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Airline Chair im Aufwind Schweizer Airline mit Draht zum Balkan – wer steckt dahinter?

Die wenig bekannte Fluggesellschaft Chair Airlines wird immer grösser. Dabei setzt sie vor allem auf Balkanreisen.

Schweizer Airline aus Zürich: Wenn man von einer Schweizer Airline spricht, dann denkt man als Erstes an die Swiss oder auch Edelweiss und Helvetic Airways. Aber Chair Airlines? In der breiten Öffentlichkeit ist diese Fluggesellschaft aus Zürich weniger bekannt, und dies, obwohl die vor sieben Jahren gegründete Gesellschaft im laufenden Jahr mehr als 900'000 Passagiere transportiert und sich der Marke von einer Million nähert. Bei Chair Airlines arbeiten rund 200 Personen, das Unternehmen bekommt bald das fünfte Flugzeug und fliegt ab Zürich, Basel und Bern. 

Destination nach Albanien abgesagt: In den Fokus ist Chair Airlines geraten, weil die Gesellschaft die für den Sommer geplanten Flüge nach Vlora in Albanien kurzfristig absagen musste. Als erste Fluggesellschaft wollte der Schweizer Anbieter die Destination ins Programm nehmen. Der neue Flughafen im Südwesten von Albanien, auf einem alten Luftwaffenstützpunkt, hat die Betriebsbewilligung allerdings noch nicht erhalten und es kommt zu Verzögerungen. Deshalb musste die Premiere abgesagt werden.

Trend Balkan: Das Beispiel von Vlora zeigt, dass die Länder auf dem Balkan im Reisegeschäft an Bedeutung gewinnen, und davon profitiert auch Chair Airlines, die auf diesen Markt spezialisiert ist. Albanien ist derzeit auch bei Schweizer Gästen eine beliebte Destination. Vor allem der Südwesten, in der Region von Vlora, mit den Stränden. Deshalb gilt der Flughafen von Vlora als künftige mögliche Drehscheibe im Tourismus. Schweizer Reisebüros vermelden bei den Buchungen ein Wachstum von 55 Prozent nach Albanien, auch die übrigen Balkandestinationen legen zu.

Strand mit Liegestühlen, Sonnenschirmen, und dahinter gelegenen Häusern.
Legende: Schöne Strände und Angebote zu erschwinglichen Preisen. Der Südwesten von Albanien mit Ferienpotenzial. Im Bild Vlore. iStock/zm photo

Gründung von Reisebüro: Dass es in der Schweiz eine Fluggesellschaft mit Schwerpunkt Balkan gibt, hat eine lange Vorgeschichte. Sie hat vor mehr als 40 Jahren begonnen. 1981 gründete Bexhet Salahi in Zürich das Reisebüro Prishtina. Der Gründer war ein paar Jahre zuvor aus dem Kosovo in die Schweiz zugewandert. Nun wollte er mit seinem Reisebüro Kosovaren im restlichen Europa Reisen in die Heimat ermöglichen. Er war in diesem Geschäft ein Pionier.

Flugreisen mit Air Prishtina: 2005 übernahm die nächste Generation die Führung, Tochter Leyla Ibrahimi-Salahi. Mit Air Prishtina mit Sitz in Zürich bündelte sie das Geschäft. Das Unternehmen wurde zum Marktführer für Flugreisen in den Kosovo und Nordmazedonien. Air Prishtina hatte damals keine eigene Airline, sondern arbeitete eng mit der deutschen Fluggesellschaft Germania zusammen, bis diese Pleite ging.

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Insolvenz von Germania: Mit der Insolvenz der deutschen Gesellschaft 2019 ergab sich für Air Prishtina die Gelegenheit, selbst ins Fluggeschäft einzusteigen. Leyla Ibrahimi-Salahi übernahm via Beteiligungsgesellschaft die Mehrheit und Germania wurde in Chair Airlines umbenannt. Die Fluggesellschaft wird von Shpend Ibrahimi geführt, dem Ehemann von Leyla Ibrahimi-Salahi. Sie kontrolliert die Reisebüros und er die Flieger.

Schwieriger Start: Der Start von Chair Airlines war harzig und erfolgte mitten in der grössten Krise der Reisebranche, der Pandemie. Inzwischen sind die Passagierzahlen stark gewachsen. Die Airline bietet klassische Reiseziele wie Palma de Mallorca, Kreta und Hurghada. Doch der Balkan bleibt im Fokus.

Chair Airlines und der Kerosinpreis

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Die hohen Treibstoffpreise sind für viele Airlines eine Herausforderung. Chair Airlines habe bereits im November des vergangenen Jahres rund 80 Proozent des Kerosinbedarfs für das laufende Jahr abgesichert, schreibt Firmensprecher Steven Eichenberger auf Anfrage von SRF. Die Absicherung sei zu Preisen erfolgt, die bei weniger als der Hälfte des aktuellen Marktpreises lägen. «Dank dieser Absicherung sehen wir aktuell keinen Bedarf, zusätzliche Kerosinzuschläge nachträglich an unsere Passagierinnen und Passagiere weiterzugeben» so Eichenberger. Sollte sich die Situation allerdings mittel- und langfristig nicht normalisieren, müsse die Preisstruktur für die kommenden Jahre neu beurteilt werden.

 

SRF 4 News, 28.5.2026, 16.17 Uhr:liea

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