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Temporäres Grounding von Adria Airways
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 24.09.2019.
abspielen. Laufzeit 00:29 Minuten.
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Zürich–Lugano «Auch die Swiss überlegt sich, diesen Inland-Flug einzustellen»

Aktuell fliegt kein Flugzeug der Adria Airways mehr von Zürich nach Lugano. Dies aufgrund finanzieller Engpässe der slowenischen Fluggesellschaft. Von Zürich nach Lugano mit dem Flugzeug: ergibt das überhaupt Sinn? Viel Zeit spart man nicht – wenn überhaupt. Ausserdem ist die Reise mit dem Zug klimafreundlicher. Laut Flugverkehrs-Experte Stefan Eiselin schneidet das Flugzeug tatsächlich schlechter ab. Mit ein Grund dafür, dass Schweizer Inland-Flüge auf dem absteigenden Ast seien.

Stefan Eiselin

Stefan Eiselin

Journalist

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Stefan Eiselin ist Journalist und Chefredaktor des Aviatik-Portals Aerotelegraph.

SRF News: Was sind das für Leute, welche die Strecke Zürich-Lugano fliegen?

Stefan Eiselin: Die Mehrheit sind Transferpassagiere, also Leute aus dem Tessin und dem nördlichsten Norditalien, die in Zürich auf einen Flug nach Übersee oder Europa umsteigen.

Ein Flug von Zürich nach Lugano und zurück kostet ca. 140 Franken, während die Zugfahrt ohne Halbtax ca. 130 Franken kostet und zudem umweltschonender ist. Was spricht für den Flug Zürich–Lugano?

Die Flugstrecke Zürich-Lugano ist tatsächlich für viele nicht geeignet. Der Flughafen Lugano liegt nicht gerade zentral, in Zürich müssen sie noch vom Flughafen ins Zentrum fahren.

Flughafen Lugano.
Legende: Zurzeit fliegen keine Maschinen der Adria Airways von Zürich nach Lugano. Keystone

Mit Sicherheitskontrolle, Warteschlangen und der Anreise ist der Zug wohl meistens bequemer und schneller. Die Inbetriebnahme des Ceneri-Basistunnels wird das Ganze noch verstärken.

Aktuell dominiert die Debatte über den Klimaschutz. Ist es sinnvoll, in diesen Zeiten überhaupt einen solchen kurzen Flug anzubieten?

Flüge machen nur etwa drei Prozent des globalen CO2-Austosses aus. Die Branche wächst aber stark. Daher muss sie in der Tat noch mehr tun, um ihre Emissionen zu verringern, als sie das jetzt schon tut. So wie alle anderen Branchen und die Privaten gefordert sind.

Swiss hat bereits angedeutet, dass sie sich vorstellen kann, den Flug zugunsten der Bahn einzustellen.

Das wird aber inzwischen auch weiterhum anerkannt. Ersetzbare kurze Flüge zu streichen ist allerdings nur eine kleine Massnahme. Das hat beispielsweise KLM gerade bei Amsterdam–Brüssel angekündigt, Austrian Airlines hat es bereits bei einigen Strecken im Inland getan.

Zürich-Lugano ist ein Beispiel. In der Schweiz auch noch andere Kurzstreckenflüge. Haben diese eine Zukunft?

Am Ende ist es die Nachfrage, die entscheidet. Swiss hat bereits angedeutet, dass sie sich vorstellen kann, den Flug zugunsten der Bahn einzustellen. Dafür braucht es aber noch gewisse Vorkehrungen, damit Passagiere und Gepäck problemlos vom Flieger mühelos auf die Bahn kommen. Aktuell gibt es beispielsweise noch keine direkten Züge vom Flughafen Zürich nach Lugano.

Das Gespräch führte Benjamin Hostettler.

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20 Kommentare

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  • Kommentar von Michael Treiber  (Michael Treiber)
    Hat man schon darüber nachgedacht ob 4 ausgelastete Flüge pro Tag nicht ökologisch sinnvoller sind als 20 häufig fast leere Züge am Tag? Ich finde die Diskussion über die Abschaffung des Flugs und damit die Beerdigung des Flughafens Lugano für absolut scheinheilig! Es geht um bis zu 200 Arbeitsplätze und um die Aussenwirkung für die Wirtschaft welche katastrophal wären. Ich bin aber selbst der Meinung nicht jeder muss fliegen, die ganzen Billigflieger sollte man verbieten! Das wäre ökologisch!
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  • Kommentar von W. Pip  (W. Pip)
    Inlandflüge gehören per Gesetz verboten.
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  • Kommentar von Christian Baumann  (Christian Baumann)
    Wer - ausgenommen diejenigen die mit Privatjets abheben - braucht eigentlich einen Flughafen in Lugano? Nichtmal EasyJet fliegt dahin....
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