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Legende: Audio Schweizer Luftwaffe kämpf mit Kampfjet-Problemen abspielen. Laufzeit 01:53 Minuten.
01:53 min, aus HeuteMorgen vom 04.04.2019.
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Wartungsarbeiten bei Kampfjets Schweizer Luftwaffe fliegt am Limit

Nur rund ein Drittel der Schweizer F/A-18-Kampfjets ist zurzeit flugfähig. Die Luftwaffe reduziert daher Pilotentrainings und Übungen im Ausland.

Grund für die reduzierte Verfügbarkeit der F/A-18-Kampfjets ist das laufende Update der Jets, bei dem der Rüstungskonzern Ruag auf technische Probleme stösst, wie die Armee diese Woche informiert hatte. Dadurch entstehen auch Kapazitätsengpässe bei der routinemässigen Wartung der Jets.

Jene Probleme haben nun konkrete Folgen: Anfang Woche waren gerade einmal zehn von dreissig F/A-18-Kampfjets der Schweizer Luftwaffe einsatzbereit. Von jenen zehn Jets sind zwei reserviert für den täglichen Luftpolizei-Dienst. Vier Flugzeuge befinden sich zudem zurzeit für Übungsflüge in Holland. Reserven gibt es demnach kaum.

Wir reduzieren das Training der erfahrenen Piloten.
Autor: Bernhard MüllerKommandant Luftwaffe

Luftwaffenchef Bernhard Müller reagiert daher mit Sofortmassnahmen. Er hat Übungen im Ausland reduziert und die Pilotentrainings eingeschränkt: «Wir reduzieren das Training der erfahrenen Piloten», sagt Müller. Auf die Grundausbildung oder Weiterausbildung wolle die Luftwaffe dagegen nicht verzichten.

Im Krisenfall Panne in Kauf nehmen

In einer normalen Lage den Luftraum bewachen und eine Konferenz wie das Weltwirtschaftsforum WEF schützen, könne die Luftwaffe weiterhin, sagt Müller.

Wenn sich jedoch die Bedrohungslage ändern würde und die Luftwaffe mehr Einsätze fliegen müsste, hätte dies Folgen: Piloten müssten dann auch mit Maschinen fliegen, die wegen der vorgeschriebenen Wartungs-Intervalle eigentlich am Boden bleiben sollten.

Bernhard Müller im Gespräch mit einem Angehörigen der Armee.
Legende: Divisionär Bernhard Müller ist seit 2018 Kommandant der Schweizer Luftwaffe. Keystone/Archiv

«In einer Krise kann ich diese Intervalle natürlich aussetzen und sagen, ich nehme einen Pannenfall in Kauf», sagt Müller. Die Hauptsache sei dann, dass ein Flugzeug in die Luft geht und «seine Mission erfüllen» könne.

Das Fliegen mit nicht gewarteten Maschinen stellt gemäss Müller für die Piloten ein grösseres Risiko dar – aber: «Das gehört zu unserem Beruf.»

Ausmass der Probleme noch unklar

Es ist eine unbequeme Situation – auch, weil das ganze Ausmass der technischen Probleme beim Upgrade-Programm der F/A-18-Kampfjets noch gar nicht bekannt ist. Das Programm, das die Lebensdauer der Jets bis 2030 verlängern soll, dauert noch fünf Jahre. Grosse Teile der Arbeiten wurden zudem noch gar nicht begonnen.

«Das ist eigentlich die Geschichte, die mich belastet», sagt Divisionär Müller. Die Frage sei, ob die Luftwaffe auf einer reduzierten Anzahl von Flugzeugen weiterfliegen könne, oder ob weitere technische Schwierigkeiten zu erwarten sind. Im schlimmsten Fall läuft die Schweizer Luftwaffe die nächsten fünf Jahre am Limit.

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69 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Portmann (Jackson)
    @jean-philip. Mit den paar Fliegerchen kann die CH nie wirklich Schutz für den CH Luftraum bieten. Herausgeworfenes Geld, aber wir können's uns ja leisten, diese Indiänerlete. Bei einem ernsthaften Überfall wäre unsere Luftwaffe innert 3 Tagen vernichtet, da vom Eindringling fachkundig vorbereitet. Auf die modernsten Flugabwehrlenkungswaffen müssten wir uns mengen- und qualitätsmässig konzentrieren, die Eindringlinge schnell und wirksam ausschalten könnten.
    Wir brauchen keine teuren Flieger.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Schweizer Luftwaffe: Es heisst doch immer diese Piloten&Flugzeuge seien zwecks Überwachung und Schutz da. Der Luftraum, der über unserer Schweiz ist zu altmodisch klein für diese schnellen Flugis. Alles ist, wenn es die Armee hier betrifft, so voller Widersprüche und vom Wunsch gezeichnet gross, wichtig und kriegerisch zu sein, was ja auch nicht mehr so zeitgemäss ist? Hätten wir nicht wesentlich sinnvollere Verwendung für die Gelder und Ressourcen, die solche ‚Spielreien‘ kosten?
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    1. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @Kunz: Das ist keine Spielerei, sondern die Aufgabe eines souveränen Staates. Oder bezeichnen sie unsere Grenzwächter auch als Spielerei? Gerade weil unser Land klein ist, braucht es schnelle Flugis, erst recht, wenn man deren Standorte aus Lärmschutz- und Kostengründen auf 2-3 statt vormals über 20 reduziert. Schlage vor, dass Sie die Gelder, die Sie für Versicherungen, Türschlösser etc. in Ihrem Haus brauchen, anderweitig ausgeben und die Hütte einfach sperrangelweit offen lassen...
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    2. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ antigone kunz: Die Mirage III der Schweizer Armee (bis 1999 im Einsatz) flog noch schneller, nämlich 2'400 km/h.
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    3. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @Leu: und die Mirage war um einiges leiser....
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    4. Antwort von Thomas Leu (tleu)
      @ Jean-Philippe Ducrey: Ja, aber das störte in dieser Zeit (fast) niemanden. Man war noch stolz auf die Luftwaffe.
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  • Kommentar von Michael Deforné (Michael Deforné)
    "In einer Krise kann ich diese Intervalle natürlich aussetzen und sagen, ich nehme einen Pannenfall in Kauf"...ich nehm an, dass in einer ernsthaften Krise weit Schlimmeres den Piloten droht als ein Risiko durch ein fehlendes technisches Update. Ist es nicht auch toll, wie unsere Armee potentielle Agressoren immer freundlich infomiert. Über Bürozeiten, technische Probleme, Ferienabwesenheit von Flugzeugen in Holland. Man könnte Geld sicher sinnvoller investieren...
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