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Webcams auf Aussichtspunkten Swisscom zieht den Stecker: Sonnenhungrige gucken ins Leere

Dank Kameras der Swisscom kann man das Wetter auf dem Ausflugsberg checken. Doch damit ist jetzt Schluss.

Hat es Nebel, drückt die Sonne durch und wie ist die Sicht? Webcams der Swisscom liefern Bilder von 17 beliebten Aussichtspunkten in der Schweiz. Gestochen scharf und rund um die Uhr bieten die sogenannten Roundshot-Kameras eine 360-Grad-Rundumsicht.

Webcams sind im Tourismus beliebt

Die Kameras sind beliebt: Gerade bei Nebel im Mittelland bietet es sich an, die Wetterlage auf dem Ausflugshügel zu überprüfen. Doch damit ist nun Schluss, wie die Swisscom gegenüber SRF bestätigt.

Sendeturm
Legende: Sendetürme, wie hier der Bantiger, waren viele Jahre auch Standorte für Webcams. Keystone / PETER KLAUNZER

Sendepause heisst es künftig von Rigi, Chasseral, und vielen weiteren. Denn: Die Swisscom schaltet die Kameras aus. Die Entscheidung hängt direkt mit dem Technologiewechsel im Mobilfunkbereich von 3G zu 4G beziehungsweise zu 5G zusammen. Ende 2025 schaltet die Swisscom 3G ab. Davon sind auch die Kameras betroffen, die mit dieser Technologie arbeiten.

Eine Umrüstung der Webcams lohnt sich für uns nicht mehr.
Autor: Sepp Huber Sprecher Swisscom

Ein Umrüsten der Webcams kommt für die Swisscom nicht infrage. «Es lohnt sich für uns nicht, da der Aufwand zu gross wäre», sagt Swisscom-Sprecher Sepp Huber.

Seit über 20 Jahren gibt es diesen Webcam-Service. Ursprünglich wurden die Kameras an Sendestandorten wie dem Bantiger in Bern installiert, die ohnehin schon exponierte Lagen mit guter Rundumsicht boten. Die Swisscom war damals eine der wenigen Anbieterinnen.

Blick auf Berge
Legende: Das letzte Bild vom Bantiger mit dem Hinweis auf das Abschalten: Am 27. November war die Kamera zum letzten Mal in Betrieb. Screenshot bantiger.roundshot.com

Im Laufe der Jahre ist das Angebot gewachsen, nicht zuletzt dank des Internets, und wird heute von Gemeinden, Betreibern und Verbänden, insbesondere im Tourismus, genutzt. Die Stadtberner Tourismusorganisation betont, wie wichtig solche Webcams sind.

«Gäste haben vor der Anreise einen hohen Bedarf an aktueller Orientierung – insbesondere zur Einschätzung von Wetter- und Sichtverhältnissen», schreibt Bern Welcome auf Anfrage. Vor allem die Nebelgrenze sei jeweils von grossem Interesse. Das zeigten die hohen Zugriffsraten auf die Internetseite der Tourismusorganisation, welche auch eigene Kameras betreibt.

Nebelmeer
Legende: Die Kamera auf dem Gurten wird von der Tourismusorganisation Bern Welcome betrieben und bleibt am Netz. Auf diesem Bild ist im Hintergrund der Bantiger-Turm zu sehen. Keystone / ANTHONY ANEX

Es sei «schade», dass beispielsweise die Kamera auf dem Bantiger abgeschaltet werde. Der Berg nordöstlich von Bern ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Region Bern. Auch die Swisscom-Kamera auf dem Chasseral wird abgeschaltet. Da es noch weitere Kameras im Kanton Bern gebe, sei dies jedoch «verkraftbar», schreibt die kantonale Tourismusorganisation Made in Bern.

Webcams gehören nicht zum Kerngeschäft

Auch andere Schweizer Ausflugsberge wie Chasseral, San Salvatore, Mont Gibloux, Mont Pèlerin, Rigi, St. Chrischona, Guttet-Feschel, Monte Tamaro sind betroffen. Die Standorte Bantiger, La Dôle und Valzeina sind bereits nicht mehr in Betrieb.

Die Webcam am Standort Üetliberg gehört dem Hotel Uto Kulm. Der Standort bleibt erhalten – Uto Kulm zahle Swisscom dafür eine Mastmiete, schreibt die Firma Seitz Phototechnik AG, die Kamera-Hardware liefert und der Service-Partner für die Webcam ist.

Man sei sich bewusst, dass die Kameras beliebt seien, sagt Swisscom-Sprecher Sepp Huber. «Aber sie sind nicht Teil unseres Kerngeschäfts. Wir betreiben die Sendestandorte primär für Radiosignale und Blaulichtorganisationen.»

Nebelmeer
Legende: Über dem Nebelmeer: Die Webcam vom Üetliberg bietet einen ähnlichen Blick wie hier. Keystone / PATRICK B. KRAEMER

Es wäre möglich, dass andere Organisationen oder Private die Kameras weiterbetreiben. Derzeit gebe es aber noch keine generelle Lösung. Die Swisscom steht gemäss eigenen Aussagen jedoch im Kontakt mit Verbänden und Gemeinden, um eine mögliche Übernahme der Standorte und des Betriebs der Webcams zu ermöglichen.

Der Betrieb dieser Kameras wird eingestellt

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  • Bantiger
  • Chasseral
  • La Dôle
  • San Salvatore
  • Monte Tamaro
  • Mont Gibloux
  • Mont Pèlerin
  • Rigi
  • St Chrischona
  • Valzeina

Vorerst ist jedoch Schluss: In diesen Tagen senden die Webcams die letzten Bilder von der Sonne ins nebelgeplagte Mittelland.

Hinweis der Redaktion

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Der Artikel wurde nach der Erstpublikation mit weiteren Informationen der Swisscom ergänzt. Es geht um konkrete Angaben zu den einzelnen Standorten. Insbesondere beim Standort Üetliberg hat die Swisscom nach der Erstpublikation mitgeteilt, dass dieser Standort von einem anderen Betreiber weiterbetrieben wird. Diese Informationen lagen der Redaktion vor der Erstpublikation noch nicht vor.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 23.12.2025, 6:31 Uhr ; 

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