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Wegen Hitze im Sommer Der Permafrost in der Schweiz taut immer mehr auf

  • In den Schweizer Alpen wird es immer wärmer.
  • An allen 15 Mess-Standorten ist in Bohrlöchern von Blockgletschern die gemessene Temperatur angestiegen.
  • Das haben Wissenschaftler des Schweizer Permafrost-Messnetzes Permos nachgewiesen.
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Aus dem Archiv: Permafrost taut auf, Gletscher verlieren an Masse
Aus 10vor10 vom 19.08.2019.
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Am gut 3400 Meter über Meer gelegenen Piz Corvatsch im Kanton Graubünden sei der Permafrost seit Messbeginn von Permos, Link öffnet in einem neuen Fenster vor 32 Jahren in zehn Metern Tiefe um etwa ein Grad wärmer geworden, in 20 Metern um ein halbes Grad.

Permafrost und Blockgletscher

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Permafrost ist ständig gefrorener Boden. Wenn er auftaut, nehmen Naturgefahren wie Steinschlag oder Murgänge (Rüfen, Erdrutsche oder Schlammlawinen) zu.

Blockgletscher sind Schuttmassen aus Gesteinsblöcken und Eis, die sich langsam hangabwärts bewegen.

Die obere Schicht des Bodens der Blockgletscher, in der die Temperatur im Sommer auf über null Grad steigt, sei an den Bohrlochstandorten um mehrere Meter dicker geworden. Auch der Wassergehalt im Permafrost sei deutlich gestiegen.

Grund für die Erwärmung seien die hohen Lufttemperaturen in den Sommermonaten der vergangenen Jahre, teilten die Wissenschaftler mit. Die Sommer 2003, 2015, 2017, 2018 und 2019 seien sehr heiss gewesen.

Der extrem schneearme Winter 2016/2017 habe zu einer kurzfristigen Abkühlung bis in grössere Tiefen geführt, weil der Untergrund ohne die isolierende Schneedecke auskühlen konnte. Es habe sich gezeigt, dass die Schneebedingungen entscheidend seien.

«So können diese zum Beispiel den Erwärmungstrend kurzfristig bis in grössere Tiefen unterbrechen», berichteten die Wissenschaftler. «Hitzewellen von einigen Tagen oder Wochen haben in diesem Fall nur einen beschränkten Einfluss.»

Blockgletscher bewegen sich schneller

Am schnellsten erwärme sich der kalte Permafrost an den höchsten Gipfeln, wo es permanentes Eis nur in Fels-Poren und Klüften gibt. In den flächenmässig grössten Schuttgebieten mit viel Eis, wo die Temperaturen des Permafrosts nur wenig unter dem Schmelzpunkt liegen, änderten sich die Temperaturen dagegen nur wenig. Das liege an der grossen Menge Energie, die zum Schmelzen des Eises benötigt wird.

Die Geschwindigkeit, mit der sich die 15 vermessenen Blockgletscher bewegen, sei gestiegen, teilten die Wissenschaftler mit. Sie bewegten sich inzwischen um mehrere Meter im Jahr. In den 1990er Jahren seien es nur mehrere Dezimeter gewesen.

SRF 4 News, 21.07.2020, 15:00 Uhr;

