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FED-Chef Powell sieht Risiken durch das Coronavirus
Aus SRF 4 News aktuell vom 05.03.2020.
abspielen. Laufzeit 02:29 Minuten.
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Bericht zur US-Konjunktur «Die Corona-Spirale dreht immer schneller»

Die US-Wirtschaft ist weiter auf Kurs – noch. Doch die US-Notenbank FED rechnet mit Auswirkungen des Coronavirus auf die Konjunktur. Die Zinssenkung in dieser Woche war nicht der einzige Hinweis in dieser Richtung, wie SRF-Wirtschaftsredaktor Dario Pelosi weiss.

Dario Pelosi

Dario Pelosi

Wirtschaftsredaktor

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Dario Pelosi hat Geografie und Medienwissenschaften studiert. Seit 2003 arbeitet er bei Radio SRF, seit Sommer 2017 als Wirtschaftsredaktor. Seine Spezialgebiete sind Rohstoffhandel, Transport, Werkplatz Schweiz und Energie.

SRF News: Das FED hat ihr neustes «Beige Book» herausgegeben, die aktuelle Einschätzung der konjunkturellen Lage. Wie kommt das «Beige Book» zustande?

Dario Pelosi: In dem Papier werden achtmal pro Jahr die Konjunkturberichte aus den zwölf Notenbankdistrikten der USA zusammengetragen. Das FED formuliert auf dieser Grundlage eine nationale Beurteilung der US-Wirtschaft und Konjunkturlage.

Was steht in der aktuellen Ausgabe des «Beige Book»?

Auf den 32 Seiten kommt das FED zum Schluss, dass die US-Wirtschaft derzeit «mässig bis moderat» wächst. Noch im Januar hatte die Notenbank bloss von einem «mässigen» Wachstum gesprochen. Seither sind auch die Ausgaben beim Konsum gestiegen – in den USA ein wichtiger Indikator für die Konjunktur. Allerdings verlaufe die Entwicklung uneinheitlich, so das FED.

Das Coronavirus beeinflusst die Reisetätigkeit und stört Lieferketten.

Auch zeigten sich erste Folgen des Coronavirus, indem etwa die Reisetätigkeit beeinflusst und Lieferketten gestört würden, heisst es im «Beige Book». Dabei muss man berücksichtigen, dass die Umfragen bei Unternehmen und Ökonomen für die aktuelle Ausgabe vor dem 24. Februar gemacht wurden. Seither hat sich die Situation sicher verändert.

Ein Patient wird in eine Ambulanz geladen, die Nothelfer tragen Gesichtsschutz und Schutzkleidung.
Legende: Kirkland, US-Bundesstaat Washington: Das Coronavirus breitet sich auch in den USA aus – und hat möglicherweise bald Auswirkungen auf die Konjunktur. Reuters

Inzwischen sind in den USA elf Menschen an Covid-19 gestorben, der durch das Coronavirus verursachten Lungenkrankheit. Welchen Einfluss hat die Epidemie auf die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft?

Laut dem FED ist die Situation «in hohem Masse unsicher», die weitere Entwicklung sei sehr schwierig abzuschätzen. Auch in den USA dürfte sich die Spirale im Zusammenhang mit dem Coronavirus bald immer schneller drehen.

Weitere Zinssenkungen sind möglich.

Gerade erst hat mit United Airlines die erste Airline ihren internationalen Flugplan reduziert, das FED hat diese Woche eine Zinssenkung angekündigt. Im «Beige Book» deutet Notenbank-Chef Jerome Powell zudem an, dass noch weitere Zinssenkungen möglich seien. Die nächste FED-Sitzung ist für den 17. März angesetzt.

Das Gespräch führte Roger Aebli.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    Koller/Schawalder, die Angst vor Seuchen ist grösser als die Angst vor den Folgen der Umweltzerstörung. Während man früher versuchte, die Götter zu besänftigen, sucht man heute nach Ursachen. Schuld einmal mehr vermutlich die Übertragung vom Tier (AIDS, Ebola). Wäre doch höchste Zeit, all die scheusslichen Traditionen zu hinterfragen. Ebenso die Folgen der Zerstörung unserer Lebensgrundlage und die unserer Mitgeschöpfe, die uns alle in absehbarer Zeit noch viel schmerzhafter dezimieren werden.
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    1. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Akute Ängste haben Vorrang vor Zukunftsängsten. Es ist für die Menschen einfacher, etwas zu verändern, wenn wir direkt und unmittelbar bedroht sind. Langfristige Bedrohungen sind da schon etwas komplizierter, zumal der mögliche Nutzen von Aktionen auch erst mit der Zeit sichtbar wird. Fangen wir an massenhaft an Vergiftungen zu sterben, werden wir das Problem auch schnell und drastisch lösen können. Aber jetzt ist das eben alles noch Theorie und ohne Einfluss auf unser jetziges Leben.
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  • Kommentar von Beppie Hermann  (Eine rechte Grüne)
    Es ist zu befürchten, dass kein Umdenken stattfindet. Umweltzerstörung, permanente Luftverpestung u.Konsum von Pestiziden ua Toxinen, von Medis/Antibiotika, uvam über Wasser, Luft, Böden, Nahrungsmittel, Gegenstände usf machen alle Lebewesen krank u.immunschwach, ob Pflanzen, Tiere od.Menschen. Auch Massenhaltung von Pflanzen, Tieren+Menschen, spez.erschütternde, unnatürliche od.dekadente Haltung, sie sind Nährboden für physische u.psychische Krankheiten, die wiederum das Immunsystem schwächen.
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    1. Antwort von Michel Koller  (Mica)
      Epidemien gab es schon vor diesen Entwicklungen. Man müsste ja meinen, dass nach Ihrer Einschätzung die Lebenserwartung und Gesundheit gesunken ist in den letzten 1'000 Jahren.
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    2. Antwort von Heinz Schawalder  (flup)
      @bebbie
      Es grenzt schon an eine totale grüne Hysterie, wie sie eine Verbindung mit dem Corona-Virus und aller nur erdenklichen Umweltproblemen herstellen. Von ein einer pragmatischen Betrachtung und Beurteilung sind Sie weit entfernt. Derartige Aussagen kann ich nicht ernst nehmen. Sie malen sozusagen eine Weltuntergangsstimmung aus, was zur Bewältigung der zugegebenermassen komplexen Umweltprobleme nicht eben hilfreich ist und höchstens panischen Aktionismus auslöst.
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