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Vielerorts kein Feuerwerk am 1. August
Aus SRF 4 News aktuell vom 30.07.2021.
abspielen. Laufzeit 02:48 Minuten.
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Wegen Umweltschutz 1. August: In vielen Städten gilt ein Feuerwerksverbot

Feuerwerkskörper werden zunehmend weniger akzeptiert. Erstmals gilt dieses Jahr in der Berner Altstadt ein Totalverbot.

«Ein Feuer kommt teuer» oder «Bern im Herzen statt Feuer und Schmerzen» – mit solchen Slogans im Dialekt macht die Stadt Bern auf das neue Feuerwerksverbot in der Altstadt aufmerksam.

Doch warum können in diesem regnerischen Sommer keine Raketen oder Vulkane gezündet werden? Norbert Esseiva von der Berner Gewerbepolizei sagt zum neuen Verbot: «Der Hauptgrund ist sicher der Schutz des Weltkulturerbes. Dazu ist die Stadt Bern verpflichtet. Zudem hatten wir einige brenzlige Situationen in der Vergangenheit.»

Wenn jemand ein Feuerwerk zünden möchte, gibt es genug Parks oder andere Grünflächen, wo dies möglich ist.
Autor: Hanspeter Krieg Besitzer Feuerwerksladen

Dass Feuerwerke riskant sind, weiss Hanspeter Krieg. Die Gefahr sei zu gross, dass irgendetwas passieren könne, sagt der Besitzer eines traditionellen Feuerwerkladens. Deshalb unterstützt sogar er das Verbot. Ausserdem gilt es ja nur in der Altstadt. «Wenn jemand ein Feuerwerk zünden möchte, gibt es genug Parks oder andere Grünflächen, wo dies möglich ist.»

Feuerwerksverbote wegen Umweltschutz

Allerdings ist die Stadt Bern mit diesem Verbot kein Einzelfall. In der Thuner Altstadt sind Feuerwerke wegen der Brandgefahr bereits seit 20 Jahren illegal. Hinzu kommen immer mehr Verbote aus Umweltschutzgründen in anderen Städten.

Legende: Einige Städte benutzen mittlerweile Drohnen anstatt Feuerwerkskörper, wie hier Zürich am «Züri Fäscht» 2019. Keystone

Beispielsweise dürfen in Davos während des ganzen Jahres keine Raketen gezündet werden. Dies gilt seit dem letzten Herbst – zum Wohl von Tier und Natur, wie die Gemeinde es nennt. Ein vollkommenes Feuerwerksverbot für den Schutz der Natur herrscht auch in Nachbargemeinde Klosters. Nur wurde das bereits ein Jahr früher eingeführt.

Und auch das Bundesamt für Umwelt (Bafu) erinnert in einer aktuellen Medienmitteilung daran, dass die jährlich rund 1700 Tonnen gezündeten Raketen und Vulkane für rund 300 Tonnen Feinstaub in der Luft verantwortlich seien.

In Zürich darf es knallen

Doch es gibt auch weiterhin Städte, die Feuerwerke zulassen. Claudia Bucher ist froh, dass es in der Stadt Zürich keine entsprechenden Verbote gibt. Sie führt dort einen Feuerwerkladen und sagt, die Branche habe es so schon nicht leicht. Verbote von Raketen wegen Trockenheit in der Vergangenheit und die Coronakrise hätten ihnen genug zugesetzt.

Feuerwerk bereitet den Leuten Freude, damit haben sie ein positives Erlebnis. Man darf den Leuten doch nicht alles wegnehmen.
Autor: Claudia Bucher Feuerwerksladen-Besitzerin

Es brauche nicht noch mehr Einschränkungen, sagt Bucher. «Feuerwerk bereitet den Leuten Freude, damit haben sie ein positives Erlebnis. Man darf den Leuten doch nicht alles wegnehmen. Man kann sich ja nicht immer bevormunden lassen.»

Mit den aktuellen Umsätzen sind die Zürcher und Berner Feuerwerksverkäufer übrigens zufrieden. Zwar erwarte man auch dieses Jahr keine Rekordumsätze – unter anderem auch wegen des zu erwartenden eher schlechteren Wetters. Aber man merkt laut Claudia Bucher, dass die Leute den 1. August feiern wollten nach den Einschränkungen der letzten Monate. Und das mit Feuerwerk.

SRF 4 News, 30.07.2021, 06:12 Uhr

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63 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Doch nicht nur Hunde und Katzen, sondern auch viele landwirtschaftliche Nutztiere und Wildtiere wie Vögel, Füchse oder Igel können durch Feuerwerk stark verängstigt und gestresst werden. Jede Feuerwerkskörper, der nicht gezündet wird, ist ein Gewinn für die Umwelt! Das Feuerwerk sorgt nicht nur für Abfall und Lärm, es ist auch eine extreme Feinstaubbelastung und damit gesundheitsgefährdend. Im Interesse von Umwelt und Tierwohl sollte man darauf ganz verzichten.
  • Kommentar von Francis Waeber  (Francis Waeber)
    Eigentlich ist das stupide blabla welches die meisten Politiker/Innen anlässlich des 1. Aug. absondern, ein viel grösseres Ärgernis - und unter dem Strich ebenso "schädlich". Wenn wir schon dabei sind den Nationalfeiertag "um zu gestalten" könnte dies auch gleich "verboten" werden....;-))
    1. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Nun es sind nicht nur Politiker und Politikerinnen die "stupides blabla" von sich geben. Und das verbietet auch niemand.
  • Kommentar von Simon Hofstetter  (simonh)
    Ich habe pinzipiell nichts gegen Vulkane, oder ein schönes Feuerwerk, welches in mehreren 100 Meter Höhe Freude bereitet, sofern die Witterungsbedingungen stimmen ( keine akute Trockenheit herrscht) . Die ohrenbeteubenden Böller hingegen, welche unmittelbar in Bodennähe exlpodieren, finde ich eine Katastrophe für die Tiere !! Eigentlich wünsche ich jedem, der diese stupide 150 Dezibel Knallerei ablässt, dass er, in einem anderen Leben auch ein Tier ist,dass Todesängste ausstehen muss !!!!
    1. Antwort von Patricia Mutaleno  (Patricia Mutaleno)
      Ja! Und bei jedem Kauf von Feuerwerk kommt eine obligatorische Steuer für den Tierschutz dazu. Und die Luft ist nach dieser Knallerei so komisch. Ich wünsche mir jedes Jahr, dass es am 1.8. und 31.12. regnet/schneit.