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25 Kommentare

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  • Kommentar von Andre Mahr  (Andre M.)
    Wir machen immer weiter so & unsere Industrie allen voran und die Politik, die sich auf deren Rücksicht keinen grossen Wurf traut. Nun, auch wir müssen selbst umdenken und nicht warten: müssen wir wild campen und uns in der freien Natur entledigen? Brauchen wir zwei KFZ? Müssen wir im Sommer zu Tausenden auf Töffs über die Pässe laut-tönend heizen? Müssen biker auch die schönen Wanderwege & Pflanzen herunterfahren? Brauchen wir die Cabrio-Spritztour? Müssen wir immer mehr und neu kaufen.... UVM.
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    1. Antwort von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
      Vor allem müssten wir alle verzichten … und nicht die anderen (Töfffahrer, Cabriofahrer, Käufer usw.)! Also, auf welche 30% ihres Lebensstandardes verzichten Sie, Herr Mahr? Das ist nämlich die Kernfrage! Und bitte beantworten Sie sie nicht damit, auf was andere zu verzichten hätten, das ist nämlich deren individuelle Aufgabe! Die gehen dann schon in sich, wen Sie es auch tun!
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  • Kommentar von Franz NANNI  (Aetti)
    Und bald ist das Wasserschloss Europas trocken... wenn all die Gletscher sich verabschiedet haben... (keine Angst, fuer die CH reicht das Restwasser noch lange...)
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    1. Antwort von Emil Brand  ((Inkognito))
      Frage mich seit längerer Zeit, wie machhaltig unsere Wasserkraftwerke sein werden.
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    2. Antwort von Mark Stalden  (Mark)
      Am Schluss wird nicht mehr bleiben als denn Regen zu Stauen anstatt das Eis und Schnee. Wichtig wäre die Leugner und Verhinderer zu überstimmen das was geht. Je schneller umso besser.
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    3. Antwort von Franz NANNI  (Aetti)
      Da alle Quellen fuer unser CH Wasser sich in unserem Land befinden, wird die CH kaum eine schwere Knappheit erleiden, aber alle umliegenden Staaten, die von der CH Wasser via Fluesse bekommen, die werden Probleme haben.. Rhone, Rhein, Tessin.. und uU auch Inn..
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    "Wegen Hitze im Sommer". Also dieses Jahr können wir uns nicht beklagen. Bitte bezüglich Permafrost den Blick nach Sibirien richten. Die haben dort fast 40 Grad Hitze. Wenn dort das im Permafrost gebundene Klimaerwärmungsgas Methan (schlimmer als CO2) frei wird, könnte dies in einer wirklich globalen Katastrophe enden - oder Corona wäre noch schneller um den Homo Sapiens Sapiens zu dezimieren.
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    1. Antwort von Wilfred Scheidegger  (Ville Frayde)
      ..."nach em Räge schiiint dSunne." - Die Nacht endet, der Tag endet, die saisonalen Zeiten enden, die Jugendzeit endet, der Arbeitstag endet, die Ferien enden, die Schulzeit endet, die Ladenöffnungszeiten enden, ein Film endet, ein Mittagessen endet, eine Auto-, Flug-, Velo-, Schiff und Bahnfahrt endet, ein Bau endet, ein Berg endet, ein Tal endet, ein Match endet, eine Fernsehsendung endet, eine Lehre endet, eine Pension endet, ein Leben endet, die Eiszeit endete! Rufen wir zur Sorgfalt auf..
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    2. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Wilfred Scheidegger: Was ist ihre Message? Die Menschheit endet (selbstverschuldet)?
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    3. Antwort von Wilfred Scheidegger  (Ville Frayde)
      Nö, Thomas Leu, der Mensch endet nicht selbstverschuldet, (na klar soll er Sorge tragen!) - Das Jahresende ist auch kein Ende und auch kein Anfang, sondern ein Weiterleben mit der Weisheit, die uns die Erfahrung gelehrt hat. man könnte ja auch an eine neue Eiszeit "glauben"...und die Schuldfrage ist auch keine Lösung, diese gehört in die Kirchen. Schwierig gell, schuldige zu suchen ist extrem eifacher...
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    4. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Wilfred Scheidegger: Folglich, interpretiere ich sie, ist alles bereits vorgegeben. Wir haben keinerlei Spielraum und müssen unser Schicksal akzeptieren. Wir können also weiterhin guten Gewissens Millionen Tonnen von Treibhausgasen emittieren, da unser Schicksal schon von der Vorsehung besiegelt ist. Wer ist denn dann der/die grosse Steuermann/Steuerfrau?
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