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Fakt oder Fake? Strategie Fake News: Donald Trump und sein «Kommunikationsmodell»

US-Präsident Donald Trump sorgt mit falschen und irreführenden Aussagen für Schlagzeilen und Kritik. Ist seine Kommunikationsstrategie eine Gefahr für demokratische Strukturen? Die Diskussion im «Club».

Die Politik des US-Präsidenten versetzt die USA und die Welt in Aufruhr. Hohe Wellen schlägt dabei oft, wie Trump und seine Regierung kommunizieren.

So behauptete Donald Trump am WEF in Davos: Die USA hätten nach dem Zweiten Weltkrieg Grönland an Dänemark zurückgegeben – obwohl die USA Grönland nie besessen haben. Nach der Tötung von Alex Pretti behauptete die US-Regierung: Die Beamten hätten aus Notwehr gehandelt. Ein offizieller Bericht zeigte später: Der in Minneapolis getötete Mann hatte keine Waffe in der Hand.

Fake News als «Kommunikationsmodell»

Für Damir Skenderovic, Professor für Zeitgeschichte an der Universität Fribourg, sind Fake News zu einem «permanenten Kommunikationsmodell» des US-Präsidenten geworden. «Das ist eine Strategie, die fast strukturell in seiner Politik verankert ist», sagt er in der Talk-Sendung «Club».

Staatliche Desinformationskampagnen seien nichts Neues, sagt Skenderovic weiter. In der heute stark mediatisierten Welt sei die Wahrnehmung der Menschen aber anders.

Zersetzung demokratischer Strukturen

Benno Zogg, Chef Strategie beim Staatssekretariat für Sicherheitspolitik Sepos, sieht in unrichtigen Aussagen der Behörden – so wie beim Fall Pretti – eine Gefahr für die Gesellschaft. Die Behörden würden damit einer juristischen Aufarbeitung vorgreifen. Das verunsichere die Bevölkerung. Das Vertrauen in den Staat leide. «Und dann glauben die Leute niemandem mehr», so Zogg.

Kann manipulative Desinformation das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in den Staat untergraben? Ja, sagt Sarah Pohl, Leiterin der Beratungsstelle für Weltanschauungsfragen in Baden-Württemberg. «Es zersetzt demokratische Strukturen, wenn von oben nach unten Verschwörungstheorien verbreitet werden», sagt die deutsche Expertin. Und es lenke von innenpolitischen Schwierigkeiten und Themen ab.

Fake News werden zu Wahrheit

Warum bleiben Fake News bei vielen Menschen aber mehr hängen als Fakten oder Korrekturen von Falschmeldungen? Desinformationsexpertin Pohl erklärt das so: «Je öfter wir Fake News wiederholen, desto eher festigen sie sich und bleiben im Gehirn hängen.» Das habe auch viel mit Gefühlen zu tun: «Wenn Fake News Emotionen ansprechen, verfestigen sie sich stärker.»

Viele, die an Fake News glauben, würden Kontakte zu Andersdenkenden abbrechen und sich nur noch in der eigenen Bubble – in der Filterblase – bewegen. «Da hat man eine Echokammer, die permanent verstärkend wirkt, permanent Fake News wiederholt. Dann wird so etwas zu einer gefühlten Wahrheit», so Pohl. Es treffe vor allem Menschen, die teilweise nicht die Kompetenz hätten, einen Faktencheck zu machen, zum Beispiel Senioren.

Fakt oder Fake? – Die Themenwoche bei SRF

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Ab dem 26. Januar 2026 beleuchtet SRF das Thema Fake News eine Woche aus verschiedenen Blickwinkeln – mit Reportagen, Recherchen und Faktenchecks zu aktuellen Themen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Alle Inhalte finden Sie hier auf der Übersicht zur Themenwoche «Fakt oder Fake?».

Club, 27.1.2026, 22:25 Uhr;brus ; 

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