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Die Corona-Massnahmen haben sich nicht auf alle Geschäfte gleich stark ausgewirkt
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 28.12.2020.
abspielen. Laufzeit 03:15 Minuten.
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Weihnachtsgeschäft in Zürich Wo viele Geschenke verkauft wurden – und wo nicht

Der Zürcher Detailhandel blickt durchzogen auf das Weihnachtsgeschäft. Bei manchen lief es aber ausserordentlich gut.

Eine positive Bilanz zieht etwa das Kaufhaus Jelmoli an der Zürcher Bahnhofstrasse. «So viele Geschenke wie dieses Jahr haben wir noch nie verpackt», sagt Verkaufsleiter Erhard Schwendimann. Die Kundschaft habe sich während der Corona-Pandemie wahrscheinlich mehr damit auseinandergesetzt, wie man jemandem eine Freude bereiten könnte.

So viele Pakete wie dieses Jahr haben wir noch nie verpackt.
Autor: Erhard SchwendimannJelmoli-Verkaufsleiter

Insgesamt hat Jelmoli während der Weihnachtszeit dieses Jahr mehr verkauft als noch im Vorjahr – trotz gestrichener Sonntagsverkäufe und früherem Ladenschluss um 19 Uhr. Das Erfolgsrezept sei unter anderem der Grösse des Warenhauses geschuldet, so Schwendimann: Auf einer Fläche von über 20'000 Quadratmetern hätten sich Kundinnen und Kunden gut verteilt. «So haben wir die Einschränkungen nicht so stark gespürt».

Profitiert hat Jelmoli in Zürich auch von den geschlossenen Läden in Regionen wie im Aargau. Laut Schwendimann sind viele Kundinnen und Kunden aus anderen Kantonen angereist, wie ein Augenschein im Parkhaus gezeigt habe.

Kein «Run» auf die Läden

Doch viele Geschäfte sind weit weniger glücklich mit ihrer Weihnachtsbilanz: «Corona hat sich auf das Weihnachtsgeschäft negativer ausgewirkt als befürchtet», sagt etwa Milan Prenosil, Präsident der City Vereinigung Zürich. «Wir haben in den Tagen vor Weihnachten keinen Run auf die Läden erlebt.» Es hätten sich augenfällig weniger Personen in der Innenstadt aufgehalten.

Kunden in der Zürcher Innenstadt
Legende: Die City Vereinigung Zürich spricht von einem «ruhigen Weihnachtsgeschäft». Keystone

Gemäss Prenosil bildet die Bilanz von Jelmoli eher eine Ausnahme. Die Corona-Massnahmen hätten sich auf viele Geschäfte in der Innenstadt ausgewirkt. Gerade kleinere Fachgeschäfte wie Bücherläden oder Papeterien litten unter dem Kundenrückgang: «Die Flächenbeschränkung pro Kunde hat dazu geführt, dass die Leute nicht spontan in die Läden gekommen sind», sagt Prenosil. Wegen der abschreckenden Schlangen hätten Impulskäufe kaum stattgefunden.

Was sicherlich gelitten hat, sind die Spezial- und Fachgeschäfte.
Autor: Milan PrenosilPräsident der City Vereinigung Zürich

Auch das Einkaufszentrum Glatt in Wallisellen hat über Weihnachten 15 Prozent weniger Besucherinnen und Besucher gezählt. So habe die Schliessung von Restaurants das Shopping-Erlebnis weniger attraktiv gemacht, ist Geschäftsführer Rageth Clavadetscher überzeugt. Viele Gastronomen seien auf Take-away umgestiegen. «Dementsprechend mussten wir ein Essverbot umsetzen», sagt Clavadetscher. Nur so konnte die Maskenpflicht weiterhin eingehalten werden. Das Problem: Solche Massnahmen seien fürs Weihnachts-Shopping nicht besonders einladend.

Die Geschäfte hoffen nun auf den Ausverkauf kurz vor Silvester – und möglichst wenig weiteren Einschränkungen. «Ich hoffe sehr, dass wir von einem Lockdown verschont bleiben», sagt Milan Prenosil. «Aber das hängt von der weiteren Entwicklung der Pandemie ab.»

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 28.12.2020, 17.30 Uhr;

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Gerade kleinere Fachgeschäfte wie Bücherläden oder Papeterien litten unter dem Kundenrückgang. Schade, dass diese nicht mehr berücksichtigt wurden. Alle haben Kosten zu tragen und die Existenz wird bedroht. Dass viele Kunden sich nur auf Jelmoli fixiert haben zeugt von Bequemlichkeit.
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  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Dass Aargauer sich in Zürich auf die Füsse stehen, weil die Aargauer Läden aktiv was gegen Corona tun, ist irgendwie was zwischen absurd und Schildbürgerstreich...
    Schlaues Zürich macht das Geschäft des Lebens mit schlauen Aargauern denen Covid am A.. vorbei geht. Aargauer können dabei wählen, wo sie spreaden. Der Zürcher muss alternativlos ertragen was kommt. Fair? nö. Deal? immer! Covid ist das Geschäft der einen auf Kosten der anderen. Kann und wird so weitergehen...
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  • Kommentar von Michel Müller  (01011001101011)
    In Äthiopien, im Jemen, in Kambodscha, Burma, Phillipinen,, Peru, Chile, Argentinien etc etc etc weniger!
    In der Schweiz... Yeahh! Mehr. Endlich Weltmeister.
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    1. Antwort von Andreas Müller  (Hugh Everett)
      Alles typische tief Christliche Länder welche Weihnachten als oberste Feiertrage des Jahres ansehen? Wäre mal gespant drauf wie die Bilanz in Sachen Black Friday, Cyber Monday, Holi, Laubhüttenfest, Mondfest, Frühlingsfest, Opferfest, Shivaratri, Vesakh, usw. aussehen würde. Sie kämen wohl noch ins Staunen.
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    2. Antwort von Peter Zuber  (Hä nuuh)
      Äthiopien, Jemen, Kambodscha und Burma = Typisch christliche Länder?
      Manche können hier alles schreiben.
      Na ja wenn schon christlich dann vielleicht etwas mehr Dehmut und Bescheidenheit statt großer Sorgen dass die Kasse einmal nicht so voll ist.
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    3. Antwort von Esther Jordi  (ejejej)
      Tja, Herr Zuber, manche können nicht so richtig lesen. Das Fragezeichen, so denn gesehen, am Ende des ersten Satzes im Kommentar von Herrn Müller macht doch klar, wie der Hinweis auf diese "christlichen" Länder zu verstehen ist.
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