Zum Inhalt springen

Header

Video
Blick-TV ist auf Sendung
Aus 10 vor 10 vom 17.02.2020.
abspielen
Inhalt

Zeitung setzt auf TV Blick-TV ist gestartet

Die grossen Verlagshäuser setzen auf Video. Ringier sendet seit heute Blick-TV. Was steckt dahinter, und hat das Erfolg?

Seit heute Morgen um 6 Uhr sendet Blick-TV. Beim neusten Medienprodukt des Verlagshauses Ringier handelt es sich um ein reines Online-Produkt: eine maximal viertelstündliche – sich wiederholende – News-Sendung im Live-Stream, die jede Stunde aktualisiert wird. Ein Programm, das sich zuallererst an Mobile-Userinnen und User richtet.

Blick-TV-Screenshot des Programms.
Legende: Seit heute Morgen um 6 Uhr präsentieren Moderatorinnen und Moderatoren Nachrichten auf Blick-TV. Screenshot Blick-TV

45 Vollzeitstellen hat Ringier für Blick-TV in den letzten Monaten geschaffen. Jonas Projer, Chefredaktor von Blick-TV, freut sich: «Der Konzern investiert in neue Stellen in einer Zeit, in der überall journalistische Stellen gestrichen werden.» Innert weniger als einem Jahr hat der Verlag ein Fernsehstudio aus dem Boden gestampft, das in den Newsroom integriert ist.

Gefässe vermischen sich

Beim Inhalt setzt man auf die bestehenden Blick-Redaktionen, sagt Projer. Ziel des Online-Fernsehens sei neben dem Live-Stream vor allem, dass Bewegtbild auch in der News-Seite von Blick eingebunden wird. Dort, wo sonst der Text das Geschehen prägt. Die Grenzen sollen sich vermischen. Das Fernsehen, so Projer, integriere sich in den «Blick».

Dahinter steckt, dass es schwieriger geworden ist, mit Journalismus Geld zu verdienen. Die Werbeeinnahmen sinken. Die grossen Verlagshäuser setzen neu verstärkt auf Bewegtbild, sie versuchen möglichst viel Video in ihre News-Seiten zu integrieren. Und damit auch Werbung zu verkaufen.

Konkurrenz zieht mit

Bei «20 Minuten» von der Konkurrentin Tamedia sind ähnliche Bestrebungen im Gang. Die Klicks auf Videos sind in den letzten Jahren gestiegen, die Werbeeinnahmen mit Bewegtbild haben sich seit 2016 vervierfacht. «20 Minuten» verstärkt die Video-Redaktion um 10 Personen und setzt auf Livestreaming.

Video
Marcel Kohler: «Man braucht Video, wenn 20 Minuten die führende Stellung halten will»
Aus News-Clip vom 17.02.2020.
abspielen

Für Marcel Kohler, Geschäftsführer von «20 Minuten», ist klar: Video sei zwar nicht das letzte Wachstumsfeld für die Medienbranche – aber es gebe auch nicht allzu viele. «Vor allem glauben wir, wenn man eine führende Stellung halten will, dann braucht es zunehmend Bewegtbildinhalt, und genau darum machen wir dieses.»

Video für Werbung

Thomas Friemel, Professor für Mediennutzung der Universität Zürich, beobachtet ebenfalls, dass Verlagshäuser seit mehreren Jahren Video in ihre Newsseiten einbinden. Nach den Gründen gefragt, antwortet der Wissenschaftler mit einer Frage: «Ist es wirklich so, dass Nutzer das Bedürfnis haben, mehr Bewegtbild zu nutzen und den Artikel nicht mehr lesen mögen?»

Video
Thomas Friemel: «Nutzer können Video-Werbung nicht überspringen»
Aus News-Clip vom 17.02.2020.
abspielen

Er denke, der Grund sei vielmehr darin zu finden, dass die Verleger «neue Möglichkeiten suchen, um Werbung auszuspielen, die Nutzerinnen und Nutzer nicht einfach überspringen können.» Hier gäbe es mit den Bewegtbildern gute Möglichkeiten.

Ob die Rechnung bei Blick-TV aufgeht? Innert drei Jahren, so gibt die Riniger-Leitung vor, soll Blick-TV profitabel werden.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Huber  (RolfHuber)
    Wenn ich nur schon die Schlagzeile im Screenshot dieses Artikels lese, wird mir schlecht. "Pannenzug-Bauer", das ist unterster, anspruchsloser Boulevard für anspruchslose Menschen. Nein danke, Blick.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Andy Gasser  (agasser)
    Ein immer weniger Nachgefragtes Medium, Print, sucht sein Glück in dem es auf Lineares TV setzt, im Jahr 2020. Die Aussichten für Ringier, aber auch andere Printverlage sind wirklich nicht rosig.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Asher Meng  (Ashi)
    Werde Blick TV trotzdem nicht konsumieren. Blick überzeugt mich seit ich lebe nicht und das sin bald 66 Jahre. Wenn ich in einem Cafė oder Restaurant sitze, lese ich Blick flüchtig durch. Glaube aber nicht alle Räuberstorys. Bild D ist noch tiefer im Niveau und trotzdem wird Blick viele Schweizer erreichen. Für jeden studierten Journalisten hat heute ein komischer Tag begonnen. Die Morphologie und Syntax lassen grüssen. Rege mich aber auch bei der NZZ für Fehler auf. Stress ist zu gross.f.Journ.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen