Zum Inhalt springen

Header

Video
Zweite Covid-Welle führt zu Übersterblichkeit
Aus 10vor10 vom 19.11.2020.
abspielen
Inhalt

Zweite Corona-Welle Hohe Übersterblichkeit in der Schweiz

Im internationalen Vergleich zeigt die Schweiz seit Wochen hohe Covid-Fallzahlen. Dem entspricht die Anzahl Todesfälle im Land – es herrscht Übersterblichkeit.

Die zweite Welle hält die Schweiz in Atem. Nachdem die Zahl der Neuinfektionen regelrecht explodierte, ist nun auch die Todesfallrate hoch. In den älteren Bevölkerungsgruppen sterben mehr Menschen, als das Bundesamt für Statistik (BFS) erwartete. Hier bewegt sich die Schweiz im Bereich einer Übersterblichkeit, die deutlich höher ist als in den Vorjahren.

Während sich die Todesrate bei jüngeren Menschen im Normalbereich bewegt, nahm sie bei den über 65-Jährigen zu. Die Übersterblichkeit bei den Senioren dauert nun schon seit Wochen an und hat sich weiter gesteigert. Zwischen dem zweiten und achten November etwa starben 1702 Menschen. Das sind 566 mehr, als vom BFS erwartet.

Schon im Frühling stieg die Anzahl Todesfälle bei der Bevölkerung über 65 Jahren deutlich an. Die Übersterblichkeit der ersten und der zweiten Welle seien vergleichbar, meint Christoph Junker, wissenschaftlicher Mitarbeiter des BFS. Er fügt hinzu, dass die Zahlen kein Hinweis darauf gäben, dass das Virus tödlicher geworden sei.

Westschweizer Kantone stark betroffen

Deutliche Unterschiede zeigen sich jedoch in den Regionen. Während die Übersterblichkeit der ersten Welle zuerst im Tessin festgestellt wurde, tauchte sie im Herbst in der Romandie auf.

Dort ist die Todesfallrate immer noch hoch – ähnlich, wie sie es im Frühling war. Die Deutschschweiz kommt im Vergleich zur ersten Welle schlechter weg. Damals sei die Zahl der Verstorbenen vergleichsweise gering gewesen, sagt Christoph Junker. Heute hingegen versterben mancherorts viele ältere Menschen.

Einige Deutschschweizer Kantone sind nun doch sehr stark betroffen. Das hat man in der ersten Welle nicht gesehen.
Autor: Christoph JunkerWissenschaftlicher Mitarbeiter des BFS

Wie schwerwiegend sich die zweite Welle auswirken wird, ist im Moment nicht absehbar. Grund zur Panik sieht Christoph Junker jedoch nicht. Er vermutet, dass die Übersterblichkeit nicht mehr lange zunehmen wird. «Es gibt in den Zahlen erste Hinweise darauf, dass sich der Anstieg abschwächen wird», sagt er. Für klare Prognosen sei es aber noch viel zu früh.

