Zum Inhalt springen

Header

Audio
Reparieren statt ersetzen
Aus Espresso vom 06.11.2020.
abspielen. Laufzeit 04:02 Minuten.
Inhalt

Wiederbelebte Teigmaschine In Repair-Cafés lassen sich horrende Reparaturkosten umgehen

Die Teigmaschine sollte beim Hersteller für 500 Franken geflickt werden. Im Repair-Café kostete es 20 Franken.

Die Teigrührmaschine von Kenwood eines «Espresso»-Hörers hat schon viele Jahre auf dem Buckel: «Seit gut 20 Jahren backen wir Brot mit ihr», erzählt er dem SRF-Konsumentenmagazin. Und nun machte sie keinen Wank mehr. Er brachte sie zur Herstellerfirma nach Baar (ZG) und bekam einen Kostenvoranschlag für die Reparatur: 500 Franken. Man empfehle eine neue Maschine.

Ich finde nicht fair, dass Kenwood so viele Teile auswechseln wollte. Und es ist auch unökologisch in der heutigen Zeit.
Autor: «Espresso»-Hörer

Der Besitzer holte seine Maschine wieder ab, bezahlte die Bearbeitungsgebühr von 64 Franken und brachte die defekte Teigrührmaschine in ein Repair-Café. Dort war sie in wenigen Stunden geflickt – Kostenpunkt: 20 Franken. Defekt war offenbar lediglich der Stecker des Kabels.

«Das ist doch ökologischer Blödsinn»

Der Besitzer der Maschine berichtet, die Maschine laufe nun wieder einwandfrei und er ärgert sich über Kenwood: «Ich finde nicht fair, dass Kenwood so viele Teile auswechseln wollte. Und es ist auch unökologisch in der heutigen Zeit.»

Bei Reparaturen sind wir bestrebt, die Funktion der an uns abgegebenen Maschine in bestmöglichen Zustand zu bringen.
Autor: Kenwood Swiss AG

«Espresso» fragt nach bei der Firma Kenwood in der Schweiz, welche zur Delonghi-Gruppe gehört. «Bei Reparaturen sind wir bestrebt, die Funktion der an uns abgegebenen Maschine in bestmöglichen Zustand zu bringen. Bei der von Ihnen beschriebenen Reparatur einer 20-jährigen Maschine wurden daher alle dem Verschleiss unterliegenden Komponenten angeboten.» Das heisst, nach der Reparatur soll ein Gerät wieder wie neu sein. Weiter schreibt uns Kenwood Swiss AG, man erhalte pro Jahr etwa 1300 solcher Küchenmaschinen, welche nicht mehr in die Garantiezeit fallen und ihre Werkstatt würde davon etwa 70 Prozent reparieren.

Zweitmeinung vom Repair-Café ist gefragt

Seit rund fünf Jahren gibt es in der Schweiz rund 160 Repair-Cafés. Diese sind auf Initiative der Stiftung für Konsumentenschutz entstanden. Die Geschäftsleiterin Sara Stalder spricht gegenüber «Espresso» von einem Erfolgsmodell. Reparateurinnen und Reparateure würden häufig zurückmelden, dass Leute eine Zweitmeinung einholen wollen, weil ein Hersteller die Anschaffung eines neuen Geräts empfiehlt. «Diese Gerätereparaturen in den Cafés sind nicht nur für die Umwelt ein Gewinn, sondern auch für deren Besitzer, welche weitere Jahre Freude haben und nicht wieder eine neue Bedienungsanleitung durchlesen und verstehen müssen.»

Espresso, 06.11.2020, 08:13 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

5 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Elvira Heim  (Flickstatt Baden)
    Wir betreiben seit Ende Januar in Baden ein Reparaturcafe (Flickstatt). Wir haben 3x pro Woche offen.
    Auch bei uns kommen immer wieder Leute mit Geräten, die nicht mehr repariert werden sollen, da es sich nicht mehr lohne. Dabei ist meistens nur etwas kleines defekt und es lohnt sich eben dann doch. Wir hatten bis jetzt über 400 Gegenstände zum reparieren und merken auch, dass ein Bedürfnis nach solchen Orten vorhanden ist.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Felix Bosshardt  (fbosshardt)
    In den Baumärkten gibt es dutzende LED-Leuchten wo die Platinen nicht ersetzt werden können. Wohlverstanden, das ist von der EU in neuen Regelungen zugelassen worden. Produkte die Energie sparend sind aber nicht repariert werden können. Da nützt nicht einmal ein Repair-café. Aber eine gute Sache diese Repair-Cafés.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Robert Frei  (RFrei)
    Für die 64 Franken Bearbeitungsgebühr wäre es doch das Mindeste gewesen, die Maschine zu öffnen und fachmännisch hineinzuschauen. Mit einem kompetenten Blick hätte man den Fehler sehen und gleich kulanzmässig beheben können. - Was Kenwood aber gemacht hat, ist eine hohe Gebühr für eine überteuerte Offerte zu verlangen. - Offerten ohne zusätzliche Leistung sind aber üblicherweise gratis.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen