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Wo ist der Butterberg hin?
Aus Espresso vom 17.09.2020.
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Weniger Schweizer Butter Wie aus dem Butterberg ein Butterloch wurde

In der Vergangenheit gab es in der Schweiz immer mal wieder zu viel Butter. Nun allerdings herrscht Buttermangel.

In der Schweiz herrscht derzeit Butterknappheit – zumindest bei der Kochbutter. Noch bis Ende November wird diese aus Deutschland, Belgien und Irland importiert.

Doch warum gibt es derzeit zu wenig Schweizer Kochbutter? Dies liegt auch an einem Systemwechsel, der nach den Butterbergen der letzten Jahrzehnte vorgenommen wurde. So gibt es keinen garantierten Milchpreis und auch keine Kontingente mehr. Dies führt zu der jetzigen Situation:

Es gibt weniger Milch

Reto Burkhardt vom Verband der Schweizer Milchproduzenten sagt, es würden jedes Jahr 700 bis 1000 Milchbauern das Handtuch werfen: «Der Milchpreis ist so tief, dass es sich für viele Milchbauern nicht mehr rentiert.»

Das heisst auch, dass es weniger Kühe gibt. Letztes Jahr sei rund 1,6 Prozent weniger Milch produziert worden als im Vorjahr. Zusätzlich habe die Bevölkerung während des Lockdowns viele Milchprodukte wie Milchmischgetränke, Joghurt oder Käse konsumiert, so Burkhardt: «So blieb zu wenig Milch für die Butterproduktion übrig.»

Butter ist ein Nebenprodukt

Da aktuell viel Käse gegessen wird, fliesst entsprechend viel Milch in die Käseproduktion, sagt Peter Hegglin, Präsident der Branchenorganisation Milch. Diese fehlt in anderen Kanälen, wie bei der Butterproduktion.

«Es lohnt sich derzeit nicht, hochwertige Milch für die Butterproduktion einzusetzen. Dazu ist die Wertschöpfung schlicht zu tief», so Hegglin. Sprich der Milchverarbeiter verdient mit Käse mehr Geld als mit Kochbutter.

Nur Kochbutter kommt aus der EU

Interessant ist, dass es derzeit nur bei Kochbutter ein Butterloch gibt. Vorzugsbutter und andere Butterspezialitäten sind nach wie vor zu 100 Prozent aus Schweizer Milch. Dies hat wiederum mit dem Preis zu tun. Kochbutter ist billiger als Vorzugsbutter. Zudem darf bei Kochbutter tiefgekühlte Butter verwendet werden, das ist bei Vorzugsbutter nicht erlaubt.

Espresso, 17.09.2020, 08:13 Uhr

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58 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Ist doch gut dieses Ankeloch. Nun kann man billige europäische Vorzugsbutter aus Irland importieren und in der Schweiz als Kochbutter mit dem entsprechenden Zollzuschlag verkaufen. Dies hilft der Bundeskasse.
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  • Kommentar von Adriano Granello  (adgr)
    @Thomas Leu: Volg und Ali und Lidl orientieren sich an den Preisen von Coop und Migros. Volg schlägt ein paar fette Prozente drauf, Aldi und Lidl ziehen ein paar Prozente ab. Würde eine echte Konkurrenzsituation in der Schweiz bestehen, kämen die nationalen Grossverteiler unter Druck und die Preise würden sinken. So aber liegt es gänzlich in ihrem Ermessensspielraum, ob sie für 100 Gramm Markenbutter 50 Cent wie in Deutschland oder 2.10 Fr. (das Vierfache!) wie aktuell bei Coop verlangen wollen.
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    1. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Adriano Granello: Wenn Sie Recht hätten, dann würden Coop und Migros fette Gewinne ausweisen. Tun sie aber nicht. Im Gegenteil; die Margen sinken, die Umsätze können, trotz Bevölkerungswachstum, knapp gehalten werden. D.h. sie verlieren stetig Marktanteile. Auch Aldi & Lidl können in der Schweiz nicht zu Deutschlandpreisen verkaufen. Sie bieten zwar billigere Produkte aus Deutschland an, haben aber hiesige Boden- & Mietpreise sowie CH-Löhne zu zahlen, die doppelt so hoch wie im Heimmarkt sind.
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    2. Antwort von Benjamin Knie  (Bennel)
      50 Cent dafür erhalten sie aber in keinem EU-Land um die Schweiz eine Butter. Der Preis liegt ohne im Angebot bei über dem doppelten. Die Zeiten der Billigbutter ist auch im Ausland Geschichte das kommt von den vielen neuen EU-Richtlinien und den erhöhungen der Milchpreise in den letzten Jahren.
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    3. Antwort von Adriano Granello  (adgr)
      @ThomasLeu: Coop und Migros sind bekanntlich Genossenschaften, die keine Gewinne ausschütten dürfen, sondern reinvestiere müssen. Lange sind die beiden Marktführer im Geld förmlich geschwommen. Wirklich schlecht geht es den beiden Grossverteilern auch heute nicht, nur dämmert es den Managern allmählich, dass man nicht unbeschränkt neue Filialen mit Luxusausstattung eröffnen und so gewaltige Fixkosten generieren kann. Migros könnte auf die Regionalgenossenschaften verzichten und viel Geld sparen.
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    4. Antwort von Thomas Leu  (tleu)
      @ Adriano Granello: Viel zu reinvestieren gibt es bei so kleinen Gewinnen nicht. Und wenn Migros und Coop eine ALDI-Strategie fahren und das Sortiment auch noch um Faktor 10 verkleinern, um billiger zu werden, dann werden sie die meisten Kunden verlieren, denn ihre Kunden wollen ja genau alles unter einem Dach und auch lokale Produkte, sogar wenn diese teurer sind.
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  • Kommentar von Angela Hempstead  (Hempstead)
    Ich verstehe die Schweizer nicht mehr. Sie haben die Liebe und Stolz für ihre Heimat verloren. Sie haben keinen sinn für Selbsterhaltung. Billige Arbeitskräfte vom Ausland. Billiges fleisch in Deutschland kaufen. Die eigenen Bauern weden nicht unterstützt. So lange man billiges vom Ausland hat. Die Zukunft? Ich sehe eine zubettonierte Schweiz wo keiner mehr ein gefühl von Heimat hat. Traurig.
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