Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Video Überraschender Wechsel an der ABB-Spitze abspielen. Laufzeit 03:20 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.04.2019.
Inhalt

Abgang bei ABB Der Zeitpunkt von Spiesshofers Rücktritt überrascht

Wäre Ulrich Spiesshofer letztes Jahr oder gar früher zurückgetreten, so hätte dies kaum jemanden überrascht. Seit die schwedische Investmentgesellschaft Cevian 2015 bei ABB eingestiegen war, machte der aktivistische Investor Druck auf den ABB-Verwaltungsrat und die Konzernleitung.

Cevian war weder mit dem Geschäftsgang noch dem Aktienkursverlauf zufrieden und verlangte daher die Aufspaltung von ABB und Einsitz in den Verwaltungsrat. Konkret ging es um die Stromnetzsparte. Cevian verlangte deren Veräusserung, was das übrige Unternehmen rentabler machen sollte. Eine ähnliche Strategie hatte Cevian zuvor bei der deutschen Thyssen Krupp verfolgt – und kam damit durch.

Jahrelang wehrten sich der ABB-Verwaltungsrat und die Konzernleitung gegen eine Aufspaltung. Die Stromübertragungssparte sei ein wichtiges Standbein des Unternehmens, liessen sie lange verlauten – bis im vergangenen Dezember. Da gaben Verwaltungsrat und Konzernleitung nach und beschlossen, die Stromnetzsparte an die japanische Hitachi zu verkaufen.

US-Investmentfond will Zerschlagung des Konzerns

Wäre Spiesshofer zum damaligen Zeitpunkt zurückgetreten, hätte es eingeleuchtet. Doch irgendwie schienen er und Cevian sich arrangiert zu haben. Es wurde ruhiger und der Druck auf Spiesshofer nahm zumindest vordergründig ab. Doch mit dem Einstieg des US-Investmentfonds Artisan war es schlagartig vorbei mit der Ruhe. Die Amerikaner gehen sogar noch weiter als Cevian und verlangen nichts geringeres als die weitere Zerschlagung des Konzerns.

ABB hatte vorgehabt, sich in vier Geschäftseinheiten zu gliedern: Zu viel, finden die Amerikaner. Sie fordern via Medien die Aufspaltung der ABB in Einzelunternehmen mit anderem Namen. Gut möglich, dass dies Ulrich Spiesshofer zu weit ging, und er freiwillig den Hut nahm – oder dass die beiden Investmentgesellschaften seinen Kopf forderten, weil sie zusammen rund 8 Prozent des Aktienkapitals auf die Waage bringen und damit fast so viel Einfluss haben wie die Familie Wallenberg, die 10 Prozent des Aktienkapitals besitzt und seit Jahrzehnten grösster Aktionär ist. Ihr Investmentfonds hat der jetzigen Konzernleitung und dem Verwaltungsrat immer die Stange gehalten.

Massimo Agostinis

Massimo Agostinis

Wirtschaftsredaktor, SRF

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Der ehemalige Korrespondent in Italien arbeitet seit 2015 in der Wirtschaftsredaktion von Radio SRF.

Legende: Video Aus dem Archiv: Der Umbau von ABB abspielen. Laufzeit 02:33 Minuten.
Aus ECO vom 18.02.2019.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

3 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Edi Steinlin (Chäsli)
    Ist wirklich wurscht wenn der Abzocker einem anderen Platz macht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Sebastian Demlgruber (SeDem)
    Krass. Was sind das für Gesetze, die die weitgehend sinnlose Zerstörung eines Traditionskonzern für gierige Heuschrecken so einfach machen? Mit gerade einmal 8 Prozent des Aktienkapitals können sie schon den CEO rausmobben - und die anderen 92 Prozent schauen zu oder sind zum Zuschauen verdammt?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Urs Heim (Ursus)
    Es hatte mehr überrascht das er mir nichts dir nichts auf Druck eines Spekulanten die Netzsparte, also das Kerngeschäft an die japanische Hitachi Gruppe verhökert hat. Das er jetzt nach dem Verkauf des Tafelsilbers den Hut nimmt, entspricht den Charakterzügen eines Topmanagers, der mit seinem goldenen Fallschirm nach seinem Streichkonzert das Weite sucht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen