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Bundesrat löst wissenschaftlichen Klimabeirat OcCC auf
Aus Tagesschau vom 05.09.2021.
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Wissenschaftliche Perspektive Sommaruga verzichtet auf Beirat zum Klimawandel

  • Bundesrätin Simonetta Sommaruga will ab nächstem Jahr auf das beratende Organ für Fragen der Klimaveränderung – kurz OcCC – verzichten.
  • Das Departement für Umwelt erneuert das entsprechende Mandat nicht. Es läuft Ende Jahr aus.
  • Stattdessen suche man eine neue Form, um entsprechende Expertise einzubringen, so das Departement.

«Ich habe das mit Erstaunen zur Kenntnis genommen», sagt OcCC-Mitglied Thomas Stocker. Er ist ein international anerkannter Klimaforscher und hatte eine Leitungsfunktion im Weltklimarat inne. «Es ist wichtig, dass die Wissenschaft einen direkten Draht zur Regierung hat und auch beratend wirken kann», sagt er.

Was ist das OcCC?

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OcCC ist die sperrige Abkürzung für das beratende Organ für Fragen der Klimaveränderung. Die Abkürzung leitet sich aus der französischen Bezeichnung «Organe consultativ sur les changement climatiques» ab. Es hat den Auftrag, Empfehlungen strategischer Art zu Fragen der Klimaänderungen und zur Schweizer Klimapolitik aus Sicht der Wissenschaft zu Handen von Politik und Verwaltung zu formulieren.

Die extremen Ereignisse in diesem Jahr unterstreichen aus seiner Sicht die Notwendigkeit eines solchen Beratergremiums. Bereits in den vergangenen Jahrzehnten habe der Klimabeirat in seinen Berichten etwa vor Starkniederschlägen gewarnt oder über die Auswirkung der Klimaerhitzung auf die Schweiz berichtet. «Das sind wichtige Informationen für Entscheidungsträger», argumentiert Stocker.

Neue Ansätze der Unterstützung

Warum Bundesrätin Sommaruga das Mandat des Klimabeirats nun auslaufen lässt, tönt ihr Departement schriftlich nur an. Man verzichte auf eine WTO-Ausschreibung und «das Department klärt stattdessen neue Formen, wie die Klimaforschung wirkungsvoll unterstützt werden kann, damit sie neue Ansätze für die politische Diskussion entwickeln kann.»

Es braucht einen breiteren Ansatz.
Autor: Jürg Pfister Generalsekretär Akademie der Naturwissenschaften Schweiz

Jürg Pfister von der Akademie der Naturwissenschaften sieht den Entscheid als Chance: «Es braucht einen breiteren Ansatz.» Ein neues wissenschaftliches Gremium soll sich nicht nur um den Klimawandel kümmern, sondern sich umfassender um Nachhaltigkeit kümmern. Themen wie zum Beispiel Verstädterung und Raumentwicklung seien zentral für eine nachhaltige Entwicklung, erklärt Pfister.

Gesamtbundesrat unterstellt

Zudem sollte laut Pfister ein neuer Beirat direkt dem gesamten Bundesrat rapportieren – ähnlich wie die Corona-Taskforce. «Wir sehen in der Pandemie, was ein wissenschaftliches Gremium zu leisten vermag, wenn es über einen expliziten, offiziellen Kanal zur hohen Politik verfügt», sagt er. Mit dieser Erfahrung sei es ein guter Moment, den Klimabeirat neu zu denken.

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Stocker: «Es ist eine Chance, dieses Gremium auf einer höheren Ebene anzusiedeln»
Aus News-Clip vom 05.09.2021.
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Den Klimabeirat so neu zu denken, fände auch Klimaforscher Stocker gut. Mit einem direkten Mandat des Gesamtbundesrates liessen sich etwa alle Departement ansprechen, findet er. «Ich lasse mich überraschen.» Bis Ende Jahr steht das OcCC noch im Dienste des Umweltdepartements von Bundesrätin Sommaruga.

Tagesschau, 05.09.2021, 19:30 Uhr;

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18 Kommentare

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  • Kommentar von basil franguiadakis  (weissnix)
    es wäre sehr zu begrüssen, wenn es in naher zukunft eine klima-taskforce gäbe, welche die politik und wirtschaft zusammenführt um klima freundliche massnahmen so schnell umzusetzen wie es bei C19 der fall war/ist. theoretisch wäre es möglich! leider hat sich in der vergangenheit gezeigt, das menschen lieber reden als handeln, vorallem wenn es um themen geht, welche einen (noch) nicht direkt betreffen. die zukunft wird es wie immer zeigen. jeder wurstelt vor sich hin und der tag vergeht schnell.
  • Kommentar von Alex Schneider  (Alex Schneider)
    Es ist an der Zeit, dass endlich auch in Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit die Energiepolitik nach wissenschaftlich fundierten Ansätzen und nicht – wie das bisher leider der Fall war – nach dem Muster einer ideologisch verbrämten und interessenpolitisch gefärbten «Advocacy Research» diskutiert wird. Warner hat es genügend gegeben, die meisten wurden mit System übertönt oder gar zum Schweigen gebracht.“ (Auszug aus:Prof. Silvio Borner, gest., in Finanz und Wirtschaft, 11.03.2020)
  • Kommentar von Matt Frei  (sense against mainstream)
    Klima- und Umweltschutz sind sicher wichtig, man muss es damit aber auch nicht übertreiben! Allzu oft kriege ich den Eindruck, dass diese "Beratungsorgane" und "internationalen Gremien" Lobby Organisationen sind - von Unabhängigkeit keine Spur.
    1. Antwort von David López Garcia  (David López)
      Bloss nicht übertreiben. Lieber abwarten. Auf Freiwilliger Basis.

      Ach ne, Klimaflüchtlinge, marode Alpen, überschwemmungen, kaputte Ernten?

      Lieber noch mehr abwarten.
    2. Antwort von Samuel Nogler  (semi-arid)
      Ich durfte Herr Stocker persönlich an der Uni kennen lernen. Er versteht definitiv sehr viel vom Fach, wie auch die beiden Klimatologen Wanner und Brönnimann, die ich ebenfalls persönlich kennen lernen durfte.
      Die Lobby mag aus der grünen, roten und grünliberalen Partei kommen, von gewissen Medien und auch NGOs, aber bestimmt nicht von den drei erwähnten aussergewöhnlichen Wissenschafter, die auch bereits mehrmals auf Missstände in gewissen Klimaforschungsgruppen hingewiesen haben.
    3. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      So lange es nur ein Eindruck ist und es nicht einen einzigen handfesten Hinweis darauf gibt, kann man das getrost ignorieren.