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Wahlen Stadt Freiburg Bürgerliche Allianz greift linke Hochburg an

Am 8. März werden in der Stadt Freiburg Gemeinderegierung und Parlament neu gewählt. Ein Überblick.

Die Ausgangslage: Freiburg gehört zu den linksten Städten der Schweiz. Die fünfköpfige Stadtregierung, der Gemeinderat, besteht aus zwei SP-Mitgliedern, einer Grünen und einem Mann der Mitte-Links-Partei (ehemals CSP). Den fünften Sitz besetzt die Mitte-Partei. FDP und SVP sind nicht vertreten. Im Stadtparlament, dem Generalrat, verfügt Rot-Grün über 51 der 80 Sitze.

Die Pläne der Bisherigen: Zwei Gemeinderäte treten bei der Wahl nicht mehr an: Thierry Steiert, der Stadtpräsident von der SP, der mit 63 Jahren und nach 15 Jahren in der Stadtregierung in Richtung Pensionierung steuert – sowie sein Vize von der Mitte-Partei, Laurent Dietrich – er hat schon bei seinem Amtsantritt 2016 angekündet, dass er nur zehn Jahre beziehungsweise zwei Legislaturen machen will. Elias Moussa (SP), Mirjam Ballmer (Grüne) und Pierre-Olivier Nobs (Mitte-Links) treten für eine weitere Legislatur an.

Wer sonst noch antritt: Die drei Bisherigen treten jeweils auf einer eigenen Liste ihrer Partei mit vier weiteren Kandidatinnen und Kandidaten an. Dazu kommt eine gemeinsame Liste der bürgerlichen Parteien Mitte, FDP und SVP mit fünf Kandidierenden, eine Fünferliste der GLP und eine Liste der Künstlerpartei mit nur einem Kandidaten. Insgesamt treten für die Stadtregierung also 26 Kandidierende an – darunter vierzehn Frauen.

Gemeinderatswahl: 26 Kandidierende auf 6 Listen

Die Ziele der Parteien: Alle Parteien der linken Seite wollen mindestens ihre Sitze verteidigen. Das heisst die SP zwei, Grüne und Mitte-Links je einen. Auf der bürgerlichen Seite wollen die drei Parteien dank ihrer gemeinsamen Liste mindestens einen zweiten Sitz in der Stadtregierung zurückerobern. Diesen hatte die FDP vor fünf Jahren verloren. GLP und Künstlerpartei wollen ebenfalls je einen Sitz.

Darum geht es in den Deutschfreiburger Gemeinden

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Am 8. März stehen in den meisten Freiburger Gemeinden Gesamterneuerungswahlen an. Ein Überblick über die wichtigsten Gemeinden:

In Tafers, dem Hauptort des Sensebezirks, wird zum ersten Mal ein Generalrat gewählt, der die Gemeindeversammlung ersetzt. Für 50 Sitze kandidieren 153 Personen. Im Gemeinderat kandidieren fünf der neun Bisherigen erneut.

In Murten, dem Hauptort des Seebezirks, treten alle sieben bisherigen Gemeinderätinnen und Gemeinderäte erneut an. Unter den insgesamt 23 Kandidierenden auf vier Listen sind zehn Frauen.

Im Gemeinderat von Düdingen zeichnet sich dagegen ein Umbruch ab: Nur drei der sieben Bisherigen kandidieren erneut. Zur Wahl stellen sich acht Frauen und vierzehn Männer.

In rund der Hälfte aller Gemeinden in den deutschsprachigen Bezirken See und Sense gibt es genau so viele Kandidierende wie Sitze. Eine stille Wahl gibt es nicht, es sind mit dieser Ausgangslage grundsätzlich alle volljährigen Bürgerinnen und Bürger wählbar. Ein Amtszwang besteht im Kanton Freiburg aber nicht.

Ein Novum gab es in der Sensler Gemeinde Plasselb: Dort wurde gar keine offizielle Kandidatur eingereicht. Einige Bisherige dürften aber weitermachen. Die Gemeinde will mit den Wahlunterlagen eine Wahlempfehlung veröffentlichen.

So könnte es herauskommen: Eine Prognose ist schwierig. Aber die Strategie der Bürgerlichen, in diesem Jahr eine gemeinsame Liste aufzustellen, könnte aufgehen: Nimmt man die Resultate der letzten Wahlen, dann hätten Mitte, FDP und SVP einen zweiten Sitz geholt, wenn sie schon damals zusammen angetreten wären. Sollte das dieses Jahr gelingen, stellt sich die Frage, wer verliert? Die Grünen sitzen ziemlich fest im Sattel, das dürfte sich deshalb zwischen dem zweiten Sitz der SP und dem einen von Mitte-Links entscheiden. GLP und Künstlerpartei haben höchstens Aussenseiterchancen.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 4. Februar 2026, 17:30 Uhr;liea

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