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Novartis überlässt Antibiotika-Forschung anderen
Aus Rendez-vous vom 18.07.2018.
abspielen. Laufzeit 03:00 Minuten.
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Antibiotika-Forschung beendet Novartis-Chef wehrt sich gegen Vorwurf des Profitdenkens

Man lasse sich nicht primär von den Wünschen der Investoren leiten, sagt der Konzernchef.

Jedes Jahr sterben in der Schweiz Hunderte Menschen, weil wirksame Antibiotika gegen ihre Krankheit fehlen. Doch die Erforschung neuer Antibiotika ist für Pharmafirmen nicht besonders lukrativ. Nun stoppt auch der Basler Pharmakonzern Novartis seine Forschung an neuen Medikamenten in diesem Bereich.

Vas Narasimhan, der 42-jährige neue Chef von Novartis, wehrt sich gegen den Vorwurf, dass sich das Unternehmen vor einer gesellschaftlichen Verantwortung drücke. Novartis sei einer der grössten Antibiotika-Produzenten der Welt. «Wir stellen 60 Prozent der weltweiten Penicilline her.» Das Engagement gegen Infektionskrankheiten bleibe gross.

Fokussieren statt verzetteln

Neue, wirkungsvollere Antibiotika zu erforschen, überlässt Narasimhan der Biotech-Branche. Auf Nachfrage betont der Konzernchef aber, man lasse sich nicht primär von den Wünschen der Investoren lenken. «Ich versuche wirklich, dem ursprünglichen Zweck des Unternehmens nachzuleben, nämlich Medizin neu zu erfinden.» Das gehe am besten mit einer Fokussierung des Geschäfts. Fokussieren statt verzetteln, lautet seine Devise.

Unser Engagement gegen Infektionskrankheiten bleibt gross.
Autor: Vas NarasimhanNovartis-Chef

Der Novartis-Chef hat in den letzten Wochen weitere Pflöcke eingeschlagen, um diese Fokussierung voranzutreiben. Die Augenheilmittelsparte Alcon will er abtrennen, und das Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten hat er ganz an GlaxoSmithKline verkauft. Dafür hat er die Krebssparte, die lukrativer ist, mit einem milliardenschweren Zukauf ausgebaut. Denn Narasimhan ist überzeugt: «Die Unternehmen, die ihr Kapital und ihre Kräfte bündeln, sind langfristig eher erfolgreich.»

Botschaft an die Investoren

Wenn sich Novartis künftig auf wenige lukrative Geschäfte konzentriere, müsse der Basler Pharmakonzern nicht zwingend kleiner werden – aber wertvoller, sagt Vas Narasimhan. Das hören seine Investoren sicher gern.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Elisabeth Minder  (Mimi)
    Studien zeigen, dass die Entwicklung eines Medikamentes heute 1-2.5 Milliarden$ kostete. Ursächlich für die Kosten-Explosion sind die immer strengeren und z.T unsinnigen Auflagen der Medikamenten-Behörden. Die Behörden legen die Preise von neuen Medikamenten in einer Höhe vergleichbar mit bestehenden Medikamenten fest. Dies verhindert, dass die Entwicklungskosten für neue Antibiotika gedeckt werden. Viele unnötige Todesfälle durch resistente Bakterien müssen erwartete werden.
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  • Kommentar von antigone kunz  (antigonekunz)
    Grundsätzlich müssen wir uns doch fragen, wollen wir Krankheiten, die immer einen lebenden Organismus bedingen, bekämpfen? Das wäre der heutzutage hingenommene, kaum hinterfragte und oft erduldete Königsweg. Ich sehe es als Kriegsführung gegen das Lebendige. Oder wollen wir eine Wendung vornehmen in Richtung Heilkunst, die das Lebendige in allen Spielformen achtet und miteinbezieht? Alles andere, inklusive wirtschaftliche Verhaltensweisen sind Details, die uns dieser Grundsatzfrage ablenken.
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  • Kommentar von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
    Erzaehlen Sie doch keine Maerchen, natuerlich geht es auch bei Ihnen,also der Novartis, um Gewinnmaximierung...
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