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Hypothekarzins-Fachleute schätzen die Situation für «Espresso» ein
Aus Espresso vom 06.05.2022.
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Zinsanstieg Keine Panik bei Hypotheken und Mieten

Wirken sich steigende Zinsen aufs Wohnen in Eigenheim und Mietwohnung aus? Jedenfalls nicht sofort, sagen Experten.

Seit Anfang Jahr ist der Richtsatz für 10-jährige Festhypotheken um über einen Prozentpunkt gestiegen. Aktuell liegt der Zins für eine solche Hypothek bei rund zwei Prozent. Die Banken hätten die Zinserhöhung der US-Notenbank schon vorweggenommen, sagt Adrian Wenger, Hypotheken-Spezialist beim VZ Vermögenszentrum, das selbst auch Hypotheken vermittelt: «Darum sind die Zinsen für 10-jährige Festhypotheken bereits im Vorfeld stark gestiegen.» Dafür erwartet Wenger nun keinen weiteren Anstieg mehr, sondern geht sogar davon aus, dass die Zinsen für Festhypotheken wieder sinken könnten.

Die Banken haben die Zinserhöhung der US-Notenbank schon vorweggenommen.
Autor: Adrian Wenger Hypotheken-Spezialist VZ Vermögenszentrum

Wettbewerb unter den Hypothekar-Anbietern spielt

Auch Stefan Meyner, Leiter Research beim Hypothekarvermittler Moneypark sieht keine weitere Zinserhöhung:  «Der Wettbewerb im Schweizer Hypothekarmarkt spielt sehr stark. Die verschiedenen Anbieter wie Banken, Versicherungen und Pensionskassen sind vom Entscheid der US-Notenbank unterschiedlich betroffen.» Das heisst für Immobilien-Besitzer, sie können vom Wettbewerb profitieren. Denn Banken, Versicherung und Pensionskassen wollen sich gegenseitig Hypothekar-Kunden abjagen. Das setzt attraktive Zinsen voraus.

Umso wichtiger sei es jetzt, die Zinsen der verschiedene Anbieter zu vergleichen, sagt Stefan Meyner vom Moneypark. Und Adrian Wenger vom VZ Vermögenszentrum empfiehlt abzuwarten und auf kurzfristige Hypotheken zu setzen: «Jetzt auf dem Höchststand eine langjährige Hypothek abzuschliessen ist keine gute Idee.»

Im laufenden Jahr rechnen wir nicht mit einer Veränderung.
Autor: Martin Tschirren Direktor Bundesamt für Wohnungswesen

Trotz höherer Zinsen: Wer in einer Mietwohnung lebt, muss nicht befürchten, dass die Miete schon im Herbst steigt. Relevant für eine Mietzinserhöhung ist der Referenzzinssatz von aktuell 1,25 Prozent, sagt Martin Tschirren, Direktor des Bundesamts für Wohnungswesen BWO: «Dieser wird nicht so schnell steigen. Im laufenden Jahr rechnen wir nicht mit einer Veränderung.»

Vereinfacht gesagt, ist der Referenzzinssatz der Durchschnittwert aller Hypotheken, die gerade am Laufen sind. Alle drei Monate berechnet ihn das BWO neu. Längerfristig könnte er schon steigen, meint Tschirren: «Wenn nun Hypotheken zu einem höheren Zinssatz abgeschlossen werden, wird sich das irgendwann in einem höheren Durchschnittswert und damit einem höheren Referenzzinssatz niederschlagen. Allerdings sehr verzögert.»

Verzögert einerseits, weil noch viele Hypotheken zu sehr tiefen Zinssätzen am Laufen seien, was den Durchschnittszins tief halte. Andererseits sei es nicht zwingend, dass eine neue Hypothek einen höheren Zinssatz habe als die alte. Ältere Hypotheken lägen beim Zins oft noch über den aktuellen Sätzen.

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Mieterhöhung: Referenzzins im Mietvertrag überprüfen

Ob bei einem höheren Referenzzinssatz die Miete tatsächlich steigt, hängt auch davon ab, zu welchem Zinssatz der Mietvertrag abgeschlossen wurde. Und ob der Vermieter seither bei Senkungen des Referenzzinssatzes auch die Miete gesenkt habe, sagt der BWO-Direktor.   

Als Beispiel nimmt Martin Tschirren einen Mietvertrag, der zu einem Referenzzinssatz von 2 Prozent abgeschlossen wurde. Seither sei die Miete nie gesenkt worden: «Wenn nun der Referenzzinssatz auf 1,5 Prozent steigt und der Vermieter will die Miete erhöhen, so kann die Mieterschaft dies anfechten.» Ein Blick in den Mietvertrag kann sich also lohnen.

Espresso, 06.05.22, 08:13 Uhr;

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