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Alles auf Pump Zinsängste am Schuldenberg

Legende: Audio Frisch gepresste Dollarnoten fliessen in mega-verschuldete Privathaushalte in den USA. abspielen. Laufzeit 2:07 Minuten.
2:07 min, aus HeuteMorgen vom 10.02.2018.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Haushalte in den USA haben eine historisch nie dagewesene Schuldenlast angehäuft: 13 Billionen Dollar.
  • Das sind 280 Milliarden Dollar mehr als vor Beginn der Finanzkrise 2008.
  • Insbesondere die Ausfallrate bei Autokrediten ist bereits stark gestiegen.

Es sieht düster aus: Die amerikanischen Haushalte stehen stärker in der Kreide als je zuvor in der Geschichte – 13 Billionen Dollar Schulden schieben die Amerikaner vor sich her. Das ist fast so viel wie das Bruttosozialprodukt von China. Und es sind 280 Milliarden Dollar mehr als vor der Finanzkrise 2008.

Steigende Zinsen bringen Schuldner ins Schleudern

Dazu kommen Kreditkarten-Schulden, die mit eintausend Milliarden Dollar ebenfalls einen neuen Rekord darstellen. Die Furcht der Anleger: Steigen die Zinsen, kommen viele Haushalte mit den Zinszahlungen in Verzug oder können die Darlehen gar nicht mehr zurückbezahlen.

Andreas Busch, Ökonom bei der Bank Bantleon, relativiert die Befürchtung etwas. Zwar sei es richtig, dass die Konsumentenschulden absolut ein Rekordniveau erreicht hätten. Er vergleicht aber mit 2008: «Damals lag die Schuld der privaten Haushalte in Relation zu ihrem Jahreseinkommen bei 130 Prozent. Jetzt sind es – obwohl die Schulden absolut gestiegen sind – nur noch 100 Prozent», erläutert der Wirtschaftsexperte.

Finanzmarkt fürchtet Risiken bei Autokrediten

Und weil er nicht glaubt, dass die Zinsen sehr schnell sehr stark steigen, kommt Busch zu dem Schluss: «Da ist jetzt erstmal noch Puffer, bis die Haushalte das wirklich spüren und es ihnen weh tut».

Immer mehr Kredite beziehen die Amerikaner für Ausbildung und Autos. Der Finanzmarkt fürchtet vor allem die Autokredite: Weil in den letzten Jahren auch sehr schlechte Schuldner Autos auf Pump kaufen durften – also solche, die keine Sicherheiten bieten und ihre Darlehen oft nicht zurückzahlen. Die Ausfallrate bei Autokrediten ist denn auch bereits stark gestiegen.

«Für US-Wirtschaft insgesamt nicht so problematisch»

Doch auch dieses Problem ist für Andreas Busch von der Bank Bantleon im Grossen und Ganzen noch nicht weiter gravierend: «Das für sich genommen ist problematisch. Ich würde sagen, für die US-Wirtschaft insgesamt aber nicht so problematisch, weil es doch ein recht kleiner Sektor ist.»

Rund 1100 Milliarden Dollar stecken mittlerweile in Auto-Darlehen. Ein Teil davon wird – genauso wie die faulen Hauskredite in der Finanzkrise 2008 – gebündelt und an Investoren weiterverkauft. Also: neues Geschäftsfeld mit altem Muster.

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18 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Einzig die Nationalbanken haben es in der Hand Geld zu drucken-dieselben haben es in der Hand die Zinshöhe zu bestimmen. Solange für das geliehene Geld Wahren gekauft werden können, ist jede Schuld mit Wahren abgedeckt.Die Inflation wird angeheizt,wenn wenig Zins auf dem Schuldengeld ist und wenn das Schuldengeld nicht mehr mit Wahren abgedeckt werden kann, weil die Wahren aus Übernachfrage zu teuer werden und neues Schuldengeld gedruckt werden muss. Die Inflation wird nur mit Zinsen gebremst !
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  • Kommentar von Beatrice Fiechter (thea)
    Mich würde von SRF-News interessieren, wieviel der Schuldenberg pro Kopf in der USA ausmacht und ein Vergleich dazu. So allein als Zahl ohne den Gesamtüberblick über die Finanzen der USA kann man die Ausmasse schwer abschätzen,weil die Zahl des Schuldenbergs real nicht mehr nachvollziehbar ist. Das Land ist ja sehr gross ist,aber die Menschen sind sehr unterschiedlich verteilt.
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    1. Antwort von Johannes Rösinger (JohMuc)
      https://www.gold.de/staatsverschuldung-usa/ Das läuft so schnell das kann man gar nicht so festhalten... gerade sind es 63.193$. Als Vergleich wird in Deutschland pro sec. 58 Euro Schulden getilgt. 5848$ pro sec. steigt sie in den USA.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Der grösste Geldgeber ist China. Gleichzeitig will Mr. T. Taxen auf Importe einführen. Woher werden fliessig Waren importiert, aus China? .... Wohin werden fleissig Waren exportiert, um sie dann zur Endfertigung und made in den USA wieder zu importieren, nach China? Wäre es ein Schachspiel, so würde ich mal salopp behaubten, Uncle Sam ist schon gefährlich nahe am Schachmatt?
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