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Legende: Audio Mosambik zieht gegen Credit Suisse vor Gericht abspielen. Laufzeit 03:06 Minuten.
Aus Rendez-vous vom 01.03.2019.
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Anklage gegen CS in London Mosambik zerrt Credit Suisse vor Gericht

Das hochverschuldete Land sieht sich in einem Zwei-Milliardenkredit geprellt. Die Bank äusserte sich vorerst nicht.

Darum geht es: Im Zusammenhang mit Krediten an Mosambik sind bereits Anfang Jahr in New York fünf Personen, darunter drei ehemalige CS-Mitarbeiter wegen Korruption, Geldwäsche und Wertpapierbetrugs angeklagt worden. Mit einer weiteren Klage will Mosambik nun auch die CS-Investmentbank London zur Verantwortung ziehen, weil die Grossbank einen grossen Teil der Entwicklungskredite organisiert haben soll. Es ging dabei um Kredite für Thunfischfang, Küstenüberwachung und Erdgasförderungsprojekte, die nie realisiert wurden. Das Geld versickerte. Mosambik sieht sich getäuscht.

Die Anklage: Die Anklageschrift im Fall CS in London ist noch nicht öffentlich. Hinweise, warum diese Milliarden nie am richtigen Ort ankamen, gibt aber bereits die Anklageschrift in New York. So sollen diese Personen die Kredite nur zur eigenen Bereicherung benutzt und mindestens 200 Millionen der insgesamt zwei Milliarden Franken abgezweigt haben. Mit dem Geld sollen sie unter anderem den damaligen Finanzminister Mosambiks bestochen haben – und zwar im Gegenzug für eine Staatsgarantie. Danach müsste Mosambik geradestehen, falls die Projekte die erwartete Rendite nicht einbringen. Das ist nicht geschehen. Mosambik steht vor einem grossen Schuldenberg. Kommt dazu, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) dem Land den Hahn zugedreht hat, als der Fall aufflog. «Der Druck ist jetzt also enorm und deshalb klagt Mosambik gegen die Schweizer Grossbank», erklärt SRF-Wirtschaftsredaktor Klaus Ammann.

Noch keine Stellungnahme der CS: Ob die Credit Suisse je verurteilt wird, ist unklar. Doch der Fall wirft ein schlechtes Licht auf die Bank. Gegenüber SRF wollte das Institut vorerst nicht Stellung nehmen. Bisher stellte sich die CS auf den Standpunkt, von den ehemaligen Angestellten ausgetrickst worden zu sein. Tatsächlich scheinen diese eine beträchtliche Energie aufgewendet zu haben, indem sie angeblich Dokumente gefälscht, Bestechungsgelder bezahlt und auch intern falsche Angaben gemacht haben.

Warnungen: Die Beschuldigten hatten kurz nach Vergabe der Kredite die CS London verlassen und über eine private Investitionsfirma vermutlich noch mehr Geld daraus abgezweigt. Jetzt wird sich die Credit Suisse erklären müssen. Offenbar hatten die internen Kontrollen zwar nicht gänzlich versagt und es gab Warnungen. Doch offenbar wurde nicht energisch genug durchgegriffen. Fraglich ist auch, wie weit oben man in der CS von den Machenschaften wusste.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Matzler  (Wma)
    Tausende von Millionen als Bussen in Amerika, in Frankreich und jetzt vielleicht auch in Mosambik. Weitere Länder werden folgen. Offenbar sind die miserablen Geschäfte weltweit derart lukrativ, dass man die Bussen wegstecken und immer noch masslose Boni auszahlen kann. Das ist Kapitalismus pur, da kann der kleine Mann nur noch staunen.
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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    Grundsätzlich befürworte ich den Kapitalismus, weil er der Grundhaltung einer Mehrheit des Zweibeiners entspricht. Dennoch sollte wir uns Gedanken machen, wie eine verhältnismässige Regulierung des Kapitals aussehen könnte. Aktuell haben wir ein akzeptables Mass überschritten. Auch Finanzhaie sollten erkennen, über je mehr Kapital ich verfügen kann, desto grösser ist die Gefahr, dass ich in die Kriminalität abrutsche. Wäre also gesünder der Masslosigkeit Einhalt zu gebieten!
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  • Kommentar von Harald Buchmann  (Harald_Buchmann)
    Da die CS nicht chinesisch ist, muss sie zumindest nicht eine Vorverurteilung durch die Medien befürchten und auch eine politische Verurteilung durch westliche Staaten ist nicht zu befürchten.
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