- Die Thurgauer Gemeinde Stettfurt hat letzte Woche für grosse Teile des Dorfes ein Trinkwasserverbot verhängt.
- Das Wasser war mit Fäkalbakterien verunreinigt, zahlreiche Personen haben über Magen-Darm-Beschwerden geklagt.
- Kanton und Gemeinde haben die Ursache nun ausfindig gemacht.
- Auf einem Gemüsebetrieb ist offenbar Bachwasser ins Trinkwasser gelangt und hat dieses verschmutzt.
Auch wenn die Ursache der Trinkwasserverschmutzung nun gefunden ist: Entwarnung gibt die Gemeinde Stettfurt noch nicht. Die Einschränkungen gelten weiterhin. Das Wasser wird laufend kontrolliert. Nächste Ergebnisse sollen am Dienstag vorliegen.
Verursacher ist Gemüsebetrieb
Analysen haben ergeben, dass verunreinigtes Wasser des Bachs «Lauche» ins Leitungsnetz gelangt ist. Es stammt vom Gemüsegrossbetrieb Gamper, der für die Wasserentnahme eine Lizenz besitzt. Mit dem Wasser werden unter anderem Aussenplätze und Maschinen gereinigt. Laut Geschäftsführer Simon Forster ist das gängige Praxis: «Auf diese Weise vergeuden wir kein Trinkwasser.»
Dass es auf dem Gemüsehof zur Verunreinigung kam, steht laut Kanton und Gemeinde ausser Zweifel. Die Installationen für das Bach- sowie für das Trinkwasser liegen laut Gemeindepräsident Markus Bürgi nahe beieinander. Was im Detail vorgefallen ist, muss weiter abgeklärt werden. Eine schlüssige Erklärung gibt es trotz Prüfung durch interne und externe Spezialisten noch nicht.
Weiterhin kein Trinkwasserbezug
Erste Massnahmen sind getroffen. Der Gemüsebetrieb darf vorderhand kein Bachwasser mehr benutzen. Die Gemeinde hat zudem den Einbau eines Trennsystems angeordnet. So soll die Vermischung von Bach- und Trinkwasser künftig verhindert werden.
Laut dem kantonalen Laboratorium Thurgau handelt es sich in Stettfurt um einen Fall von extremer Trinkwasserverschmutzung. Eine solch starke Verunreinigung mit Fäkalkeimen sei äusserst selten.
Für weite Teile der Gemeinde gilt daher weiterhin ein Trinkwasserverbot. Andernfalls muss das Leitungswasser vor Gebrauch abgekocht werden.
Leitungswasser kann gemäss Flugblatt weiterhin fürs Duschen, für die Toilettenspülung oder die Waschmaschine genutzt werden. Vormittags und nachmittags können bei der Gemeinde Wasserflaschen bezogen werden. Bislang hat die Gemeinde mehr als 10’000 Liter Wasser an die Bevölkerung abgegeben.
«Die Stimmung im Dorf ist weiterhin ruhig. Aber die Massnahmen ermüden wohl einige unserer Einwohnerinnen und Einwohner», so Gemeindepräsident Markus Bürgi gegenüber SRF.
In den vergangenen Tagen sind die Trinkwasserleitungen mehrfach durchgespült worden. Auch Hausinstallationen hat man gereinigt. Für Wasserenthärtungsanlagen sind Spezialisten aufgeboten worden. Auf Kosten der Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer. Vorderhand zumindest.
Wie gross der finanzielle Schaden ist, kann Gemeindepräsident Bürgi derzeit nicht abschätzen. Auch wer für den Schaden aufkommt, ist noch unklar.