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Italienische Krisenbank Bank Monte dei Paschi: Staat dürfte einspringen

Der Versuch der drittgrössten Bank Italiens, sich aus eigener Kraft aus der Krise zu befreien, ist gescheitert.

Legende: Video Italienische Grossbank in der Krise abspielen. Laufzeit 00:59 Minuten.
Aus Tagesschau vom 22.12.2016.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die finanziell angeschlagene italienische Bank Monte dei Paschi hat von einem möglichen Geldgeber eine Absage erhalten: Der Staatsfonds von Katar wird keine neuen Aktien zeichnen.
  • Die Bank hatte von auf insgesamt fünf Milliarden Euro von Geldgebern gehofft.
  • Es wurden jedoch nur etwas mehr als zwei Milliarden Euro.
  • Die italienische Regierung will mit Staatsmitteln verhindern, dass Kleinsparer ihr Geld verlieren.

Insgesamt fünf Milliarden Euro an frischem Kapital hätte die Bank Monte dei Paschi gebraucht. Zusammengekommen sind aber nur etwas mehr als zwei Milliarden Euro. Bis zuletzt hoffte man am Hauptsitz in Siena, dass sich der Staatsfonds aus Katar mit einem Milliardenbetrag in die Bank einkaufen könnte.

Rare Investoren

Wegen des Abgangs von Ex-Ministerpräsident Matteo Renzi Anfang Dezember und den damit verbundenen politischen Unsicherheiten machten sich potenzielle Investoren aber immer rarer.

Im Prinzip müssten nun Gläubiger, Aktionäre und gar Sparer der Bank geradestehen, sollte die Monte dei Paschi untergehen. Das sieht eine EU-Regelung vor. Im Falle der Traditionsbank verlören bis zu 40'000 Kleinanleger ihr Geld.

20 Milliarden vom Staat

Die italienische Regierung will das verhindern. Sie lässt deshalb das ohnehin schon rote Staatsbudget um weitere 20 Milliarden Euro anwachsen, um damit die Monte dei Paschi und weitere angeschlagene Geldhäuser zu retten.

Die EU hat signalisiert, dass es möglicherweise doch einen Weg gebe, die Kleinsparer zu verschonen, ohne gegen die EU-Richtlinie zu verstossen. So könnten diese in einem ersten Schritt zwar ihr Vermögen verlieren, in einem zweiten aber vom Staat dafür entschädigt werden.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Susanne Saam (Susanne Saam Biel/Bienne)
    Kapitalismus halt: Verluste sozialisieren und Gewinne privatisieren. Ist in ganz Europa, auch in der Schweiz so.
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Was wir heute sehen, hat mit dem Grundkonstrukt des Kapitalismus nicht mehr viel zu tun. Ursprünglich sah dieses den Staat als externe Kontroll- und Sanktionierungsmacht vor; Urkapitalisten erkannten diese Notwendigkeit. Mit dem wachsenden Einfluss der Wirtschaft auf die Politik und den Staat wurde diese Aufgabe nicht nur eliminiert, sondern ins Gegenteil verkehrt. Das Resultat ist die Sozialisierung der Verluste. Nicht der Kapitalismus an sich ist schlecht, sondern seine heutige Ausprägung.
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  • Kommentar von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
    Der Artikel http://www.srf.ch/news/wirtschaft/springt-jetzt-der-staat-ein ist keine zwei Wochen alt, und bereits ist diese Frage beantwortet. Ich freue mich nicht, mit dem damaligen Kommentar richtig gelegen zu haben, denn ich befürchte, dass die Folgerung daraus auch richtig (und damit richtig katastrophal) sein wird: "Langfristig kann das nicht gut gehen. Je weiter man Kollapse herauszögert, umso verheerender werden sie sein."
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  • Kommentar von Lutz Bernhardt (lb)
    Mich wundert hier nur, wieso eine seriöse italienische Bank auf Geldgeber aus einem islamischen Staat setzt. Und erwartet, dass sie von dort gerettet wird.
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