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Starker Zulauf bei Demonstrationen gegen Corona-Massnahmen
Aus Schweiz aktuell vom 09.03.2021.
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Zulauf bei Massnahmen-Gegnern Anti-Corona-Demos: Kaum Widerstand gegen den Widerstand

Trotz Lockerungen der Massnahmen erhalten die Demonstrationen von Corona-Gegnern weiterhin Zuwachs. In Chur demonstrierten letzten Samstag über 4000 Menschen, grösstenteils ohne Masken.

Im Januar demonstrierten noch 400 Personen in Schwyz gegen die Einschränkungen, am 20. Februar versammelten sich bereits 1000 Teilnehmer in Wohlen. Letzten Samstag kam es zum neuen Höhepunkt von diesem Jahr: In Chur gingen 4000 Shutdown-Gegner auf die Strasse. Dies, obwohl der Bundesrat letzte Woche die Läden wieder geöffnet und weitere Lockerungen in Aussicht gestellt hat.

Der Politologe Michael Hermann, der die Stimmung in der Bevölkerung seit Beginn der Pandemie untersucht, erklärt sich die Zunahme des Widerstands mit dem andauernden Ausnahmezustand: «Wir sind immer noch sehr weit weg von der Normalität, immer mehr Menschen sind von einer immer grösseren Belastung durch die Pandemie betroffen. Da ist es normal, dass der Widerstand trotz Lockerungen grösser wird», sagt er.

Priorität: Eskalationen verhindern

Die Demonstrierenden in Chur taten ihren Widerstand mit Parolen gegen die Massnahmen und den Bundesrat kund. Zudem hielten sich mit dem Lauf der Zeit immer weniger Teilnehmende an die Maskenpflicht. Dabei war das Tragen von Masken eine Auflage für die Durchführung der Veranstaltung. Die Polizei vor Ort schritt trotzdem nicht ein.

«Wir haben uns entschieden, nicht zu intervenieren, auch um Eskalationen zu verhindern», sagt Ueli Caluori, Kommandant der Stadtpolizei Chur. Man habe eine Güterabwägung gemacht und die Verhältnismässigkeit miteinbezogen. «Bei einer Veranstaltung dieser Grössenordnung ist die Wahrung der Sicherheit besonders wichtig», so Caluori. Darum zieht der Kommandant trotz Nichteinhaltung der Maskenpflicht eine positive Bilanz.

Wenn man die Gesetze gar nicht durchsetzt, beginnen sich die Leute zu fragen, ob die Gesetze freiwillig sind.
Autor: Michael HermannPolitologe

Auch Hermann betont, dass es in einer solchen schwierigen Situation ein gewisses Augenmass bei der Umsetzung von Regeln brauche. «Gewisse Gesetze sind im Einzelfall nicht durchsetzbar – die rigorose Umsetzung würde zu einer grösseren Eskalation führen.» Doch er warnt auch: «Wenn man die Gesetze gar nicht durchsetzt, beginnen sich die Leute zu fragen, ob die Gesetze freiwillig sind. Man spielt mit dem Feuer.»

Diskrepanz der Behörden

Applaus erntete die Zurückhaltung der Churer Stadtpolizei bei den Demonstrierenden letzten Samstag. Eine Rednerin lobte das Verhalten als diplomatisch, wie man es in der Schweiz von der Polizei halt kenne.

Ein ganz anderes Bild zeigte sich am Samstag in Zürich: An einer unbewilligten Demo anlässlich des Weltfrauentages nahmen mehrere hundert Personen teil. Hier wurde die Maskenpflicht eingehalten. Doch die Polizei ging rigoros mit Pfefferspray und Tränengas und gegen die Demonstrierenden vor. Es kam zu Sachbeschädigung durch Sprayereien.

Toleranter zeigte sich die Zürcher Polizei gestern: Sie begleitete eine weitere unbewilligte Kundgebung und löste sie nicht auf.

Schweiz aktuell, 09.03.2021 19:00 Uhr

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117 Kommentare

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  • Kommentar von Conny Hasler  (conhas)
    @Bluemer (Mark Bluemer)
    was man aber den Demonstranten dafür vorwerfen kann,dass viele keine Maske tragen;und dies wird jeweils bei der Bewilligung als Voraussetzung angegeben.D.h. die Anti Corona Demonstranten sind meist friedlich,können aber mit der Maskenablehnung durchaus dafür sorgen,dass die Fallzahlen wieder steigen.D.h wenn dies so wäre,wäre dies eine Folge dieser Demos für die ganze Bevölkerung!
  • Kommentar von Conny Hasler  (conhas)
    @Rohr (Bergbiber)
    meine Antwort:ich gehe schon seit vielen Jahren an verschiedene Demos; aber sicher nicht an Anti Corona Demos.Darum stimmt Ihr Kommentar (=Und das die Demos bei Ihnen nichts nützen, das weiss ich schon lange) eigentlich gar nicht
  • Kommentar von Conny Hasler  (conhas)
    @ Rohr (Bergbiber)
    nun an diesen Demos laufen regelmässig Rechtsradikale mit;ausserdem wird immer wieder von Rednern nationalsozialistisches Gedankengut verbreitet und Demonstrierende tragen zum Teil Armbinden,wie sie damals Juden tragen mussten.Dies sind nun einfach Facts.
    1. Antwort von Thomas Schneebeli  (Thomas Schneebeli)
      Conny Hasler,

      Am 1 Mai läuft auch der Schwarze Block mit, das habe ich miterlebt. Das war kein Spass.
      Keiner der Demonstranten hat sich von denen distanziert, noch die Demonstration verlassen.
      Extremismus ist immer schlecht.
      Pauschalisieren ebenso.

      Wenn uns die Politik den Weg mit dem Virus und in ein normales Leben nicht endlich und schnell aufzeigt,
      wird der Druck von der Strasse noch grösser.