Die Ausgangslage: Freiburg gehört zu den linksten Städten der Schweiz. Die fünfköpfige Stadtregierung, der Gemeinderat, besteht aus zwei SP-Mitgliedern, einer Grünen und einem Mann der Mitte-Links-Partei (ehemals CSP). Den fünften Sitz besetzt die Mitte-Partei. FDP und SVP sind nicht vertreten. Im Stadtparlament, dem Generalrat, verfügt Rot-Grün über 51 der 80 Sitze.
Die Pläne der Bisherigen: Zwei Gemeinderäte treten bei der Wahl nicht mehr an: Thierry Steiert, der Stadtpräsident von der SP, der mit 63 Jahren und nach 15 Jahren in der Stadtregierung in Richtung Pensionierung steuert – sowie sein Vize von der Mitte-Partei, Laurent Dietrich – er hat schon bei seinem Amtsantritt 2016 angekündet, dass er nur zehn Jahre beziehungsweise zwei Legislaturen machen will. Elias Moussa (SP), Mirjam Ballmer (Grüne) und Pierre-Olivier Nobs (Mitte-Links) treten für eine weitere Legislatur an.
Wer sonst noch antritt: Die drei Bisherigen treten jeweils auf einer eigenen Liste ihrer Partei mit vier weiteren Kandidatinnen und Kandidaten an. Dazu kommt eine gemeinsame Liste der bürgerlichen Parteien Mitte, FDP und SVP mit fünf Kandidierenden, eine Fünferliste der GLP und eine Liste der Künstlerpartei mit nur einem Kandidaten. Insgesamt treten für die Stadtregierung also 26 Kandidierende an – darunter vierzehn Frauen.
Gemeinderatswahl: 26 Kandidierende auf 6 Listen
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Bild 1 von 6. Liste 1: L'Entente (Mitte, FDP, SVP). Océane Gex, David Krienbühl, Isabelle Sob, David Papaux, Simon Murith (v.l.n.r.). Bildquelle: L'Entente Fribourgeoise.
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Bild 2 von 6. Liste 2: Sozialdemokratische Partei. Marc Vonlanthen, Marine Jordan, Elias Moussa, Sophie Delaloye, Thomas Gremaud (v.l.n.r.). Bildquelle: SP Freiburg.
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Bild 3 von 6. Liste 4: Mitte-Links. Vincent Pfister, Marie-Claire Rey-Baeriswyl, Pierre-Olivier Nobs, Isabelle Truong, Gérald Collaud (v.l.n.r.). Bildquelle: Mitte-Links Freiburg.
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Bild 4 von 6. Liste 6: Grünliberale. Ana Fontes Martins, Mathias Rossi, Caroline Revaz, Fabienne Etter, Leonardo Gomez Mariaca (v.l.n.r.). Bildquelle: Keystone.
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Bild 5 von 6. Liste 7: Grüne und Junge Grüne. Margot Chauderna, Liliane Galley, Mirjam Ballmer, Valentine Mauron, Josée Cattin Kuster (v.l.n.r). Bildquelle: Grüne Freiburg/Francesco Ragusa.
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Bild 6 von 6. Liste 9: Partei-Klub der Künstler. Claudio Rugo kandidiert alleine auf einer Liste. Bildquelle: Künstlerpartei.
Die Ziele der Parteien: Alle Parteien der linken Seite wollen mindestens ihre Sitze verteidigen. Das heisst die SP zwei, Grüne und Mitte-Links je einen. Auf der bürgerlichen Seite wollen die drei Parteien dank ihrer gemeinsamen Liste mindestens einen zweiten Sitz in der Stadtregierung zurückerobern. Diesen hatte die FDP vor fünf Jahren verloren. GLP und Künstlerpartei wollen ebenfalls je einen Sitz.
So könnte es herauskommen: Eine Prognose ist schwierig. Aber die Strategie der Bürgerlichen, in diesem Jahr eine gemeinsame Liste aufzustellen, könnte aufgehen: Nimmt man die Resultate der letzten Wahlen, dann hätten Mitte, FDP und SVP einen zweiten Sitz geholt, wenn sie schon damals zusammen angetreten wären. Sollte das dieses Jahr gelingen, stellt sich die Frage, wer verliert? Die Grünen sitzen ziemlich fest im Sattel, das dürfte sich deshalb zwischen dem zweiten Sitz der SP und dem einen von Mitte-Links entscheiden. GLP und Künstlerpartei haben höchstens Aussenseiterchancen.