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Banken wollen auf den Digitalisierungszug aufspringen
Aus Echo der Zeit vom 23.06.2021.
abspielen. Laufzeit 03:44 Minuten.
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Banken und Digitalisierung Haben die Banken den Fintech-Trend verschlafen?

Die Inlandbanken haben seit 2005 massiv an Terrain verloren. Jetzt möchten sie sich neu erfinden. Fintech ist angesagt.

20 Prozent weniger Arbeitsplätze und Bankfilialen, halbierte Margen und Kunden, die ihrer Hausbank gegenüber immer weniger loyal sind. Dazu tiefe Zinsen, mehr Vorschriften und neue Konkurrenz. Eine neue Studie zeigt den grossen Druck auf die inländischen Banken in den letzten knapp zwei Jahrzehnten.

Jetzt wollen die Banken Gegensteuer geben und schneller, effizienter und günstiger werden, um so wieder mehr Geld zu verdienen. Gelingen soll das unter anderem mithilfe von jungen Firmen, die heute schon digitalisierte Bankdienstleistungen anbieten. Man nennt sie Fintech.

Unter Konsumenten und Konsumentinnen bekannt sind zum Beispiel Revolut, Twint, Neon, Robinhood und Paypal. Daneben gibt es auch viele Fintech-Firmen, die im Hintergrund Dienstleistungen für Banken erbringen. Entstanden sind die meisten Fintechs ausserhalb von traditionellen Banken.

Haben die Banken zu lang geschlafen?

Haben die Banken einen wichtigen Trend verschlafen? Nein, sagt Daniel Kobler vom Beratungsunternehmen Accenture. Allerdings sei wahrscheinlich auch der Druck zur Veränderung nicht so gross gewesen. Zudem starteten sie aus einer anderen Ausgangslage.

Eine andere Ausgangslage für Traditionsbanken deshalb, weil sie im Vergleich zu einem Fintech, das auf der grünen Wiese neu und klein starten kann, Altlasten mit sich schleppen – in Form von Immobilien und veralteter IT-Infrastruktur, was zu hohen Fixkosten führt.

«Schneller werden»

Nun endlich wollen die Banken auf den Digitalisierungszug aufspringen, indem sie vermehrt Tätigkeiten an Fintechs auslagern. Denn es sei höchste Zeit, so Kobler: «Die Ertragsmodelle und die darunter liegenden Wertschöpfungsmodelle müssen digitaler, modularer, offener und agiler werden, um die Ertragslage verbessern zu können.»

Die Banken müssen laut Kobler vor allem schneller werden: «Schnell reagieren zu können ist sicher eine Fähigkeit, welche die Schweizer Banken aufbauen müssen. Dies bringt ein typisches Fintech als Teil seines Geschäftsverständnisses bereits mit.»

Bankiervereinigung: neue Möglichkeiten

Bei der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) antwortet der stellvertretende CEO August Benz ausweichender auf die Frage, ob die Schweizer Banken den Fintech-Trend verpasst hätten: «Traditionell haben Banken den Grossteil ihrer Produkte und Dienstleistungen im eigenen Haus erstellt. Nun sind wir an einen Punkt angelangt, wo die Banken hier neue Möglichkeiten haben.»

Dass Fintech für Banken Geschäftsprozesse günstiger und schneller durchführen können, als diese es heute selber tun, gibt auch Benz zu: «Fintechs haben Banken positiv beeinflusst und sind Teil eines wichtigen Ökosystems.»

Fintechs haben Banken positiv beeinflusst und sind Teil eines wichtigen Ökosystems.
Autor: August BenzCEO, Schweizerische Bankiervereinigung

Neue Kompetenzen gefragt

Ob die Neuausrichtung der Banken zu mehr oder weniger Stellen auf dem Schweizer Finanzplatz führen wird, ist offen. Bankberater Kobler spricht von Verschiebungen bei den Berufsprofilen.

In Zukunft würden wohl andere Kompetenzen als heute gefragt sein: «Die Nachfrage wird künftig sicherlich mehr im Bereich Research, Produktentwicklung und insbesondere digitaler Technologie-Kompetenz stehen.»

Die Nachfrage wird künftig sicher mehr im Bereich digitaler Technologie-Kompetenz stehen.
Autor: Daniel KoblerBeratungsunternehmen Accenture

Gute Job-Aussichten im Bankensektor also für all jene, die mit Computern genauso gut umgehen können wie mit Geld.

Echo der Zeit, 23.06.2021, 18:00 Uhr

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Mueller  (Elbrus)
    Die Fintech Firmen haben es am Anfang einfacher weil Sie nicht die IT Legacy Projekte haben. Die Informatik der Ch Banken ist teilweise unterirdisch. Coe Banking Projekte wurde bei einer Topbank 4x abgeschossen und kostete zig Projekt Millionen. Da konnte keiner noch „innovative Fintech“ Projekte realisieren.
    Wobei die Grosszahl dieser Projekte in 10 Jahren Makulatur sein wird mit grossen Verlusten für die Kunden.
  • Kommentar von Hans Peter  (HPet)
    Die Banken hatten zu lange eine Monopolstelle auf dieser Welt. Das es da keine Absprachen untereinander gab mag ich stark zu bezweifeln. Deshalb ist es auch bisher nie zu einem starken Wettbewerb unter den Banken gekommen. Dank der heutigen Technologie sieht das plötzlich anders aus. Quasi aus dem Nichts kommt eine Firma wie Revolut und verzichtet im Vergleich zu den Banken auf mehrere % Kommissionen/Provisionen etc, und ist trotzdem profitabel. Kostenlose Lohnkonten werden auch noch folgen.
  • Kommentar von Pius Merz  (Pime)
    Die Bank gewinnt immer. Schon vergessen?
    Und die Gewinne, trotz teils massiven Investitionsfehlern sind immer noch riesig.