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Das Tessin leidet unter den fehlenden Zugverbindungen
Aus Schweiz aktuell vom 08.12.2020.
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Züge Italien-Schweiz Gobbi: «Dieser Entscheid stellt den Schienenverkehr infrage»

Die grenzüberschreitenden Zugverbindungen zwischen der Schweiz und Italien werden ab Donnerstag auf unbestimmte Zeit eingestellt. Der Zugverkehr fällt aus, weil sich die SBB nicht an die Schutzmassnahmen der italienischen Regierung halten kann – etwa Temperaturmessungen in den Zügen. Wie hart trifft das den Kanton Tessin mit seinen Grenzgängerinnen und Grenzgängern? Regierungspräsident Norman Gobbi nimmt Stellung und erklärt, wieso er den Entscheid doch noch verhindern will.

Norman Gobbi

Norman Gobbi

Tessiner Regierungspräsident

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Norman Gobbi wurde am 10. April 2011 als Staatsrat des Kanton Tessins gewählt und übernahm die Leitung des Departements für Inneres, Justiz und Polizei. Wie bereits 2015/16 amtet Gobbi nun wieder als Tessiner Regierungspräsident.

SRF News: Was bedeutet der Entscheid, den Schienenverkehr einzustellen, für das Tessin?

Norman Gobbi: Das ist für uns ein einseitiger und auch unverständlicher Entscheid. Denn eigentlich stellt das den Schienenverkehr infrage, der auch eine Rolle gespielt hat für die Lebensqualität auf der schweizerischen Seite wie auf der italienischen Seite der Grenze. Weniger Verkehr auf der Strasse ist auch besser für die Lebensqualität.

Sehr viele Italienerinnen und Italiener reisen jeden Tag ins Tessin zur Arbeit. Sie sind auf den ÖV angewiesen. Was bedeutet das für diese Menschen?

Diese Grenzgängerinnen und Grenzgänger werden wohl künftig für ihren Arbeitsweg mehr Zeit brauchen und sicher das Auto oder das Motorrad nutzen.

Das ist auch eine Verschlechterung der Lebensqualität.

Das heisst auch mehr Wartezeit an der Grenze oder auf der Autobahn oder der Kantonalstrasse. Und es ist eben auch eine Verschlechterung der Lebensqualität.

Haben Sie als Regierungspräsident irgendwelche Einflussmöglichkeiten, um diesen Entscheid noch umzukehren?

Seit gestern haben wir sofort gehandelt – südlich als auch nördlich des Gotthards. Wir haben nach Milano telefoniert zu unseren Kollegen in der Regierung der Lombardei, um eine Intervention nach Rom zu schicken, zum Beispiel beim Transportministerium. Gestern führte ich auch ein Telefongespräch mit Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, um das Problem zu erklären. Sie wird noch heute ein Telefongespräch mit den Kollegen in Italien führen.

Sie hoffen also, dass der Entscheid doch noch nicht definitiv ist?

Wir denken und wir hoffen, dass die grenzüberschreitenden Zugverbindungen zwischen der Schweiz und Italien nicht über Wochen und fast bis in den März hinein eingestellt werden.

Das Gespräch führte Michael Weinmann.

Schweiz aktuell, 08.12.2020, 19:00 Uhr;

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Patrick Charpilloz  (Skeptiker)
    1) wenn die SBB es nicht schafft, das zu machen was die Italiener können, ist sie nichts weiter als ein unfähiger Haufen und sollte sich schämen.
    2) das selbe an den Strassen-Grenzposten einführen. Bei jederPerson die einreisen will, wird Fieber gemessen. Mal sehen, wie lange Rom dumm tut, wenn ihre Bürger wegen Monsterstaus an den Grenzen nicht mehr in die Schweiz zur Arbeit kommen.
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  • Kommentar von Peter König  (Vignareale)
    Immer schöner nein schlimmer die staatliche Bundesbahn SBB macht eigenständige
    Politik das ist gegen jede Vernunft
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  • Kommentar von Marco Cappuccini  (Marco C.)
    Sehr wahrscheinlich ist die SBB mit den italienischen Massnahmen überfordert...im Gegensatz zu den SNCF und ÖBB...
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    1. Antwort von Max Wyss  (Pdfguru)
      @Marco C.: Wenn Sie ja schon so gut Bescheid wissen, wo gibt es ein vergleichbares grenzüberschreitendes Verkehrsaufkommen (Anzahl Passagiere, Anzahl Züge) zwischen Italien und Frankreich, bzw. zwischen Italien und Österreich?? Dabei müssen die Züge über den Grenzbahnhof hinaus verkehren!

      xx xxxxxxxx (hier hat die automatische Netiquette-Kontrolle eingegriffen)
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