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Legende: Video Swissgrid warnt vor Stromengpass abspielen. Laufzeit 01:54 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.04.2019.
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Zusammenarbeit mit der EU Lahmgelegtes Stromabkommen bereitet Swissgrid Sorgen

Das Rahmenabkommen ist zentral für die nationale Netzgesellschaft – und damit für die schweizerische Stromversorgung.

Das Stromabkommen, welches die Teilnahme der Schweiz am europäischen Strommarkt regelt, läge unterschriftsbereit auf dem Tisch. Doch unterschrieben wird vorerst nichts: Denn ohne institutionelles Rahmenabkommen gibt es kein Stromabkommen, so die Position der EU. Für Swissgrid-Chef Yves Zumwald ein schwieriger Zustand.

Denn die Schweiz sei keine Insel. Im Gegenteil, sie ist eine Stromdrehscheibe mitten in Europa – eingebunden in den europäischen Strommarkt und das europäische Stromnetz. Und das müsse auch so bleiben, wenn das Stromnetz stabil bleiben solle, so Zumwald.

Bereits jetzt spüre man in der Schweiz Nachteile. Bei der internationalen Strommarktentwicklung gerate man zusehends in Abseits: «Wir sind schon heute ausgeschlossen. Wir arbeiten daran, eine neue Handelsplattform aufzubauen. Und nur für die Schweiz eine Lösung zu finden, das wird kosten.»

Ein ‹Netz Schweiz› existiert nicht. Wir sind mit Europa verbunden und müssen zusammenarbeiten.
Autor: Yves ZumwaldCEO Swissgrid

Wie viel das die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten zusätzlich kosten würde, sei noch nicht abschätzbar. Ein weiterer Punkt ist die Versorgungssicherheit. Denn die Schweiz ist punkto Strom abhängig vom Ausland und damit vor der EU – gerade im Winter, wenn zu wenig einheimischer Strom zur Verfügung steht. «Ein ‹Netz Schweiz› existiert nicht. Wir sind mit Europa verbunden und müssen zusammenarbeiten», sagt der Swissgrid-Chef.

Es wäre für Europa eine Herkulesleistung, die Leitungen um die Schweiz herum zu bauen.
Autor: Felix NipkowSchweizerische Energie-Stiftung

Könnte es also ohne Stromabkommen zu ernsthaften Versorgungsengpässen in der Schweiz kommen? Für Felix Nipkow von der Schweizerischen Energie-Stiftung ist die Situation nicht so dramatisch. Die Schweiz sei sehr gut im europäischen Netz integriert. «Es wäre für Europa eine Herkulesleistung, die Leitungen um die Schweiz herum zu bauen. So lange das nicht der Fall ist und die Schweiz in diesem Netz integriert ist, wird der Strom auch in und über die Schweiz fliessen.»

Ein Réduit Suisse ohne Stromabkommen?

Aber auch Nipkow sagt, ein Stromabkommen für die Schweiz sei wichtig – gerade auch was die Umsetzung der Energiestrategie 2050 betrifft. Wenn die Energie aus Atomkraftwerken wegfallen wird und dafür mehr Wind- und Sonnenenergie zur Verfügung stehen sollen. Denn auch die Ziele der Energiestrategie sind auf ein Stromabkommen mit der EU abgestimmt.

Was also, wenn kein Stromabkommen zustande kommt? Man sei daran, einen Plan B zusammen mit dem Bundesamt für Energie und der Aufsichtsbehörde Elcom zu erarbeiten, sagt Zumwald, doch: «Ohne Stromabkommen werden wir ein Réduit Suisse haben» – wenn es nicht doch noch gelingt, im politischen Ringen um das Rahmenabkommen auch eine Lösung für den Strommarkt zu finden.

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47 Kommentare

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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Vor der Energiewende musste etwa 2-3 Mal im Jahr zwecks Netzstabilität eingegriffen werden (man liess das Wasser bei den Flusskraftwerken durchlaufen; ist schnell machbar). Heute geschieht das fast täglich, was enorme Kosten verursacht und de facto hoch subventionierte Energie vernichtet. Der Wahnsinn wird aber noch durch das 2.46 Milliarden(!) teure "Strategische Netz 2025" getoppt: Was als "Sicherheit" ausgewiesen wird, dient in Wahrheit der "optimalen" Vernichtung von volatilem Strom.
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
    Es ist kein Problem, dass sich die Schweiz mit Strom selbst versorgt. 6 MS-Reaktoren, mit 500MW Leistung, betrieben mit dem bereits vorhandenen Atommüll, aufgestellt in Kaiseraugst, Beznau, Muri AG, Mühleberg, Moudon und Rolle können die Schweiz klima- & landschaftsschonend (unterirdisch), sicher und günstig mit Strom versorgen und dank Technologie rund 10'000 Jobs schaffen. Doch Links-grün importiert lieber Anlagen aus China, zerstört die Landschaft und vernichtet en Gros Arbeitsplätze.
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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Es ist mir sowieso ein Rätsel, woher D, F, AU, und I ihren im Winter anscheinend im Überfluss vorhandenen Strom hernehmen um damit die CH zu beliefern? D hat mit seiner Energiewendepolitik ja selber mühe ihr Netz stabil zu halten, geschweige denn Italien... Wenn in unserem Umland dann nur noch CO2 freie solar- und Windkraftwerke laufen möchte ich wissen woher die Terrawatts kommen sollen im Winter.
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    1. Antwort von Reto Camenisch (Horatio)
      Durch CO2 freie solar- und Windkraftwerke Sommerenergie gespeichert in Speicherseen, oder anderen Speicher-Technologien.
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    2. Antwort von Jean-Philippe Ducrey (Jean-Philippe Ducrey)
      @Camenisch: Eine Unwahrheit wird nicht wahrer auch wenn man sie 1000Mal wiederholt: Sie können kaum Wind- und PV-Energie in den Speicherseen speichern, ganz einfach weil Sie die notwendigen Speicherkapazitäten dafür nicht haben. Und wenn man zusätzliche Speicher bauen will, verhindert Links-Grün dies (siehe Oberaar, siehe Greina etc.). Fakt ist: Der hoch subventionierte Wind- und PV-Flatterstrom wird praktisch 1:1 vernichtet, weil er schlichtweg unbrauchbar ist und nur hohe Kosten verursacht.
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