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Aus SRF News vom 14.02.2019.
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Aus für Airbus 380 Was unsere User wissen wollen

Im Jahr 2021 ist die letzte Auslieferung des A380 geplant. Wird der Riesenvogel danach vom Himmel verschwinden? Und welche Rolle spielt die Airline Emirates? SRF-Experte Matthias Pfander beantwortet die drängendsten Fragen der User.

Matthias Pfander

Matthias Pfander

Reporter Wirtschaftsredaktion

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Matthias Pfander ist seit Mitte 2017 als Reporter und Planer in der Wirtschaftsredaktion von SRF TV tätig. Er berichtet regelmässig über Luftfahrtthemen, zuvor unter anderem für den Tages-Anzeiger und die Blick-Gruppe.

Wie lange fliegt der A380 noch? Und was ist mit Ersatzteilen?

Dass der A380 nach 2021 nicht mehr produziert wird, heisst nicht, dass er bald danach vom Himmel verschwinden wird. Die Lebensdauer von Flugzeugen kann 25 Jahre und mehr betragen. So lange der A380 kommerziell im Einsatz steht, wird Airbus auch für Ersatzteile sorgen – nur schon aus Image-Gründen. Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen über den gesamten Einsatzzyklus ist auch Vertragsbestandteil beim Kauf von Flugzeugen. Service und Unterhalt lagern viele Airlines an Service-Firmen aus, die für das logistische Management der Ersatzteile verantwortlich sind. Etwa die ehemalige Swissair-Tochter SR Technics.

Warum besteht bei Airbus eine so grosse Abhängigkeit von Emirates?

Der Einsatz eines so grossen Flugzeugs passt am besten zu einem Geschäftsmodell wie es Emirates betreibt. Zentral ist das Emirates-Drehkreuz in Dubai, wo Passagiere aus aller Welt umsteigen und weiterfliegen. Dass Emirates versucht, die Passagiere mit möglichst grossen Maschinen einzusammeln, folgt dieser Logik.

Als die Entwicklung des A380 stattfand, steckten viele Airlines in Turbulenzen. Die Nachwehen von 9/11, zusehende Erstarkung von Low-Cost-Airlines, später die Finanzkrise brachten viele Airlines ins Trudeln. Die Golfstaaten-Gesellschaften, mit Petro-Dollars gespeist, waren damals in einer anderen Flughöhe unterwegs. Vom Expansionshunger getrieben, bestellte Emirates über 120 Maschinen des Typs A380.

Diese Faktoren führten dazu, dass Airbus und Emirates in Sachen A380 heute stark aneinander gekettet sind. Neben Emirates haben aber auch andere Flugesellschaften wie Singapore Airlines, der Swiss-Mutterkonzern Lufthansa, Etihad Airways und Qatar Airways den A380 im Einsatz. Wenn auch um Faktoren weniger als Emirates.

Die Amerikaner setzten früh wieder auf kleinere Flieger. Haben sie den Markt besser eingeschätzt?

Die kurze Antwort lautet: Ja. Die längere: Rund um die Lancierung des A380 sah Boeing lange Zeit alt aus. Den Unternehmergeist und Mut, den A380 auf den Markt zu bringen, brachten Airbus rund um die Entwicklung viel Applaus ein. Heute steht US-Hersteller Boeing besser da und kann sich freuen, keinen Nachfolger des Jumbos 747 entwickelt zu haben. Boeing ging davon aus, dass Punkt-zu-Punkt-Verbindungen künftig wichtiger werden im Vergleich zum Drehkreuz-Konzept, wie es Emirates und weitere Airlines betreiben. Boeing hat der Wirtschaftlichkeit grosser Maschinen als oberster Maxime mit dem Dreamliner (787) mehr Bedeutung geschenkt. Airbus hat sich mit seinem vierstrahligen Superjumbo A380 hier verkalkuliert.

Wieso bedient man eine Linie lieber öfter mit einem kleineren Flieger als einmal mit einem A380? Das ist doch nicht ökologisch.

Das Ziel einer Airline ist immer, das Sitzangebot in einer Maschine möglichst gut auszuschöpfen. Der A380 fasst zwar 850 Passagiere, ist aber vierstrahlig. Damit hat er einen relativ hohen Spritverbrauch. Der kleinere A350 ist nur zweistrahlig und fasst in seiner grössten Ausführung 440 Passagiere. Das Potenzial, mit zwei Flügen zu unterschiedlichen Tageszeiten eine bessere Auslastung zu erzielen, darf nicht ausser Acht gelassen werden. Bessere Auslastung bedeutet gleichzeitig weniger Spritverbrauch pro Passagier.

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10 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Das ist wieder einmal mehr ein klassisches Beispiel -dass Wasserkopf -Projekte nie lange überleben können - so wie die EU, in der heutigen Form nie lange überleben wird. Wo blieben da die viel zitierten Experten aus Ökonomie und Wissenschaft ? Die optimale Losgrösse bestimmt doch immer den Preis und die Wirtschaftlichkeit . Das optimale Rad ist doch längst erfunden .
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  • Kommentar von R. Sommerhalder  (rso)
    In diesem Bericht sagt der SRF-Experte M. Pfander, "der A 380 fasst 850 Passagiere". Tatsache ist aber, dass die allermeisten Fluggesellschaften nicht nur ausschliesslich Economyclass Sitze in ihren A 380 Flugzeugen anbieten. So haben beispielsweise die Singapore Airline A380, je nach Ausführung, 379, 441 oder 471 Sitzplätze, die Lufthansa A380 509 Sitzplätze, die Air France A380 516 Sitzplätze und die Airline Emirate, je nach Ausführung 489, 517 oder 615 Sitzplätze.
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  • Kommentar von Dr. Roland Willi Koller  (Roko43)
    Wer dieses Flugzeug schon selbst geflogen ist, ist am Boden zerstört. Aber die exclusive Benutzung durch Mitglieder des Mia-Clubs wird die A380 weiter leben lassen. Lizenzen können bereits bezahlt werden. Jahres Gebühr Euro 250000,familie 450000.
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    1. Antwort von Haller Hans  (H.Haller)
      Wohl nun noch Restwertverwertungen oder was ? Und warum soll man da "am Boden zerstört" sein ? - Diese A380 hat es wirtschaftlich offenbar einfach nicht geschafft und nun orientieren sich die Airliner anderweitig.
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