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Legende: Audio Uneinigkeit im SAC zur Gletscherinitiative abspielen. Laufzeit 02:11 Minuten.
02:11 min, aus HeuteMorgen vom 14.06.2019.
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Wie weit geht der Alpenschutz? SAC wegen Gletscherinitiative im Clinch

Der Alpenclub debattiert darüber, ob er die Gletscherinitiative unterstützt. Sie verlangt massive Reduktionen der CO2-Emission.

Der Bergsport in den Alpen wird immer gefährlicher. Schuld trage der Klimwandel, sagt René Michel, Mitglied des Zentralvorstandes des Schweizer Alpenclubs (SAC). Die Gefahren lauerten überall: «Wir sind extrem betroffen vom schwindenden Permafrost, von Steinschlag, von Hüttenstandorten, die gefährlich werden, von Routen, die nicht mehr möglich sind. Auch ist die Schneesicherheit gefährdet.»

Support für Gletscherinitiative?

Am Samstag treffen sich in Lugano die Abgeordneten des SAC. Sie entscheiden darüber, ob sie die so genannte Gletscherinitiative unterstützen wollen – Michel, der im SAC zuständig ist für Umwelt und Raumentwicklung, wird die Volksinitiative vor den Delegierten verteidigen.

Das Volksbegehren will den Verbrauch von Erdöl, Erdgas und Kohle bis ins Jahr 2050 radikal herunterschrauben. Geschickt nutzen die Initianten und Initiantinnen das Bild der bedrohten Alpengletscher. Da ist die Unterstützung durch den Alpenclub eine willkommene Schützenhilfe.

Das Aus für Helikopterflüge?

Doch nicht alle SAC-Mitglieder unterstützen die Gletscherinitiative. Zu ihnen gehört Christian Grütter von der Walliser SAC-Sektion Monte Rosa. Er denke dabei etwa an die Bergführer, die auch auf Aktivitäten wie das Heliskiing angewiesen seien. «Die leben von dem – das Heliskiing ist für sie eine Einnahmequelle», sagt er.

Für Grütter soll die Bergwelt nicht nur geschützt werden, sondern auch genutzt werden dürfen. Und wenn die Initiative angenommen wird, könnte zum Beispiel das Heliskiing bedroht sein oder die Versorgung der SAC-Hütten durch Helikopter. Die Initiative spalte den SAC, kritisiert der Walliser: «Wir müssen aufpassen, dass wir uns nicht in Widersprüche verstricken», betont er.

Klar, der Klimawandel zeige sich auch in den Walliser Alpen. Darum betreibe seine Sektion die neue Monte-Rosa-Hütte energieeffizient, sagt Grütter. Auch biete seine Sektion keine Auslands-Expeditionen mit dem Flugzeug an. Aber es gehöre nicht zu den Aufgaben des SAC, politisch für das Klima zu kämpfen.

Einsatz für den Schutz der Alpen

Dem widerspricht der Unterstützer der Gletscherinitiative Michel vehement: «Es ist völlig logisch, dass sich der SAC dazu äussert.» Schliesslich sei in den Statuten verankert, dass man sich für den Schutz der Alpen einsetze.

Das sehen auch viele andere Sektionen im Alpenclub so, darunter auch die grösste SAC-Sektion der Schweiz, der SAC Uto der Stadt Zürich. Neben der Sektion Monte Rosa im Wallis hat sich bislang nur eine weitere Sektion aus Graubünden kritisch zur Gletscherinitiative geäussert.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von Köbi Leu  (Köbi Löwe)
    SAC und Klimawandel
    Menschengemachter Klimawandel ist Fakt. Wissenschaft und Forschung haben das längst bewiesen. Bis etwa um 1825 lebte der Mensch zu 100% im Einklang mit der Natur. Aber heute? Schaut unter flightradar.live und dann unter schiffsradar.live. Und wem das nicht reicht, der nimmt die etwa 2Mia. gleichzeitig betriebenen Motorfahrzeuge z.K. Waren alle diese Verbrenner um 1825 auch schon da? Das produzierte Übermass an CO2 führt als Treibhausgas zur Erderwärmung: >Unbequeme Wahrheit!
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  • Kommentar von Patrik Müller  (P.Müller)
    Die Rolle des SAC als Naturschützer und Naturnutzer ist so Gegensätzlich in der politischen Diskussion, dass er sich schon lange daraus verabschieden sollte um die Interessen der Nutzer zu vertreten. Dem Schutz von Landschaft und Natur widmen sich schon genug Organisationen.
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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Wo man hobelt fallen Spaene... und das wir auch der ACS zur Kenntnis nehmen muessen.. das Eine tun und das Andere lassen sind nicht immer moeglich..
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