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Hundekurse: Im Kanton Freiburg bald wieder obligatorisch
Aus Regionaljournal Bern Freiburg Wallis vom 21.05.2021.
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Wirrwarr bei Hunde-Regeln Obligatorische Kurse sollen Hundebisse verhindern

Im Kanton Freiburg sind Hundekurse wieder Pflicht. Seit dem Wegfall der nationalen Regelung ist es unübersichtlich: Herrchen und Frauchen müssen längst nicht überall in den Kurs.

Anfangs 2017 wurde das nationale Obligatorium für Hundekurse aufgehoben. Seither bestimmt jeder Kanton selber, welche Auflagen für Hundehalterinnen und Hundehalter gelten.

In Freiburg hat das Kantonsparlament nun entschieden, dass Hundekurse wieder obligatorisch sein müssen. Denn seit die Kurse nicht mehr obligatorisch sind, wurden im Kanton Freiburg laut dem Veterinäramt rund 50 Prozent mehr Hundebisse registriert.

Theoriekurs vor dem Kauf – praktische Prüfung 18 Monate später

Wer noch nie einen Hund hatte oder wer während den letzten zehn Jahren keinen hatte, muss vor dem Kauf einen fünfstündigen Theoriekurs besuchen. 18 Monate nach der Anschaffung müssen die Halter dann an einer Prüfung zeigen, dass ihnen ihr Hund gehorcht. Entsprechende Hundekurse, in denen genau dies trainiert wird, dürften also von den meisten Erstbesitzern besucht werden.

Im Kanton Bern ist 2018 ein Vorstoss im Kantonsparlament gescheitert, der die Hundekurspflicht wieder einführen wollte. Im Kanton Wallis gilt ab 2020 eine Kurspflicht, wenn es der erste Hund ist. Die gleiche Regelung wurde per Anfang Jahr im Kanton Neuenburg eingeführt.

In einigen Kantonen kommt es auf die Rasse an

Viele Kantone kennen auch die Regelung, dass bei Hunden mit einem erhöhten Gefährdungspotenzial – sogenannte Listenhunde – ein Kurs nötig ist. Im Kanton Thurgau kommt es ausserdem auf das Gewicht des Hundes an: Wenn der Hund 15 Kilo oder mehr auf die Waage bringt, muss er in den Hundekurs.

Im Kanton Zürich gilt aktuell noch die Regelung, dass kleinwüchsige Hunde von der Kurspflicht ausgenommen sind. Die Bestimmungen werden aber aktuell überarbeitet. Der Kantonsrat hat im letzten Jahr entschieden, dass der Hundekurs für alle Pflicht ist.

Hundedachverband begrüsst Kurse

«Vor allem bei Personen, welche erstmals einen Hund anschaffen, sind solche Kurse sinnvoll», sagt Hansueli Beer, Präsident der Schweizerischen Kynologischen Gesellschaft SKG. Der Theoriekurs vor dem Kauf könne für wichtige Themen sensibilisieren. «In so einem Kurs wird zum Beispiel vor unseriösen Händlern im Internet gewarnt. In Onlineshops können Welpen per Mausklick nach Hause bestellt werden», so Beer. Die Herkunft der Tiere sei dann aber nicht bekannt. «Möglicherweise kommt der Hund aus einem Gebiet, in dem die Tollwut noch nicht ausgerottet wurde.»

Im Homeoffice haben die Leute mehr Zeit und schaffen sich überstürzt einen Hund an.
Autor: Hansueli BeerPräsident SKG

Die obligatorischen Kurse würden auch viele unüberlegte Hundekäufe verhindern, ist Hansueli Beer überzeugt: «Im Homeoffice haben die Leute mehr Zeit und schaffen sich überstürzt einen Hund an. Wie sie dann die Betreuung ohne Homeoffice regeln, überlegen sich viele gar nicht.» Bei einem obligatorischen Kurs vor dem Kauf würden genau diese Fragen angesprochen. Darum fände es Hansueli Beer wichtig, dass noch mehr Kantone solche Kurse für obligatorisch erklären.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 20.05.2021, 17.30 Uhr;

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37 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Sprecher  (b8ilys)
    Wenn ich da an Italien und Südamerika denke, kann ich nur den Kopf schütteln.
    Dort kann fast jede Person mit Hunden umgehen. Etwas Akzeptanz untereinander hilft mehr als hundert Gesetze, Kurse usw.
    Gilt auch für Fussgänger, Radfahrer und Motorisierte.
  • Kommentar von Lukas Gubser  (Mastplast)
    Ich wurde als Kind 3x von einem Hund gebissen, meine Güte das gehört zum Leben dazu wie schnitt und Brandwunden.
    Das geht natürlich nur wenn man Eltern hat die nicht völlig ängstlich durchs Leben gehen aber solche können einem Kind sowieso selten was nützliches auf den Weg geben.
    Das Leben birgt nunmal sehr viele Risiken, kein Kurs hätte einen dieser Bisse verhindert.
    Ich rede hier nicht von Hunden die einem zerfleischen aber 98% der Hunde in der Schweiz sind auch nicht solche Rassen.
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Nicht jeder ist ein Tausendsassa wie sie.
  • Kommentar von Sepp Vogel  (SeppiV)
    In der Schweiz fällt auch auf, dass Familien mit Kinder viel zu ängstlich bei einer Hundebegegnung reagieren. Es bringen immer alle ihre Kinder in Sicheheit als gäbe es gleich einen Tsunami. Diese Angsmacherei von den Eltern schadet den Kinder mehr als sie nützt.Sie kriegen eine Angst und werden unsicher, das merken auch die Hunde.Begeistert eure Kinder..dass hilft ihnen und die Hunde spüren jede Gefühlsregung...in Italien schreien immer alle"guarda il bellissimo Cane!" und wollen streicheln..
    1. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      Die ängstlichen Kinder sind weniger ein Problem, es sind eher die Kinder die nie gelernt haben das man nicht alles anfassen darf. Ein Hund ist kein Monster, aber durch schlechte Haltung oder Angstmacherei wird er zu einem Monster gemacht. Mit meinem früheren Hund fuhr ich im ÖV fast immer ohne Sitznachbarn weil Sie Angst hatten vor einem dunkelfarbenen Hund. Er war übrigens ein Mischling aus Zwergschnauzer und Appenzeller. Er machte nie jemandem etwas und schlief sogar mit Katzen im Bettchen.