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Jan-Egbert Sturm: «Man kann ja schwierig Leute bedienen, wenns keine Kunden gibt.»
Aus News-Clip vom 13.11.2020.
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Armutsrisiko Corona Geringverdiener trifft die Pandemie besonders hart

Nicht alle Lohnklassen sind von der Krise gleich stark betroffen. Auch in den Branchen sind die Unterschiede gewaltig.

Die Forschungsstelle Sotomo hat am 6. November im Auftrag der SRG ihre fünfte Umfrage zur Corona-Krise publiziert. Einiges wurde bisher über die Umfrage geschrieben und berichtet. Ein Punkt blieb bisher aber aussen vor.

Bei welchen Lohnklassen hat die Pandemie welche Auswirkungen? Das Resultat ist eindeutig. Je weniger jemand verdient, umso mehr muss so eine Person mit weiteren Lohneinbussen rechnen.

Geringverdiener verlieren während der Krise deutlich mehr ihres Einkommens:

Balkengrafik mit zwei Balken und zwei Farben.
Legende: SRF

Menschen mit einem Haushaltseinkommen von unter 4000 Franken pro Monat verlieren in der Krise fast 20 Prozent ihres Einkommens. Diejenigen mit einem Einkommen von über 16'000 Franken und mehr haben Ende Monat «nur» 5 Prozent weniger im Portemonnaie.

Kunst und Kultur trifft es am härtesten

Auch die Veränderung nach Branchen hat sich Sotimo genau angeschaut. Die grössten relativen Einkommensverluste gibt es im Tätigkeitsfeld «Kunst und Kultur». Das Einkommen hier liegt gerade einmal bei 69 Prozent des Vorkrisenniveaus.

Gravierend ist die Situation auch in den Tätigkeitsfeldern «Sport, Wellness, Schönheit» sowie «Tourismus, Gastgewerbe und Hotellerie».

Einer der Betroffenen ist der Tanzlehrer Andrew Resurrecction. Er muss mit etwa einem Drittel weniger Lohn auskommen, als noch vor der Krise. Denn weniger Schüler heisst auch weniger Lohn.

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Andrew Resurrecction, Tanzlehrer: «Ich mache mir ständig Sorgen.» (engl.)
Aus News-Clip vom 13.11.2020.
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Die Betroffenen müssen also sehr genau hinschauen, was sie wofür ausgeben. Beachtlich ist zudem, dass die Ausgaben langsam wieder in Richtung Vorkrisenniveau anstiegen. Dennoch sind sie zurzeit noch tiefer.

Weniger Möglichkeiten um Geld auszugeben

Gründe wurden viele genannt. Einer aber am häufigsten: Viele Menschen geben weniger Geld aus, weil sie weniger Möglichkeiten haben, es auszugeben.

Darauf berufen sich aber vor allem Menschen mit einem höheren Einkommen. Bei den Geringverdienern sind eher die knappen finanziellen Mittel für die sinkenden Ausgaben verantwortlich.

Für Jan-Egbert Sturm, Direktor der Konjunkturforschungsstelle der ETH, ist das Instrument Kurzarbeit gerade in dieser Zeit äusserst hilfreich. Denn dadurch können zumindest temporär viele Arbeitsplätze erhalten bleiben.

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Jan-Egbert Sturm: «Durch Kurzarbeit bleiben zumindest die Arbeitsplätze erhalten.»
Aus News-Clip vom 13.11.2020.
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Doch gerade Selbstständige können damit nur wenig anfangen. So auch Tänzer Andrew. Geht die Krise so weiter, muss auch er auf Jobsuche gehen – und das erste Mal seit mehr als 15 Jahren einen «normalen» Job suchen.

Tagesschau, 14.11.2020, 19:30 Uhr

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35 Kommentare

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  • Kommentar von Bendicht Häberli  (bendicht.haeberli)
    "Die grössten relativen Einkommensverluste gibt es im Tätigkeitsfeld «Kunst und Kultur». Das Einkommen hier liegt gerade einmal bei 69 Prozent des Vorkrisenniveaus." Ok, dies sind riesige Einbußen. Ergo sollten wir die Staatseinnahmen nicht noch mehr schwächen. Ich werde bei der KVI wie bei der KGI ein Nein in die Urne legen.
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  • Kommentar von Marc Schlatter  (Marc Rafael)
    "Die Beibehaltung dieser Maßnahmen bis ein Impfstoff zur Verfügung steht, wird irreparablen Schaden verursachen, wobei die Unterprivilegierten unverhältnismäßig stark betroffen sind." Great Barrington Declaration.
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  • Kommentar von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
    Nicht die Pandemie trifft die Geringverdiener, sondern die Massnahmen dagegen.
    In den Parlamenten und Regierungen dieser Welt sitzen keine Geringverdiener, sonst würde anders gehandelt.
    Die Regierung von Tansania hat das nach einem ersten Lockdown im Frühling rasch begriffen und beschlossen, das Leben normal weiter laufen zu lassen. Das Ergebnis gibt ihr recht.
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    1. Antwort von Philipp Moreno  (HOC)
      Ähm, entschuldigung Frau Esslinger aber diese Massnahmen wären nicht nötig gewesen wenn sich eine Minderheit an gewisse Regeln halten würde welche durchaus Sinn und Zweck haben und von der Grippe schon bekannt sind. Aber nein, bloss keine Selbstverantwortung übernehmen und die Schuld bei den anderen suchen.
      Diese Massnahmen sind aus einem Grund nötig und dieser Grund sind Menschen! Also bitte, den Schuldigen an der richtigen Stelle suchen.
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    2. Antwort von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
      Genau, die Verantwortung liegt bei jedem einzelnen. Wer sich nicht anstecken lassen will, soll zu Hause bleiben oder sich schützen. Wem es nichts ausmacht, ev. krank zu werden oder gar zu sterben, der darf aber auch sein normales Leben weiterleben.
      Aus dem Grund bin ich nach Tansania gereist. Mein Leben, meine Verantwortung. Und werde so lange wie möglich oder nötig hier bleiben.
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    3. Antwort von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
      Frau Esslinger: „Mein Leben, meine Verantwortung.“ Das funktioniert eben gerade nicht bei einem Virus. Wenn Sie erkranken, können Sie andere anstecken (bevor Sie die Krankheit überhaupt bemerken). Wenn zu viele auf einmal im Spital landen, müssen die Ärztinnen entscheiden, wer leben darf und wer sterben soll. Nicht die Patientin entscheidet dann! Allerdings sind gemäss IWF und 60 Schweizer Volkswirtschaftsprofessoren die jetzigen Massnahmen genau die falschen.
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