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Moderate Einsparungen dank gemeinsamer Spitalliste
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 27.05.2021.
abspielen. Laufzeit 03:03 Minuten.
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Weniger Operationen Die beiden Basel wollen überflüssige Eingriffe verhindern

Mit einer gemeinsamen Spitalliste sollen 3200 Eingriffe wegfallen. Die Einsparungen liegen bei 34 Millionen jährlich.

Vor zwei Jahren wollten die beiden Basel ihre öffentlichen Spitäler fusionieren. Das Vorhaben scheiterte an der Urne. Aber die Stimmberechtigten in beiden Kantonen forderten in einer zweiten Vorlage, dass das Leistungsangebot in den öffentlichen und privaten Spitälern gebündelt und koordiniert wird; dass es also eine gemeinsame Spitalliste gibt. Das Ziel: Kostensenkungen im Gesundheitswesen. Die beiden Basel haben vor zwei Jahren die entsprechenden Arbeiten eingeleitet und präsentieren nun als erste Kantone in der Schweiz eine solche gemeinsame Spitalliste.

Ein Drittel weniger Leistungsaufträge

Die Überprüfung der rund 466 Leistungsaufträge für über dreissig Spitäler in den beiden Halbkantonen hat gezeigt, dass man einen Drittel der Leistungsaufträge ersatzlos streichen kann. Das bedeutet, dass nun einzelne Spitäler ihr Angebot an Eingriffen reduzieren müssen. Existenzbedrohend sei das aber für niemand, hiess es an einer Medienkonferenz.

Das Kantonsspital Bruderholz
Legende: Das Baselbieter Kantonsspital auf dem Bruderholz muss mit weniger Eingriffen klarkommen. Keystone

Der Baselbieter Gesundheitsdirektor Thomas Weber (SVP) sagt es so: «Wir wollen den Bären waschen, aber nicht erlegen.» Damit sei gemeint, dass einzelne Spitäler mit den verfügten Kürzungen nicht glücklich sein werden, aber keines werde deswegen in seiner Existenz bedroht sein.

Wir wollen den Bär waschen, aber nicht erlegen.
Autor: Thomas WeberBaselbieter Gesundheitsdirektor (SVP)

Am stärksten fallen die Kürzungen im Bereich Orthopädie ins Gewicht. Dort besteht seit langem der Verdacht, dass einzelne Spitäler Eingriffe vornehmen, die medizinisch nicht gerechtfertigt sind. Sie werden nur durchgeführt, um die bestehende Infrastruktur und die Chirurgen auszulasten.

Vor allem in der Orthopädie wird gespart

In Zukunft sollen beispielsweise 50 Prozent weniger Hand-Operationen und knapp 40 Prozent weniger Eingriffe am Knie durchgeführt werden. Mit der Bündelung der Leistungsaufträge sollen in Zukunft rund 3200 Eingriffe weniger pro Jahr durchgeführt werden. Die Kosteneinsparungen werden auf jährlich etwa 34 Millionen Franken beziffert. Das ist wenig in Anbetracht von rund einer Milliarde Franken an jährlichen Gesundheitskosten in den beiden Basel.

Moderater Eingriff

Die beiden Gesundheitsdirektoren Lukas Engelberger (CVP/BS) und Thomas Weber (SVP/BL) betonten an der Medienkonferenz denn auch, dass sich mit der gemeinsamen Spitalliste und den koordinierten Leistungsaufträgen ab Mitte diesem Jahr nicht so viel ändern werde. Sinnbildlich sagte Thomas Weber auf eine entsprechende Frage, «der Berg hat keine Maus geboren, aber immerhin ein sanft trabendes Pferd.»

Der Eingriff ins Spitalwesen der beiden Basel fällt also moderat aus. Doch beide Gesundheitsdirektoren wollen die vorgestellten Massnahmen als ersten Schritt verstanden sehen. Schliesslich würde man die Entwicklung der Eingriffe laufend überprüfen, und 2025 wird die Spitalliste erneut angepasst. «Dann galoppiert das Pferd vielleicht,» fügte Thomas Weber an.

Regionaljournal Basel, 27.5.2021, 12:03 Uhr;

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Mirjam Hoss  (Snipsnapper)
    Für die Betroffnen wie für uns Prämienzahler ist es skandalös, wenn Spitäler Eingriffe vornehmen, die medizinisch nicht gerechtfertigt sind - nur zwecks Auslastung der eigenen Infrastruktur und des Personals. Meines Erachtens muss ein Kontrollmechanismus her, schweizweit, um solch verantwortungsloses Handeln zu unterbinden.