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Die Menschen sind Corona-müde und gestresst. Manche lassen ihren Frust an den Behörden aus.
Aus Regionaljournal Basel Baselland vom 21.12.2020.
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Zweite Corona-Welle Basler Behörden erhalten mehr Drohungen seit der zweiten Welle

Wegen der Corona-Pandemie stehen Behörden und Entscheidungsträger stärker im Fokus und kriegen dies auch zu spüren.

Das Basler Gesundheitsdepartement erhält in der zweiten Corona-Welle dutzende Mails am Tag, wie es auf Anfrage vom SRF Regionaljournal heisst. Das sei rund zehnmal mehr als noch vor ein paar Wochen, sagt Kantonsarzt Thomas Steffen. Oft erhielten sie Mails mit Fragen, aber nicht nur.

Während im Frühling in der Bevölkerung das Gefühl von Solidarität vorherrschte, seien nun im Winter viele Menschen Corona-müde und gestresst. Und das bekommen die Behörden zu spüren.

Strafanzeige erstattet

Denn längst nicht alle Menschen äussern ihre Bedenken oder Kritik am Kurs der kantonalen Entscheidungsträgern höflich und sachlich. Manche lassen ihrer Wut und ihrem Frust freien Lauf und drücken diese auch in Worten aus. «Solange sie dies einigermassen höflich tun, habe ich dafür vollstes Verständnis», sagt Steffen.

Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger und Kantonsarzt Thomas Steffen an einer Pressekonferenz
Legende: Noch nie standen der Gesundheitsdirektor und Kantonsarzt so oft und stark im Fokus der Öffentlichkeit, wie während der Corona-Pandemie. Keystone

Sein Verständnis höre jedoch auf, wenn die Absender die Behörden massiv beschimpfen. Man habe auch schon in mehreren Fällen Anzeige wegen Drohung erstattet, bestätigt Steffen. Ausserdem steht vor dem Basler Gesundheitsdepartement jetzt auch Sicherheitspersonal aufgrund der eingegangen Drohungen.

Kantonale Behörden im Fokus

Basel-Stadt verschärfte im Vergleich zu den anderen Deutschschweizer Kantonen relativ früh die Massnahmen aufgrund der zweiten Corona-Welle. Anders der Nachbarkanton Baselland. Dort hielt sich die Regierung lange zurück. Auffällig ist, dass die Baselbieter Behörden zwar ebenfalls mehr Reaktionen aus der Bevölkerung erhält, Drohungen bis anhin jedoch ausgeblieben seien.

So hätten sich viele Leute gemeldet, um der Regierung für ihren zurückhaltenden Kurs zu danken und gratulieren, sagt der Baselbieter Regierungssprecher Nic Kaufmann. «Wenn wir Kritik erhalten, dann eher von Menschen, die finden, der Kanton gehe zu wenig weit bei den Massnahmen.»

Nationale Massnahmen entschärft die Lage

In Basel-Stadt hofft man indes, dass sich die Gemüter nun beruhigen. Denn mit der Entscheidung des Bundesrats, einheitliche Massnahmen in der Schweiz einzuführen, stehen die kantonalen Entscheidungsträger und ihre Beschlüsse nicht mehr so stark im Fokus.

Regionaljournal Basel, 21.12.2020, 17.30 Uhr;

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14 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Volkart  (Lex18)
    Es liegt am Kantönligeist bei einem landesweiten Problem und dem teilweise unlogischen Handeln der Behörden. Andererseits können wir einfache Bürger uns vermutlich nicht mal ansatzweise vorstellen unter was für einem grossen Druck unsere Behörden jetzt sind. Was jetzt definitiv fehl am Platz ist, ist Gewalt, denn das hilft weder der Bevölkerung noch den Behörden. Es ist eine schwierige Situation für uns alle und wir bringen Sie nur hinter Uns wenn jeder seinen Anteil daran wahrnimmt.
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  • Kommentar von Jörg Wombacher  (Dr. Fritz)
    Ja, wen wunderts. Viele Entscheide werden nicht etwa deshalb getroffen, weil es dafür klare empirische Evidenz gibt. Man macht es, weil man vermutet, dass es das Virus aufhält. Und dass da einige Bürger*innen nicht mitspielen, ist klar. Ich habe auch die Schnauze voll, weil manche Massnahmen in keinem Verhältnis zur erhofften Wirkung stehen, die dann eintritt oder vielleicht eben auch nicht. Es ist ein massive Beschneidung von Freiheitsrechten... da spielt eben nicht jeder mit.
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    1. Antwort von Oliver Schulthess  (raptor72)
      MICH wunderts!
      Weil Drohungen gegenüber anderen Personen, die ihren Job nach bestem Wissen und Gewissen tun (und wie alle dabei Fehler machen) einfach inakzeptabel und in keinster Weise zu tolerieren sind!
      Auch ich verstehe nicht jede Massnahme oder finde sie sogar fragwürdig, aber wer weiss schon, was gegen das Virus nützt und schützt? Sie?
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    2. Antwort von Samuel Suter  (Urser)
      Beschneidung von Freiheitsrechten? Würden sich alle an die Bestimmungen halten würde es uns allen besser gehen. Die studierten und wahren Experten verstehen es anscheinend nicht aber jeder YouTube-Schauer weiss es besser ... verkehrte Welt
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    3. Antwort von Paul Hänger  (basilea@gmx.de)
      Massive Beschneidung von Freiheitsrechten ist aber masslos übertrieben. Dies war vielleicht in Nachbarländern wie F oder I der Fall, aber sicher nicht bei uns. Wir haben eine arg wohlstandsverwöhnte Gesellschaft, auf Konsum ausgerichtet, dazu noch die Fun- und Spassgesellschaft möglichst 24h ohne Einschränkungen. Einkaufen was man will, wann man will. Vielen Schweizern würde es mal gut tun die andere Seite zu sehen wo man nicht alles kriegt, jederzeit.
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    4. Antwort von Martin Vischer  (Martin Vischer)
      @Wombacher
      Es gibt immer wieder Sachverhalte, die ich nicht nachvollziehen kann. Dennoch muss ich mich an Gesetze halten, um nicht sanktioniert zu werden.
      Ich schreibe gegen solche Sachverhalte an und versuche damit andere von meinen Ansichten zu überzeugen. Vielleicht gelingt es mir auch einmal einen Impuls zu setzen, der dann weitergetragen wird. Und wenn das nicht eintritt, hab ich mir zumindest Luft verschafft. Versuchen Sie‘s auch.
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  • Kommentar von Martin H. Meier  (Mahame)
    Drohung und Gewalt gegen unsere Behörden und Entscheidungsträgern sind natürlich abzulehnen.
    Das Resultat, verursacht durch die CH- Coronapolitik und das Verhalten vieler Leute, ist beschämend und miserabel:
    -Sehr viele Todesopfer (gemessen an der Bevölkerungszahl)
    -Gigantischer wirtschaftlicher Schaden/Schulden
    -Streit und Schuldzuweisungen prägen zunehmend das Klima.
    Dem Ernstfall Pandemie war und ist die Schweiz offenbar nicht gewachsen.
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