Zum Inhalt springen

Header

Audio
Lauberhornrennen in Zeiten des Klimawandels
Aus HeuteMorgen vom 17.01.2020.
abspielen. Laufzeit 02:08 Minuten.
Inhalt

Zu warm, zu wenig Schnee Der Klimawandel ist am Lauberhorn spürbar

Der Schneemangel ist eine Herausforderung für die Organisatoren des Lauberhornrennens. Sie erwägen, das Rennen künftig in den Spätwinter zu verschieben.

Ein Skirennen zu organisieren, war auch schon einfacher. Seit mehreren Jahren spiele das Wetter verrückt, sagt Urs Näpflin, OK-Präsident des Lauberhornrennens. Dieses Jahr sei es besonders schwierig. «Wir haben nicht einen Föhnsturm, sondern vier Föhnstürme in fünf Wochen. Wir haben jetzt eine Schönwetterlage mit Temperaturen, die praktisch nie unter 0 Grad gehen – das im Januar, in der eigentlich kältesten Zeit.»

Diesmal musste sogar Schnee per Helikopter zur Piste geflogen werden. Der Klimawandel trifft die Rennen hart. Deshalb achten die Organisatoren darauf, die Rennen so klimaschonend wie möglich durchzuführen. Die vielen Festzelte werden mit Holzheizungen betrieben, und weil nach Wengen keine Strasse führt, wird sowieso vieles per Bahn transportiert.

Urs Näpflin an einer Pressekonferenz
Legende: OK-Präsident Urs Näpflin steht in diesem Jahr vor einer schwierigen Aufgabe. Keystone/Archiv

Klimaneutralität ist eine Illusion

Allerdings: «Es gibt gewisse Sachzwänge, die anders einfach nicht möglich sind – Strom und Wasser braucht es, um Schnee zu machen», sagt Organisator Urs Näpflin.

Klimaneutrale Sportanlässe in dieser Grössenordnung seien schlicht nicht möglich, sagt Professor Jürg Stettler von der Hochschule Luzern. Ausser, die Organisatoren würden umstrittene und teure Klimazertifikate kaufen. «Wenn man entscheidet, den Event durchzuführen, dann ist Kompensation der einzig mögliche Weg, was man im Sinne des Klimaschutzes machen kann», so Stettler.

Wenn man entscheidet, den Event durchzuführen, dann ist Kompensation der einzig mögliche Weg.
Autor: Jürg StettlerHochschule Luzern

Schon nur des Geldes wegen sieht man das in Wengen skeptisch. Allerdings kann man sich vorstellen, den Terminplan anzupassen und die Rennen im Spätwinter durchzuführen – dann, wenn gewöhnlich mehr Schnee liegt.

Mauro Caviezel steht vor einem Hang mit wenig Schnee
Legende: Wenig Schnee am Start: Mauro Caviezel bei den Trainings am Lauberhorn. Keystone

Zieht das Tourismus-Argument noch?

Neuer Termin, mögliche Klimakompensation, noch mehr künstliche Beschneiung? Die Rennen sind zwar nicht grundsätzlich infrage gestellt. Doch wegen des Tourismus und der Werbewirkung partout daran festzuhalten, sei auch nicht unbedingt sinnvoll, meint Gemeindepräsident Martin Stäger. Denn wegen des Klimawandels sei auch der Skitourismus gefährdet. «Das bringt dann auch nichts mehr», so Stäger. «Wenn man gar nicht mehr Ski fahren kann, muss man auch keine Reklame mehr machen.»

Wenn man gar nicht mehr Ski fahren kann, muss man auch keine Reklame mehr machen.
Autor: Martin StägerGemeindepräsident Lauterbrunnen

«Wenn es wirklich dumm geht, kann man hier in zehn bis 15 Jahren nicht mehr Ski fahren», unkt Stäger. Wie weiter also mit den Lauberhornrennen in Zeiten des Klimawandels? Die Diskussion im Tal hat erst begonnen, aber aufgrund der aktuellen Bedingungen drängt sie sich immer mehr auf.

Rennen wie geplant

Die Weltcup-Rennen der Männer am Lauberhorn finden trotz Wetterkapriolen wie geplant statt:

  • Freitag: Alpine Kombination – 10:15 Uhr Abfahrt; ab 13:30 Uhr Slalom; 19:00 Uhr Siegerehrung
  • Samstag: Abfahrt – 12:00 Uhr; um 19:00 Uhr Siegerehrung
  • Sonntag: Slalom – 09:55 Uhr 1. Lauf; ab 13:05 Uhr 2. Lauf

Alle Rennen und Läufe können Sie live auf SRFzwei, auf srf.ch/sport und in der SRF Sport App mitverfolgen.

Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Push-Mitteilungen aktivieren

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

66 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Grösser, schneller und immer bequemer, heisst die Devise im Bergtourismus. Trotz Klimawandels, fortschreitender Gletscherschmelze und wenig Schnee wird die Natur ohne Rücksicht weiter ausgebeutet. Die einen wollen viel mehr Tourismus und einen grossen Skizirkus, andere setzen auf Bewahrung ihrer Heimat, auf Nachhaltigkeit und fordern ein radikales Umdenken in Sachen Tourismus. Welche ökologischen Folgen haben noch mehr Pisten, neue Mega-Schneekanonen? Alpenrausch im Klimawandel?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beat Reuteler  (br)
    Aufgrund eines Zyklus auf der Nordhalbkugel, der gewisse Ähnlichkeiten, und eventuell auch Zusammenhang mit dem EL Ninno Zyklus auf der Südhalbkugel hat, haben Meteorologen bereits ca. 2012 / 2013 Langfristprognosen erstellt, die für die Jahre ab 2017 für ein Paar Jahre eher wieder strengere Winter vermutet haben. Ich hatte mir das gemerkt weil ich es Abenteuerlich fand. Mit den Wintern 18 und 19 hätte sich das aber bewahrheitet und event. ist dieser Zyklus nun bald vorüber.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans Schneider  (Hans Schneider)
    .... einmal mehr wird das Klima oder die Klimahysterie bemüht. Dass es jetzt regnet = (Klima), dass es letzten Winter so viel Schnee hatte = (Klima), vielleicht ist es in 2 od. 3 Wochen - 10 Grad, Frage und dann? Ja klar (Klima). Gsehsch dr Bögg?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Albert Planta  (Plal)
      Der Böög sehen wir erst Ende April. Kommt garantiert sicher im SRF:-)
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von mahmut alane  (holundder)
      Versuchen sie doch mehr als 2-3 Jahre anzuschauen. Und auch nicht die extreme. Einzig die durchschnittliche Temperatur hat hier aussagekraft. Wir haben rekord nach rekord jedes neue Jahr. Durchschnittlich wirds immer wärmer... Wollen sie das auch leugnen? Dann ist nicht mehr zu helfen. Tfg to far gone, wie einige trump supporter.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen

Mehr aus SchweizLandingpage öffnen

Nach links scrollen Nach rechts scrollen