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HP wandelt sich zu einem Service-Betrieb
Aus SRF 4 News aktuell vom 04.10.2019.
abspielen. Laufzeit 03:28 Minuten.
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Abbau bei HP «Bei den Geräten gibt es einen ruinösen Verdrängungskampf»

Der Computer- und Druckerhersteller HP will weltweit bis zu 9000 Stellen streichen. Das hat der neue Chef Enrico Flores in der Nacht auf Freitag bekannt gegeben. Er will den IT-Konzern umfassend umbauen. SRF-Wirtschaftsredaktor Dario Pelosi erklärt die Hintergründe.

Dario Pelosi

Dario Pelosi

Wirtschaftsredaktor

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Dario Pelosi hat Geografie und Medienwissenschaften studiert. Seit 2003 arbeitet er bei Radio SRF, seit Sommer 2017 als Wirtschaftsredaktor. Seine Spezialgebiete sind Rohstoffhandel, Transport, Werkplatz Schweiz und Energie.

SRF News: HP will vermehrt auf Dienstleistungen setzen. Was bedeutet das?

Dario Pelosi: HP will nicht nur einfach Computer oder Drucker bauen, sondern will die Kundinnen und Kunden längerfristig an sich binden. Die Idee ist, das HP das Konfigurieren der Geräte übernimmt. Der Konzern richtet sie ein, macht die Computernetzwerke, wartet diese und ersetzt das Gerät, wenn was kaputtgeht. Es soll gewissermassen ein Rundum-sorglos-Paket angeboten werden.

Bei den Geräten gibt es einen ruinösen Verdrängungskampf. Geld zu verdienen ist da schwierig.

Ist das aus wirtschaftlicher Sicht für ein Unternehmen wie HP sinnvoll?

Damit ist HP nicht allein. Die Konzerne sind grundsätzlich im Umbau, denn bei den Geräten gibt es einen ruinösen Verdrängungskampf. Geld zu verdienen ist schwierig. Die Führung von HP überlegte sich vor einigen Jahren, ganz aus dem Gerätegeschäft auszusteigen. Konzerne wie HP setzen nun auf Service-Abos. Darunter laufen auch Modelle, dass zum Beispiel die Anbieter ihre Drucker in Unternehmen stellen – quasi gratis – und dann pro gedruckte Seite eine Abgeltung verlangen.

Man kennt diese Entwicklung auch aus anderen Branchen, etwa den Autogaragen. Die verdienen auch nicht zwingend viel Geld damit, dass sie ein Auto verkaufen, sondern dadurch, dass sie dieses warten können. Das System passt zu den Bedürfnissen der heutigen Konsumenten. Sie wollen nicht zwingend Sachen besitzen, aber wollen sie genau dann zur Verfügung haben, wenn sie brauchen.

Der Umbau von HP ist ein längerer Prozess. Wie kam es dazu?

Der ursprüngliche Konzern hiess Hewlett Packart. Er gehörte zu den Pionieren im Silicon Valley. Vor vier Jahren wurde dieser Technologieriese in zwei Teile aufgespalten. Einerseits entstand HP Enterprises. Dieser Teil macht Geschäfte mit Software und mit Speichersystemen. Andererseits entstand eben die Firma HP Incorporated, die Geräte verkauft. Dieser Bereich wurde immer wieder umgebaut, das letzte Mal wurden vor gut einem Jahr Stellen abgebaut.

Nun folgt ein happiger Abbau von 9000 weiteren Stellen. Wieso kommt diese Umstrukturierung gerade jetzt?

Es gibt einen Wechsel an der Spitze des Konzerns. Am 1. November übernimmt Enrique Lores die Führung. Er will mit neuen Strukturen erste Pflöcke einschlagen und damit ein Zeichen für die Investoren setzen.

Enrique Lores will mit neuen Strukturen erste Pflöcke einschlagen und damit ein Zeichen für die Investoren setzen.

Lores war bis anhin der Chef des Geschäfts mit Druckerpatronen. Das ist ein sehr lukratives Geschäft. Er kennt das Service-Geschäft sehr gut. Nun verspricht er grundsätzliche Änderungen. Was das genau heisst, wird sich in den nächsten Monaten herausstellen.

Das Gespräch führte Roger Aebli.

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Aus dem Archiv: Auch vor drei Jahren baute HP schon Stellen ab
Aus Tagesschau vom 14.10.2016.
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10 Kommentare

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  • Kommentar von Bernhard Meyer  (Bernhard Meyer)
    HP baut Drucker die fremde Patronen erkennen und dann kommt Inkompatible Patrone und der Drucker funktioniert nicht mehr. Leider kommt es auch manchmal bei Originalpatronen vor. Bei mir passiert 3 Originalpatronen die nicht funktionierten. Keine Kullanz. Darauf habe ich mir einen Brother Drucker gekauft.
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  • Kommentar von Dani Keller  (¯\_(ツ)_/¯ ____)
    Seit ca. 6 Monaten hab ich das "Druck-Abo" (verschiedene Varianten) Instant Ink von HP.
    Für private Wenigdrucker (Reinigung braucht fast mehr Tinte als Druck) oder kleine Büros find ich das eine gute Lösung. Fixe Seitenpreise mit Originaltinte. Für mich jedenfalls die günstigere Lösung als Tintenkauf.
    PS: mit günstiger Fremdtinte hab ich vor Jahren schlechte Erfahrung gemacht. Aber evtl. ist das heute besser.
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  • Kommentar von Arthur Meili  (Arthur Meili)
    HP Photosmart C4780 Print, Scan, Copy. Ich bin sehr zufriden mit diesem Drucker. Die Druckerpatronen sind aber teuer und haben einen Sensor?, der nach ca. 200 Blaetter angibt, dass es keine Tinte mehr hat. Die kompatiblen Patronen aus Taiwan sind billiger und man kann ca. 500 Blaetter ausdruecken.
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