP

Sie müssen sich aber harter Konkurrenz stellen. Sie werden herausgefordert von:

  • Roger Köppel/SVP
  • Tiana Moser/GLP
  • Marionna Schlatter/GP
  • Nicole Barandun/CVP
  • Nik Gugger/EVP

Für was treten die Kandidatinnen und Kandidaten ein? Wo wollen sie den Kanton Zürich vorwärts bringen? Und welche Chancen räumen sie sich ein?

Diesen Fragen geht das Wahlpodium des Regionaljournals Zürich Schaffhausen von Radio SRF und des «Landboten» nach.

Alle Kandidatinnen und Kandidaten der Parteien debattieren am Dienstag, 17. September live in der «Alten Kaserne» in Winterthur. Türöffnung ist um 19:00 Uhr, die Wahldebatte wird ab 19:30 Uhr auf SRF 4 News übertragen.

Moderation: Benjamin Geiger (Landbote) und Katrin Hug (Radio SRF)

Aber mit 30 Franken für einen Europaflug, mit 120 Franken für einen Langstreckenflug bringen Sie die schweizweiten Passagierzahlen doch nicht runter?

Das soll auch nicht das Ziel sein. Wir leben in einer multikulturellen Welt, 30 Prozent Ausländer leben bei uns. Die Schweizer werden immer mehr fliegen als andere. Denn wir haben Familie im Ausland oder studieren in anderen Ländern. Glücklicherweise ist Vietnam der Jugend heute nicht unbekannt. Es wäre falsch, zu denken, die Welt löse gemeinsam Probleme und man dürfe sich nicht mehr gegenseitig besuchen. Es braucht eine C02-neutrale Welt. Menschen in nationalen Grenzen einzusperren, ist keine Lösung.

Was wäre das wichtigste Ziel für Sie, sollten Sie wiedergewählt werden?

Ich möchte, dass wir bei der Altersvorsorge einen tragfähigen Kompromiss finden. So wie er bei der Unternehmensbesteuerung, bei der AHV-Finanzierung und jetzt beim CO2-Gesetz zustande gekommen ist. Wir brauchen einen Kompromiss, hinter dem nicht nur zwei, sondern mindestens drei Parteien stehen. Es muss eine Lösung sein, die man gemeinsam der Bevölkerung präsentieren kann und von ihr mit gutem Mut bejaht wird.

Ein Einblick, wie sich Ruedi Noser positioniert.
Legende: SMARTVOTE
Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

9 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von R. Sommerhalder  (rso)
    Frankreich hat eine Flugticketabgabe von EUR 18 für Langstreckenflüge ab nächsten Jahr beschlossen. Die Umweltkommission des Ständerates möchte in der Schweiz eine Flugticketabgabe für Langstreckenflüge von CHF 120 einführen. Ein Flugticketabgabe müsste Europaweit vereinheitlicht werden. Bin überrascht, dass die Umweltkommission des Ständerates betr. Höhe der Flugticketabgabe einen "europäischen Alleingang" der Schweiz veranlassen will.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Rolf Bolliger  (jolanda)
    Nein, Herr Noser "wir Schweizer" werden nicht mehr fliegen, als es in anderen Staaten und Länder der Fall sei. Ich, zum Beispiel, fliege seit vielen Jahren nicht mehr, bin aber kein "Grüner", sondern ein einfacher Bürger, der im Oktober wieder bürgerliche Volksvertreter wählt, denen ebenfalls noch andere Werte wichtiger sind, als laufend in der Welt herum zu fliegen! Zweitens: Sie geben ja zu, dass die bei uns lebenden 30% Ausländer(innen) eben viel heimfliegen (und sagen stolz: Wir SCHWEIZER!)
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Mit Geld-Sanktionen, ändert sich auch weiterhin nichts, da damit die wohlhabende Gesellschaft in der Schweiz nicht betroffen ist! Es braucht von Bundesrat und Parlament, dem gesamten Verwaltungsapparat der Schweiz, endlich Einsicht zur Umsicht und klaren Verhaltensänderungen aller Menschen im Land.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Hans Haller  (panasawan)
      Es geht nicht darum etwas zu ändern so es das Klima betrifft, sondern es geht darum einen "Ablasshandel" zu installieren. - Meine Meinung: Warum sollten man diesen Oeko-Besorgten nicht in die Tasche greifen. Die drängen das uns allen ja auf. - Also Zupacken und kassieren ist angesagt, bevor die das Merken. Mit der Dummheit kann man Profit machen. Das war immer schon so.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      @Casagrande
      Das Problem, dem wir uns gegenübersehen, lässt sich gut an meiner Nachbarin und ihrer Tochter darstellen. Beide befürworten die Klimabewegung sehr. Allerdings sehen Sie sich nicht in der Lage ihr eigenen Verhalten (mehrere Fernreisen mit Flugzeug pro Jahr, SUV usw.) zu korrigieren. Befürwortet wird aber ein rigoroses Einschreiten gegen die Klimasünden anderer ... Mit einer derartigen Denkweise kommen wir nicht sehr weit, wenn wir uns mit dem Problem nicht arrangieren wollen!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen