Zum Inhalt springen

Header

Audio
Bergbahnen und ihre Investitionen in Coronazeiten
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 23.02.2021.
abspielen. Laufzeit 04:57 Minuten.
Inhalt

Wegen Corona Bergbahnprojekte kommen ins Stocken

Neue Seilbahnen, neue Bergstationen. Corona macht den Ausbauplänen von Bergbahnen einen Strich durch die Rechnung.

Bergbahnen, die gross investieren wollen, haben wegen der Corona-Pandemie Probleme. Diese sind aber sehr unterschiedlich, wie folgende Beispiele zeigen:

Sörenberg – Marschhalt beim Ausbau am Rothorn

Ende 2022 hätte die neue Luftseilbahn auf den höchsten Luzerner Berg – das Brienzer Rothorn – fahren sollen. Daraus wird aber nichts. Bei den Bergbahnen Sörenberg AG rechnet man für das Betriebsjahr 2020/21 mit einem Verlust von vier Millionen Franken. «Die späte Öffnung der Skigebiete im Kanton Luzern haben uns diesen Verlust eingebracht. Vorher waren wir gut unterwegs», sagt Verwaltungsratspräsident Theo Schnider.

Die schlechtere finanzielle Ausgangslage hat Einfluss auf die geplante neue Luftseilbahn auf das Brienzer Rothorn. Das Projekt ist auf 20 Millionen Franken veranschlagt. Der Verwaltungsrat ist nun zum Schluss gekommen, einen Marschhalt beim Bau der Seilbahn einzulegen. Man wolle erst die Finanzierung sicherstellen. Geplant sei eine Aktienkapitalerhöhung.

Luftseilbahn Rothorn im Winter
Legende: Die alte Luftseilbahn auf das Brienzer Rothorn soll ersetzt werden. Die Eröffnung der neuen Bahn ist nun auf Ende 2023 angesetzt. ZVG/Maurin Bisig

Die neue Luftseilbahn soll deshalb ein Jahr später als geplant eröffnet werden, sagt Theo Schnider. Aber auch eine Eröffnung auf 2023 ist ein sehr ehrgeiziges Ziel und eines, das klappen muss. Die Bergbahnen Sörenberg haben just bis dann die Konzession für ihre alte Bahn vom Bundesamt für Verkehr erhalten. Danach darf mit der alten Seilbahn nicht mehr gefahren werden.

Laax – Grosskabine wird verworfen

Im bündnerischen Laax wird seit mehr als zehn Jahren an der Erschliessung des Raums Cassons und damit der Tektonikarena Sardona geplant. Diese Arena ist ein über 300 Quadratkilometer grosses Gebiet, das vor zwölf Jahren in die Liste der Unesco-Welterben aufgenommen wurde.

Die Corona-Pandemie hat die Baupläne aufgemischt. «Werden Gäste künftig noch in eine Grosskabine einsteigen?», fragten sich die Verantwortlichen. Eher nicht, dachten sie sich und haben den ursprünglichen Plan einer Grosskabine verworfen. Statt einer Pendelbahn wird nun auf autonome Kleinkabinen gesetzt. Corona hat inhaltlich Einfluss genommen auf das Grossprojekt, nicht aber terminlich, wie die Verantwortlichen betonen.

Schneelandschaft
Legende: Hier entsteht die neue Cassonsbahn für rund 60 Millionen Franken. Im Herbst 2023 soll sie den Betrieb aufnehmen und Touristen auf den Flimserstein bringen. ZVG/Flims

Die erste Etappe soll im Herbst 2022 in Betrieb genommen werden. Die Sardona-Neuerschliessung soll dann ein Jahr später vollendet sein. Kostenpunkt: 60 Millionen Franken.

Titlisbahnen – Projekt für internationale Touristen

Es ist ein 120-Millionen-Projekt, welches die Titlis Bergbahnen im Kanton Obwalden vorhaben. Eine neue Bergstation und ein neuer Aussichtsturm sollen auf dem Titlis entstehen – 3020 Meter über Meer, oberhalb von Engelberg, gebaut vom Basler Architektenteam Herzog und de Meuron.

Es kommt aber zu Verzögerungen: Das Bewilligungsverfahren mit den Einsprachen dauert länger und Corona bremst den Tourismus aus. Die internationale Besucherschaft fehlt und diese macht in Engelberg 60 Prozent aller Gäste aus. «Wir bauen die neue Bergstation nicht für den Schweizer Schneesportler, wir bauen sie für den internationalen Gast», sagt Norbert Patt, CEO der Titlisbahnen.

Visualisierung der geplanten neuen Bergstation und des Turmes auf dem Titlis.
Legende: Neu geplante Bergstation, neu geplanter Turm: Die Titlisbahnen wollen 120 Millionen in die neue Infrastruktur investieren. Es gibt Verzögerungen. ZVG

Bis die Touristen aus aller Welt wieder nach Engelberg kommen, dauert es noch eine ganze Weile. Die Titlisbahnen haben deshalb die Ausschreibungen für die neue Bergstation vorerst gestoppt. Man sei guter Dinge, dass sich der Markt bald erhole. Bei den Titlisbahnen rechnet man mit Verzögerungen von bis zu zwei Jahren. Spätestens 2026 sollen die letzten Bauarbeiten für die neue Bergstation ausgeführt werden.

Regionaljournal Zentralschweiz, 22.02.2021, 17:30 Uhr;

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

35 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Mike Steiner  (M. Steiner)
    Ja, reden wir doch mal von den positiven Aspekten dieser Coronakrise: Ausbremsen und Zurücjwerfen des Overtourisms, Kappen des nur noch schädlichen Wachstums, Rückgang der Schadstoffemissionen, des Foodwaste, Kapazitäten im Verkehr und der Energie, Atempause für die Natur. All das, was unserere oberste Direktive sein sollte. Wir sollten die Gelegenheit wahrnehmen und uns weigern, die Rückkehr zum alten Trott aus wirtschaftlichen Gründen zuzulassen!
  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Einsicht betreffend der aktuellen, nich absehbaren, Situation, positives Denken, Anpassung und Flexibilität aller Menschen ist weiterhin angesagt.
  • Kommentar von Werner Gürr  (FrMu)
    Super! Ein positver Effekt von Corona. Hoffentlich führt das Virus zur permanenten Schrumpfung jeglicher überdrehter Megaprojekte in den Bergen. Wer auf den Berg will, der soll laufen.