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Strengere Rücktransport-Regeln für Covid-Patienten
Aus Tagesschau vom 03.10.2021.
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Ansteckung in den Ferien Versicherer bremsen bei Rückführungen von Covid-Patienten

Rund 230 Covid-Patienten wurden nach den Sommerferien zurück in die Schweiz verfrachtet, jetzt gelten neue Massstäbe.

Mit dem Ende der Sommerferien kam die nächste Welle. Ferienrückkehrer brachten das Corona-Virus als ungeliebtes Souvenir zurück in die Schweiz. Als Folge stiegen die Fallzahlen über Wochen markant an. Corona-Patienten wurden teilweise zur Behandlung auch aus dem Ausland zurück in die Schweiz transportiert.

Solche Repatriierungen sind aufwändig. Die Patienten müssen auf dem Weg vom Spitalbett im Ausland ins Spitalbett in der Schweiz komplett isoliert werden. Dafür sind zusätzliche Schutzvorkehrungen nötig. Laut Hochrechnungen aus den Angaben der Anbieter solcher Flüge kam es zu rund 230 Rücktransporten von Covid-Patienten aus dem Ausland. Das löste geschätzt Kosten in der Höhe von 4.5 Millionen Franken aus.

Schluss mit Kulanz

Der Entscheid, jemand in die Schweiz zurückzuholen, wird in der Regel aufgrund von medizinischen Gründen gefällt. Beurteilt wird insbesondere, ob die Person von einem besseren Behandlungs- und Heilungsverlauf in der Schweiz profitieren könnte. Im Sommer liessen die Reise- und Krankenversicherungen, die für die Kosten dieser Flüge aufkommen müssen noch Grosszügigkeit walten. So wurde auch mal jemand in die Schweiz geflogen, weil die Verständigung im ausländischen Spital für die betroffene Person aus sprachlichen Gründen schwierig gewesen wäre.

Mit dieser lockeren Handhabung ist nun aber Schluss: «Kulanz-Entscheide für Rückführungen von Reise- oder Krankenversicherungen bezüglich Intensiv-Patienten sind momentan nicht mehr möglich», sagt Martin Huser, Geschäftsführer von Medicall, gegenüber SRF. Medicall ist einer von fünf Schweizer Anbietern, die im Auftrag der Versicherer diese Transporte organisieren und abwickeln.

Weitere, aber weniger Rückführungen erwartet

Ende August ermahnte Virgine Masserey, Leiterin Infektionskontrolle beim Bundesamt für Gesundheit, die Bevölkerung, man solle sich vor Auslandreisen unbedingt auch über die medizinische Situation im Zielland informieren.

Dennoch wird auch in der Herbstferienzeit mit weiteren Repatriierungen von Corona-Patienten aus dem Ausland gerechnet. Wohin diese Patienten verlegt werden, steuert der Koordinierte Sanitätsdienst der Schweizer Armee. Dort rechnet man zu Herbstferienzeiten mit ein bis zwei Patienten pro Tag, die aus dem Ausland in die Schweiz zurückgebracht werden.

Die nächsten Wochen werden nun zeigen, inwieweit die Schweizer Bevölkerung die Ermahnung ernst nahm, sich besser auf Auslandreisen vorzubereiten.

Tagesschau, 02.10.2021, 19:30 Uhr

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34 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Belmi  (P.B.)
    Wenn es keinen Platz im Schweizer Spital hat, dann nützt alles Repatriieren nichts.
    Und dass nicht-Versicherte in jedem Fall die vollständigen Kosten übernehmen ist nur logisch.
  • Kommentar von Thomas Lötscher  (Höma69)
    Es ist ein hin und her, der Versicherung en Gesellschaften. Vor einem Jahr wurde unter der Geschäftliche Bestimmungen gestrichen. Aber, glaube ich, dass jemand vor das Bundesgericht ging und dort wurde dem Recht gegeben. Das die Verantwortlichen der verschiedenen Versicherungen müssen solche Rückführungen auch die Kosten Übernehmen. Es kann nicht sein, wenn man einen Unfall im Ausland hat und die Rückgeschaft werden und solche, wo mit dem Coronavirus angesteckt wurden nicht.
  • Kommentar von Christian Kunz  (CK124)
    Nun ja, wenn in der Schweiz kein Platz auf der IPS vorhanden ist, der Patient im anderen Land medizinisch adequat versorgt werden kann, weshalb soll er dann in die Schweiz zurück?
    Klar würde dies das andere Land entlasten, aber alle Patienten quer durch die Welt in ihre Ursprungsländer zurück zu verschieben, ist auch nicht die Lösung.
    Denke dies st eine Frage der Vernunft, nicht der Kosten.