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Schweizer Städte beschäftigen sich mit Fragen der Ernährung
Aus SRF 4 News aktuell vom 16.10.2020.
abspielen. Laufzeit 02:31 Minuten.
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Zum Welternährungstag Essen wie auf dem Land – aber in der Stadt

Dreiviertel der Weltbevölkerung lebt in Städten. Entsprechend fällt Städten eine wichtige Rolle zu bei der Frage, wie man sich nachhaltig ernährt. Ein Blick nach Zürich.

Städte wie Zürich seien nicht geeignet, um Nahrungsmittel im grossen Stil anzubauen, sagt Michel Roux vom Ernährungsforum Zürich. Dieser gemeinnützige Verein mit 110 angeschlossenen Firmen hat sich Nachhaltigkeit auf die Fahne geschrieben – und dafür seien Städte sehr wichtig: «Die Städte verfügen nicht nur über viele Menschen, sondern auch über viele Ressourcen: Infrastruktur, Investitionen, Fachwissen.»

Sie seien die Zentren der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Innovation, «gerade auch im Ernährungsbereich», so Roux. Im Rahmen der Weltausstellung in Mailand vor fünf Jahren hätten sich über 140 Städte weltweit verpflichtet, eine gesunde, ökologische Ernährung zu fördern. Auch Zürich habe da unterschrieben und bereits erste Pflöcke eingeschlagen.

Produkte aus dem Umkreis von Zürich

«Die Stadt Zürich verfügt über 450 Verpflegungsbetriebe, und die sollen eine Vorbildrolle in der Gemeinschaftsverpflegung übernehmen», sagt Roux. So sollen bis zu 50 Prozent der verarbeiteten Lebensmittel ein Bio- oder IP-Label tragen oder auch aus der unmittelbaren Umgebung der Stadt stammen.

In der Privatwirtschaft verfolge das Ernährungsforum Zürich ähnliche Ziele, sagt Roux. Zum Beispiel in Kantinen: «Etwa ein Drittel aller Lebensmittel, die produziert werden, gehen auf dem Weg in den Magen irgendwo verloren.

Gesundes Essen in Schulkantinen

Das Ziel dieser Kantinen sei, die Verluste unter zehn Prozent der Produktionsmenge zu drücken. Geht es nach dem Ernährungsforum, sollen Städterinnen und Städter zudem von den Bauern der Umgebung lernen, mehr saisonal zu kochen, um nachhaltiger zu essen – oder schlicht den Fleischkonsum zu reduzieren. Allerdings: Gerade in Städten leben viele Menschen mit sehr kleinen Budgets. Teure Bio-Produkte liegen da kaum drin.

Das sei ein Problem, räumt Roux ein. Abhilfe schaffen sollen Projekte für Gemeinschaftsküchen. Denn selber kochen sei günstiger, als Fertigprodukte aufzuwärmen. Und: Ab 2025 werde es in sämtlichen Zürcher Schulen subventionierte Kantinen geben. Das sei eine Chance, Schulkindern gesunde Mahlzeiten anzubieten – unabhängig vom Familienbudget.

SRF 4 News, 16.10.2020, 06:45 Uhr

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5 Kommentare

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  • Kommentar von René Balli  (René Balli)
    Wenn schon nur ein Bruchteil der 84 Mia. Kosten des Gesundheitssystems in nachhaltige Ernährung fliessen würde, wäre schon viel für Umwelt, Mensch und Gesundheit erreicht!
  • Kommentar von Markus Baumann  (pierrotlunaire)
    Und wieder die Träumerei: Es ist NICHT möglich, ohne moderne, intensive Landwirtschaft und Importe eine 8 Millionen-Schweiz zu ernähren. Selbst nicht ganz bescheiden. Das Geschwafel von einer 10-12 Millionen-Schweiz nicht mal berücksichtigt. Das Grundproblem, wie überall, ist die Überbevölkerung der Lebensräume, welche „Naturnähe“ verunmöglichen. Es mag für ein paar Idealisten Nischen geben, für die Masse gibt es das nicht. Sonst ist bald Hungern angesagt.
    1. Antwort von Anita Rusterholz  (Anita Rusterholz)
      @pierrotlunaire
      Mit den elendiglich eingesetzten Giften schwindet vermehrt die Bodenfruchtbarkeit, was es eben für die intensive Landwirtschaft braucht - Gift! Auch manipuliertes Saatgut. Ein gesunder
      Boden lebt mit Würmern. Die Erträge bei den Bio/Demeter Bauern sind freudigen Ausmasses. Weniger Fleisch auf dem Teller. Nachdenken über Trinkwasser- !
    2. Antwort von Markus Baumann  (pierrotlunaire)
      @Rusterholz Würden weltweit alle Bauern nach Bio/Demeter-Vorschriften produzieren, hätten wir umgehend Nahrungsmittelknappheit. Es gibt auch intensive Landwirtschaft, die nicht nur „Gift“ verstreut. Man kann den Boden schonen und fruchtbar halten in Kombination verschiedener Ansätze. Ohne verbessertes Saatgut wäre die Menschheit nicht mehr zu ernähren. Und ohne Schädlingsbekämpfung auch nicht. Da können wir noch lange „grün träumen“. Die Realität ist eine andere.
  • Kommentar von Anita Rusterholz  (Anita Rusterholz)
    Gesunde Ernährung JA ! Die industrialisierte Landwirtschaft kann solche Ernährung nicht liefern. Tragen wir nicht bald Sorge zum restlichen Land, bedeutet das der Ruin für eine 10 Mio CH !

    „Es braucht Pflanzen und Pilze, die aus unbelebter Materie Biomasse erzeugen können. Es braucht Tiere, die sich davon ernähren und andere Tiere, die sich von Tieren ernähren. ... Einen direkten Nutzen hat die Artenvielfalt in unserer Ernährung, die komplett von Tier- und Pflanzenprodukten abhängt.“ Ende !