10vor10, 19.11.2020, 21:50 Uhr

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

136 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    "Die Übersterblichkeit bei den Senioren dauert nun schon seit Wochen an und hat sich weiter gesteigert." Wird die Verharmloser wohl wenig beeindrucken: -- "Jeder muss mal sterben"... wird der Tenor sein. Soviel zum Sozialstaat Schweiz. Und - plötzlich ist unser Leben (hier in der Schweiz) weniger wert als irgendwo auf der Welt. Man muss Alle weltweit retten (KVI), die Eigenen jedoch, DIE KOSTEN NUR AB 65! Frustrierend!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      Sie müssen die Kommentare als Antwort auf den Artikel sehen, der im Zusammenhang der üblichen Beiträge zur Notwendigkeit der Unterdrückungsstrategie (suppression strategy) gelesen wird. Je tödlicher das Virus, desto wichtiger, seine Verbreitung zu verhindern oder abzubremsen, so das Argument. Sehen wir genauer hin, wird deutlich, wen wir primär schützen und beim Selbstschutz unterstützen sollten: Menschen mit bestimmten, schweren Vorerkrankungen, aber auch alle, die sich schützen lassen wollen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
      Schlatter: Lieber Herr Schlatter, das haben Sie schön erklärt. Sehen Sie sich aber die Disliker an, dann wissen Sie Bescheid. Jeder darf sich natürlich selber anlügen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      @Häberli, ich glaube nicht, dass hier irgendjemand der Ansicht wäre, ältere oder auch kranke Menschen sollte man nicht vor diesem Virus schützen. Gerade für diese ist es ja bekannter Weise gefährlich, wenn auch für wohl die meisten gute Chancen bestehen, eine Infektion unbeschadet zu überstehen. Aber ich glaube, viele stören sich am Alarmismus und würden Ihnen auf den ,Verharmloser' mit ,Dramatiker' antworten. Wir sollten versuchen, uns so gut es geht über die effektiven Risiken zu informieren.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Beat Vogel  (B.Vogel)
    Hier hat es auch eine Tabelle mit Wöchentliche Daten zum Alter und Geschlecht.
    Übersterblichkeit zwischen den Jahren 2015 und 2019 und dem Jahr 2020.
    Finde diese Seite verdeutlicht vieles besser.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Patrick Steiner  (vb22)
      WO?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Beat Vogel  (B.Vogel)
      Sorry :) https://corona-data.ch/
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Olivier Klossner  (Oli61)
    Wie viele sind an sozialer Isolierung und lange Weile gestorben?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Julian Perrenoud  (Julian P.)
      Zusatzfrage: Wie viele sind gestorben, weil zu viele in unserer Gesellschaft ignorant, selbstherrlich und unsolidarisch waren?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      @Perrenoud, wieviele aus Unvorsicht, oder weil Menschen, die sie betreut oder denen sie vertraut haben, unvorsichtig gewesen sind? Und wer ist schuld? Die Unvorsichtigen oder diejenigen, die den Anschein vermittelt haben, die Lage im Griff zu haben und so gut es geht über die Risiken zu informieren? Oder diejenigen, die sich nur für Massnahmen interessieren - ob diese nun reichen oder nicht? Denke, wir stellen uns die Schuldfrage besser nicht, sonst wird es ganz schnell wirklich selbstherrlich.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Klossner: An Langeweile zu sterben, kann ja wohl nicht Ihr ernst sein. Was ist dass denn für ein Argument. Sollte Langeweile ein Sterbegrund sein, ist diesem Menschen eh nicht mehr zu helfen. Wer sich in der heutigen Zeit mit den zig Möglichkeiten eine Zeitlang nicht selber beschäftigen kann, tut mir leid. Eine Gesellschaft, die sich nur durch Konsumieren unterhalten lässt, ist degeneriert. Ab und an braucht es halt ein bisschen eigene Fantasie, Ideen und Initiative.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      @Meyer, aus Pflegeheimen wird von Leuten berichtet, die aufgrund der Isolation ihren Lebensmut verloren haben. Ein anderes Thema wäre der Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und Suizid. Wir müssen unseren Umgang mit der Epidemie im Rahmen des Gegebenen, Erreichbaren denken.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    5. Antwort von Felix Meyer  (gegen unwahre Wahrheit)
      Schlatter: Den Lebensmut verlieren aufgrund von Isolation ist nicht dasselbe wie Langeweile! Arbeitslosigkeit und Suizid. Haben Sie sich vor der Pandemie über dieses Thema auch schon Gedanken gemacht? Unverschuldet arbeitslos und ohne Perspektive wurden abertausende von Menschen bereits vorher. Hat Sie das da auch bewegt? Oder war es, wie bei vielen, kein Thema?
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    6. Antwort von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
      @Meyer, es hat mich wegen einem Fall in meinem Umfeld schon vor Corona einmal stark beschäftigt. Während Corona plagt mich der Umstand, dass Arbeitslosigkeit und das damit verbundene Leid bewusst als Konsequenz der gewählten, aus noch weiteren Gründen m. E. suboptimalen Pandemie-Bewältigungsstrategie in Kauf genommen wird.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen